Hypertrichotisch – Ursachen, Symptome & Behandlung
Hypertrichotisch beschreibt einen Zustand mit übermäßigem Haarwuchs am Körper, der über das normale Maß hinausgeht. Betroffen können Männer, Frauen und Kinder sein.
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Hypertrichotisch beschreibt einen Zustand mit übermäßigem Haarwuchs am Körper, der über das normale Maß hinausgeht. Betroffen können Männer, Frauen und Kinder sein.
Was bedeutet hypertrichotisch?
Der Begriff hypertrichotisch ist das Adjektiv zur medizinischen Bezeichnung Hypertrichose. Er beschreibt einen Zustand, bei dem an einem oder mehreren Körperbereichen übermäßig viel Haar wächst – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Körperstelle. Im Gegensatz zur Hirsutismus (dem hormonell bedingten Haarwuchs bei Frauen nach männlichem Muster) kann eine hypertrichotische Veränderung jeden Körperbereich betreffen und ist nicht zwingend hormoneller Natur.
Ursachen
Ein hypertrichotischer Befund kann verschiedene Ursachen haben:
- Angeborene (kongenitale) Formen: Genetische Mutationen können dazu führen, dass Betroffene von Geburt an oder kurz danach übermäßigen Haarwuchs entwickeln.
- Erworbene Formen: Bestimmte Medikamente (z. B. Ciclosporin, Minoxidil, Phenytoin), chronische Entzündungen, Mangelernährung oder paraneoplastische Syndrome (Begleiterscheinungen von Tumoren) können einen hypertrichotischen Zustand auslösen.
- Lokale Hypertrichose: Wiederholte mechanische Reizung, Entzündungen oder Verletzungen der Haut können lokal begrenzten übermäßigen Haarwuchs verursachen.
- Stoffwechselerkrankungen: Schilddrüsenerkrankungen oder andere hormonelle Störungen können ebenfalls hypertrichotische Veränderungen begünstigen.
Symptome und Erscheinungsformen
Hypertrichotische Veränderungen zeigen sich durch:
- Übermäßiges Haarwachstum an untypischen Körperstellen (z. B. Gesicht, Rücken, Schultern)
- Verdickung oder Verlängerung von Körperhaaren
- Generalisierter Haarwuchs am gesamten Körper (Hypertrichosis universalis) oder lokal begrenzter Haarwuchs (Hypertrichosis localisata)
- In seltenen Fällen besteht das sogenannte Werwolf-Syndrom (Hypertrichosis lanuginosa congenita), bei dem der gesamte Körper mit feinem Lanugo-Haar bedeckt ist
Diagnose
Die Diagnose eines hypertrichotischen Zustands erfolgt in erster Linie klinisch durch die Untersuchung von Verteilung, Dichte und Beschaffenheit der Körperbehaarung. Je nach vermuteter Ursache können folgende Untersuchungen durchgeführt werden:
- Blutuntersuchungen zur Bestimmung von Hormonen (z. B. Testosteron, Schilddrüsenhormone)
- Genetische Tests bei Verdacht auf erbliche Formen
- Hautbiopsie bei unklaren lokalen Befunden
- Ausschluss von Tumorerkrankungen bei paraneoplastischen Formen
Behandlung
Die Behandlung eines hypertrichotischen Zustands richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
- Kausale Therapie: Absetzen oder Umstellen auslösender Medikamente, Behandlung der Grunderkrankung
- Kosmetische Maßnahmen: Rasieren, Wachsen, Epilation, Bleichen oder chemische Haarentfernungscremes zur symptomatischen Behandlung
- Laserbehandlung: Dauerhafte Haarentfernung mittels Laser (z. B. Alexandrit- oder Diodenlaser) ist eine effektive Option für dauerhaft hypertrichotische Bereiche
- Medikamentöse Therapie: In einigen Fällen können topische Mittel wie Eflornithin (Vaniqa) das Haarwachstum verlangsamen
Abgrenzung zum Hirsutismus
Es ist wichtig, hypertrichotische Befunde vom Hirsutismus zu unterscheiden. Hirsutismus bezeichnet bei Frauen das Auftreten von Terminalhaar in androgenabhängigen Körperzonen (z. B. Oberlippe, Kinn, Brust) und ist meist hormonell bedingt. Hypertrichotische Veränderungen hingegen sind nicht auf androgenabhängige Zonen beschränkt und können bei jedem Geschlecht auftreten.
Quellen
- Wendelin DS, Pope DN, Mallory SB. Hypertrichosis. Journal of the American Academy of Dermatology, 2003; 48(2):161-179.
- Paus R, Olsen EA, Messenger AG. Hair growth disorders. In: Wolff K et al. (Hrsg.): Fitzpatrick's Dermatology in General Medicine. 8. Auflage. McGraw-Hill, 2012.
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG). Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Haarerkrankungen. AWMF-Leitlinienregister, 2020.
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