Hypersplenismus – Ursachen, Symptome & Therapie
Hypersplenismus bezeichnet eine übermäßige Aktivität der Milz, die zum verstärkten Abbau von Blutzellen führt und Blutarmut, Blutungsneigung oder Infektanfälligkeit verursachen kann.
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Hypersplenismus bezeichnet eine übermäßige Aktivität der Milz, die zum verstärkten Abbau von Blutzellen führt und Blutarmut, Blutungsneigung oder Infektanfälligkeit verursachen kann.
Was ist Hypersplenismus?
Hypersplenismus ist ein medizinischer Begriff für eine überaktive Milz, die vermehrt Blutzellen abbaut. Die Milz ist ein Organ im linken Oberbauch, das normalerweise alte oder beschädigte Blutzellen filtert und das Immunsystem unterstützt. Beim Hypersplenismus übernimmt die Milz diese Funktion jedoch in einem übermäßigen Ausmaß, sodass auch gesunde Blutzellen vorzeitig aus dem Kreislauf entfernt werden. Dies führt zu einem Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie), weißen Blutkörperchen (Leukopenie) und Blutplättchen (Thrombozytopenie).
Ursachen
Hypersplenismus ist in der Regel keine eigenständige Erkrankung, sondern eine Folge anderer Grunderkrankungen. Zu den häufigsten Ursachen zählen:
- Leberzirrhose mit portaler Hypertension (erhöhter Blutdruck in der Pfortader)
- Chronische Lebererkrankungen wie Hepatitis B und C
- Milzvergrößerung (Splenomegalie) verschiedener Ursachen
- Hämatologische Erkrankungen wie Lymphome, Leukämien oder Morbus Gaucher
- Infektionskrankheiten wie Malaria, Leishmaniose oder Mononukleose
- Autoimmunerkrankungen wie systemischer Lupus erythematodes (SLE)
- Herzinsuffizienz oder Venenthrombosen im Pfortaderbereich
Symptome
Die Beschwerden beim Hypersplenismus entstehen überwiegend durch den Mangel an Blutzellen und eine vergrößerte Milz:
- Müdigkeit und Erschöpfung durch Anämie (Blutarmut)
- Erhöhte Blutungsneigung durch Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen)
- Häufige Infektionen durch Leukopenie (Mangel an weißen Blutkörperchen)
- Druckgefühl oder Schmerzen im linken Oberbauch durch Milzvergrößerung
- Frühzeitiges Sättigungsgefühl, da die vergrößerte Milz auf den Magen drückt
- Blässe, Schwindel und Kurzatmigkeit als Folge der Anämie
Diagnose
Die Diagnose eines Hypersplenismus erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Labordiagnostik und bildgebenden Verfahren:
- Blutbild (Differenzialblutbild): Nachweis von Anämie, Leukopenie und/oder Thrombozytopenie
- Ultraschall des Abdomens: Beurteilung der Milzgröße (Splenomegalie) und möglicher Leberveränderungen
- CT oder MRT: Detaillierte Bildgebung zur Ursachensuche
- Knochenmarksbiopsie: Zum Ausschluss von Erkrankungen des Knochenmarks als Ursache der Zytopenie
- Leberbiopsie oder Leberenzyme: Bei Verdacht auf Lebererkrankungen
Behandlung
Die Behandlung des Hypersplenismus richtet sich primär nach der zugrundeliegenden Ursache:
Behandlung der Grunderkrankung
Im Vordergrund steht stets die Therapie der auslösenden Erkrankung. Bei portaler Hypertension infolge einer Leberzirrhose können beispielsweise Betablocker oder endoskopische Eingriffe den Blutdruck in der Pfortader senken und damit die Milzüberfunktion verringern.
Medikamentöse Therapie
Je nach Ursache können Medikamente wie Kortikosteroide bei Autoimmunerkrankungen oder spezifische Therapien bei Infektionskrankheiten eingesetzt werden.
Operative Entfernung der Milz (Splenektomie)
In schweren Fällen, bei denen die konservative Therapie nicht ausreicht, kann eine Splenektomie (operative Entfernung der Milz) erwogen werden. Nach einer Splenektomie besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für schwere Infektionen, weshalb Schutzimpfungen (z. B. gegen Pneumokokken, Meningokokken und Haemophilus influenzae) vor dem Eingriff empfohlen werden.
Partielle Milzembolisation
Als weniger invasive Alternative zur Splenektomie kann eine teilweise Embolisation der Milzarterien durchgeführt werden, um die Milzfunktion zu reduzieren.
Prognose
Die Prognose beim Hypersplenismus hängt stark von der Grunderkrankung ab. Wird die Ursache erfolgreich behandelt, kann sich die Milzfunktion normalisieren. Bei chronischen Erkrankungen wie Leberzirrhose ist ein dauerhaftes Management erforderlich.
Quellen
- Herold, G. et al. - Innere Medizin. Eigenverlag, Köln, aktuelle Auflage.
- Kasper, D. L. et al. - Harrison's Principles of Internal Medicine. McGraw-Hill Education, 20. Auflage (2018).
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin, aktuelle Auflage.
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