Hyperkalzämie – Ursachen, Symptome & Behandlung
Hyperkalzämie bezeichnet einen erhöhten Kalziumspiegel im Blut. Sie kann verschiedene Ursachen haben und betrifft Knochen, Nieren sowie das Nervensystem.
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Hyperkalzämie bezeichnet einen erhöhten Kalziumspiegel im Blut. Sie kann verschiedene Ursachen haben und betrifft Knochen, Nieren sowie das Nervensystem.
Was ist Hyperkalzämie?
Hyperkalzämie bezeichnet einen zu hohen Kalziumspiegel im Blut. Der Normalwert des Gesamtkalziums im Serum liegt bei Erwachsenen zwischen 2,2 und 2,6 mmol/l (8,8–10,4 mg/dl). Werte oberhalb dieses Bereichs gelten als erhöht. Kalzium ist ein lebenswichtiges Mineral, das eine zentrale Rolle bei der Muskelkontraktion, der Nervenübertragung, der Blutgerinnung und dem Knochenaufbau spielt. Ein dauerhaft erhöhter Kalziumspiegel kann jedoch verschiedene Organe schädigen und erfordert ärztliche Abklärung.
Ursachen
Die häufigsten Ursachen einer Hyperkalzämie sind:
- Primärer Hyperparathyreoidismus: Überproduktion des Parathormons (PTH) durch die Nebenschilddrüsen, was zur vermehrten Kalziumfreisetzung aus den Knochen führt.
- Maligne Erkrankungen (Tumore): Bestimmte Krebsarten wie Brustkrebs, Lungenkrebs, Nierenkrebs oder das Multiple Myelom können Kalzium aus den Knochen freisetzen oder PTH-ähnliche Substanzen produzieren.
- Vitamin-D-Überdosierung: Eine übermäßige Zufuhr von Vitamin D steigert die Kalziumaufnahme im Darm.
- Sarkoidose und andere granulomatöse Erkrankungen: Diese führen zu einer erhöhten Umwandlung von Vitamin D in seine aktive Form.
- Immobilisation: Länger anhaltende Bettruhe kann den Knochenabbau und damit die Kalziumfreisetzung fördern.
- Bestimmte Medikamente: Zum Beispiel Thiaziddiuretika oder Lithium.
Symptome
Die Schwere der Symptome hängt von der Höhe des Kalziumspiegels und der Geschwindigkeit des Anstiegs ab. Leichte Erhöhungen verlaufen oft beschwerdefrei. Bei stärkerer Hyperkalzämie können folgende Beschwerden auftreten:
- Allgemeinsymptome: Müdigkeit, Schwäche, Abgeschlagenheit
- Verdauungsprobleme: Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen
- Nierenbeschwerden: Vermehrter Harndrang, Nierensteine, Niereninsuffizienz
- Neurologische Symptome: Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit, Depression, im schweren Fall Bewusstlosigkeit (hyperkalzämische Krise)
- Herz-Kreislauf-Beschwerden: Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck
- Knochenschmerzen: Durch erhöhten Knochenabbau
Diagnose
Die Diagnose der Hyperkalzämie erfolgt in erster Linie durch eine Blutuntersuchung, bei der das Gesamtkalzium sowie das ionisierte (freie) Kalzium gemessen werden. Zur weiteren Abklärung der Ursache werden zusätzlich folgende Parameter bestimmt:
- Parathormon (PTH)
- Vitamin D (25-OH-Vitamin D und 1,25-OH-Vitamin D)
- Nierenfunktionswerte (Kreatinin, Harnstoff)
- Tumormarker bei Verdacht auf Malignität
- Kalzium im 24-Stunden-Urin
Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Szintigrafie oder CT können ergänzend eingesetzt werden, um vergrößerte Nebenschilddrüsen oder Tumore zu identifizieren.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Hyperkalzämie.
Leichte Hyperkalzämie
Bei milden, asymptomatischen Verläufen wird häufig zunächst eine abwartende Haltung mit regelmäßigen Kontrollen empfohlen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens 2–3 Liter täglich) ist wichtig, um die Kalziumausscheidung über die Nieren zu fördern.
Mittelschwere bis schwere Hyperkalzämie
- Intravenöse Flüssigkeitsgabe: Kochsalzlösung zur Verdünnung des Kalziums und Förderung der renalen Ausscheidung.
- Bisphosphonate (z. B. Zoledronat, Pamidronat): Hemmen den Knochenabbau und senken dadurch den Kalziumspiegel.
- Calcitonin: Wirkt schnell kalziumsenkend durch Hemmung der Knochenresorption.
- Kortikosteroide: Besonders wirksam bei granulomatösen Erkrankungen oder Vitamin-D-Überdosierung.
- Dialyse: In lebensbedrohlichen Fällen, wenn andere Maßnahmen nicht ansprechen.
Kausale Therapie
Die eigentliche Ursache muss behandelt werden, zum Beispiel durch operative Entfernung eines Nebenschilddrüsenadenoms oder durch Therapie der zugrunde liegenden Tumorerkrankung.
Quellen
- Bilezikian JP. - Hypercalcemia. In: Jameson JL et al. (Hrsg.), Harrison's Principles of Internal Medicine, 21. Auflage, McGraw-Hill, 2022.
- Lamy O, Jenzer-Closuit A, Burckhardt P. - Hypercalcaemia of malignancy: an undiagnosed and undertreated disease. Journal of Internal Medicine, 2001; 250(1): 73–79. PubMed PMID: 11454141.
- Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) - Leitlinie Primärer Hyperparathyreoidismus, 2022. Verfügbar unter: https://www.endokrinologie.net
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