Hämarthros – Gelenkblutung: Ursachen & Behandlung
Hämarthros bezeichnet eine Blutung in einen Gelenkraum. Er entsteht häufig nach Verletzungen oder bei Gerinnungsstörungen und verursacht Schwellung, Schmerz und eingeschränkte Beweglichkeit.
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Hämarthros bezeichnet eine Blutung in einen Gelenkraum. Er entsteht häufig nach Verletzungen oder bei Gerinnungsstörungen und verursacht Schwellung, Schmerz und eingeschränkte Beweglichkeit.
Was ist ein Hämarthros?
Ein Hämarthros (auch: Gelenkblutung) ist eine Ansammlung von Blut im Inneren eines Gelenks, genauer gesagt im sogenannten Gelenkspalt oder der Gelenkhöhle. Das Blut stammt dabei aus verletzten oder erkrankten Blutgefäßen im Gelenk. Betroffen sind häufig das Kniegelenk, das Sprunggelenk oder das Ellenbogengelenk. Ein Hämarthros ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, da unbehandeltes Blut im Gelenk zu dauerhaften Schäden am Knorpel und an der Gelenkinnenhaut führen kann.
Ursachen
Ein Hämarthros kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden:
- Traumatische Ursachen: Sportverletzungen, Stürze oder Unfälle, die zu Rissen von Bändern (z. B. Kreuzbandriss), Meniskusschäden oder Knochenbrüchen innerhalb des Gelenks führen.
- Gerinnungsstörungen: Erkrankungen wie Hämophilie (Bluterkrankheit) führen dazu, dass Blutungen im Gelenk nicht spontan gestoppt werden können.
- Medikamentenbedingte Blutungsneigung: Die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten (z. B. Marcumar, neue orale Antikoagulanzien) erhöht das Risiko für Gelenkblutungen.
- Entzündliche Gelenkerkrankungen: Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder eine Pigmentierte villonoduläre Synovitis (PVNS) können ebenfalls zu Blutungen im Gelenk führen.
- Gelenkprothesen oder operative Eingriffe: Nach Gelenkoperationen oder dem Einsetzen von Gelenkprothesen kann es zu einem Hämarthros kommen.
Symptome
Die typischen Zeichen eines Hämarthros umfassen:
- Schwellung des betroffenen Gelenks, oft innerhalb von Minuten bis Stunden nach dem auslösenden Ereignis
- Schmerzen im Gelenk, die in Ruhe und bei Bewegung auftreten
- Überwärmung und Rötung der Haut über dem Gelenk
- Eingeschränkte Beweglichkeit des Gelenks
- Ein Spannungsgefühl im Gelenk durch den erhöhten Druck
Bei Personen mit Hämophilie können diese Symptome auch ohne erkennbare Verletzung auftreten (sogenannte Spontanblutungen).
Diagnose
Die Diagnose eines Hämarthros erfolgt auf mehreren Wegen:
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt oder die Ärztin prüft Schwellung, Beweglichkeit und Schmerzempfindlichkeit des Gelenks.
- Gelenkpunktion (Arthrozentese): Dabei wird mit einer feinen Nadel Flüssigkeit aus dem Gelenk entnommen. Blutiges oder rötliches Punktat bestätigt den Hämarthros.
- Bildgebung: Ein Ultraschall kann schnell Flüssigkeit im Gelenk nachweisen. Eine MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomographie) liefert genaue Informationen über Begleitverletzungen wie Bänder- oder Meniskusrisse.
- Blutuntersuchung: Bei Verdacht auf eine Gerinnungsstörung werden Laborwerte wie Gerinnungsparameter (z. B. PTT, Quick/INR) bestimmt.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem Ausmaß des Hämarthros:
Konservative Maßnahmen
- RICE-Schema: Ruhe (Rest), Kühlung (Ice), Kompression (Compression) und Hochlagerung (Elevation) helfen, die Schwellung zu reduzieren.
- Schmerztherapie: Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können zur Linderung eingesetzt werden.
- Gelenkpunktion: Das Absaugen des Blutes aus dem Gelenk entlastet das Gelenk, lindert den Schmerz und beugt Knorpelschäden vor.
Behandlung der Grunderkrankung
- Bei Hämophilie werden Gerinnungsfaktoren intravenös verabreicht, um die Blutung zu stoppen.
- Bei Einnahme von Blutverdünnern kann eine Dosisanpassung oder ein Gegenmittel (Antidot) notwendig sein.
Operative Behandlung
- Bei Begleitverletzungen wie einem Kreuzbandriss oder einer Meniskusverletzung kann eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) oder ein offener operativer Eingriff erforderlich sein.
- Bei wiederkehrenden Gelenkblutungen durch PVNS kann eine operative Entfernung der betroffenen Gelenkinnenhaut (Synovektomie) sinnvoll sein.
Verlauf und Prognose
Bei frühzeitiger und angemessener Behandlung heilt ein Hämarthros in der Regel gut aus. Wird das Blut im Gelenk jedoch nicht behandelt, kann es zu einer Hämosiderose (Eisenablagerung im Gewebe) kommen, die den Knorpel schädigt und langfristig zu einer Arthropathie (Gelenkschaden) führt. Besonders bei Patienten mit Hämophilie können wiederholte Gelenkblutungen die sogenannte hämophile Arthropathie verursachen, eine fortschreitende Gelenkzerstörung.
Quellen
- Rodriguez-Merchan, E.C. - Haemophilic Synovitis: Aetiology, Diagnosis, Prognosis and Treatment. In: Haemophilia (2007), 13 Suppl 3, S. 26-28.
- Stiell, I.G. et al. - Ottawa Knee Rule for the Use of Radiography in Acute Knee Injuries. In: Journal of the American Medical Association (1996), 275(8), S. 611-615.
- World Federation of Hemophilia (WFH) - Guidelines for the Management of Hemophilia, 3rd Edition (2020). Online verfügbar unter: www.wfh.org
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