Hackenfuß (Pes calcaneus) – Ursachen und Behandlung
Der Hackenfuß (Pes calcaneus) ist eine Fußfehlstellung, bei der der Fuß dauerhaft nach oben gebogen ist und der Gang hauptsächlich über die Ferse erfolgt.
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Der Hackenfuß (Pes calcaneus) ist eine Fußfehlstellung, bei der der Fuß dauerhaft nach oben gebogen ist und der Gang hauptsächlich über die Ferse erfolgt.
Was ist ein Hackenfuß?
Der Hackenfuß (lateinisch: Pes calcaneus) ist eine Fehlstellung des Fußes, bei der der Vorderfuß dauerhaft nach oben gezogen ist und die Ferse als hauptsächlicher Auftrittspunkt dient. Der Fuß kann dabei nicht vollständig plantarflektiert werden, das heißt, er lässt sich nicht nach unten strecken. Diese Fehlstellung tritt sowohl angeboren als auch erworben auf und kann einen oder beide Füße betreffen.
Ursachen
Die Entstehung eines Hackenfußes kann verschiedene Ursachen haben:
- Angeborene Fehlstellung: Eine fehlerhafte Lage des Kindes im Mutterleib (z. B. Steißlage) kann zu einer mechanischen Überstreckung des Fußes führen.
- Muskelschwäche oder Lähmung: Eine Schwäche oder Lähmung der Wadenmuskulatur (z. B. bei Spina bifida, Myelomeningozele oder Zerebralparese) führt zu einem Übergewicht der Fußheber gegenüber den Fußsenkern.
- Nervenschäden: Verletzungen des Nervus peroneus oder anderer motorischer Nerven können die Fußmuskulatur beeinträchtigen und eine Hackenfußstellung begünstigen.
- Chirurgische Eingriffe: Übermäßige operative Korrektur eines Klumpfußes kann gelegentlich in einer Hackenfußstellung resultieren.
- Trauma: Verletzungen der Achillessehne oder der Wadenmuskulatur können eine Hackenfußhaltung begünstigen.
Symptome
Die Beschwerden und Anzeichen eines Hackenfußes umfassen:
- Sichtbare Überstreckung (Dorsalflexion) des Fußes -- der Fußrücken zeigt deutlich nach oben
- Abwesenheit oder Einschränkung der Plantarflexion (Fußsenkung)
- Gangbild überwiegend auf der Ferse (Hackengang)
- Druckstellen und Schwielen an der Ferse
- Schmerzen im Fersenbereich, besonders beim Gehen
- Schwäche des Abstoßes beim Gehen
- Im fortgeschrittenen Stadium: Verkürzung der vorderen Unterschenkelmuskulatur und Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit
Diagnose
Die Diagnose eines Hackenfußes erfolgt in der Regel durch eine klinische Untersuchung, bei der Ärztin oder Arzt die Fußform, die Beweglichkeit des Sprunggelenks und das Gangbild beurteilt. Ergänzend können folgende Untersuchungen eingesetzt werden:
- Röntgenaufnahmen: Zur Beurteilung der knöchernen Strukturen und des Stellungswinkels des Fersenbeins
- Elektromyographie (EMG): Zur Untersuchung der Muskelfunktion und Nervenleitfähigkeit
- Ganganalyse: Zur detaillierten Beurteilung des Bewegungsmusters
- MRT oder Ultraschall: Bei Verdacht auf begleitende Weichteilveränderungen oder Sehnenschäden
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Fehlstellung und der zugrunde liegenden Ursache.
Konservative Behandlung
- Physiotherapie: Kräftigung der Wadenmuskulatur, Dehnung der verkürzten Strukturen und Gangschulung
- Orthesen und Schienen: Spezielle Einlagen oder Unterschenkelorthesen stabilisieren den Fuß und korrigieren die Fehlstellung
- Redressierende Verbände: Besonders bei Neugeborenen können serielle Gipsverbände die Fußstellung schrittweise korrigieren
Operative Behandlung
Bei schwerwiegenden oder therapieresistenten Fehlstellungen kann ein chirurgischer Eingriff notwendig sein. Mögliche operative Maßnahmen umfassen:
- Sehnenverlängerungen oder -transfers zur Wiederherstellung des Muskelgleichgewichts
- Knochenkorrigierende Eingriffe (Osteotomien) am Fersenbein
- Arthrodesen (operative Versteifung) des Sprunggelenks in schweren Fällen
Prognose
Die Prognose eines Hackenfußes hängt stark von der Ursache und dem Zeitpunkt der Behandlung ab. Bei angeborenen Formen ohne neurologische Grunderkrankung ist die Prognose mit frühzeitiger Behandlung in der Regel gut. Bei neurogenen Ursachen ist eine langfristige Betreuung durch ein spezialisiertes Team aus Orthopädie, Neurologie und Physiotherapie wichtig.
Quellen
- Niethard, F. U., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag, Stuttgart, 8. Auflage, 2017.
- Staheli, L. T.: Fundamentals of Pediatric Orthopedics. Lippincott Williams and Wilkins, Philadelphia, 4. Auflage, 2008.
- World Health Organization (WHO): International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF). Geneva, 2001. Verfügbar unter: https://www.who.int/classifications/icf/en/
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