Hypochromie – Ursachen, Symptome & Behandlung
Hypochromie bezeichnet eine verminderte Färbung der roten Blutkörperchen, die auf einen niedrigen Hämoglobingehalt hinweist. Sie ist ein wichtiges Zeichen bei der Diagnose von Blutarmut (Anämie).
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Hypochromie bezeichnet eine verminderte Färbung der roten Blutkörperchen, die auf einen niedrigen Hämoglobingehalt hinweist. Sie ist ein wichtiges Zeichen bei der Diagnose von Blutarmut (Anämie).
Was ist Hypochromie?
Hypochromie (auch: Hypochromasie) bezeichnet einen Zustand, bei dem die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) eine blassere Farbe aufweisen als normal. Der Begriff stammt aus dem Griechischen: hypo = unter, weniger; chroma = Farbe. Die blassere Färbung entsteht, weil die Erythrozyten weniger Hämoglobin enthalten als üblich. Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff, der für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich ist.
Im Blutausstrich – einer mikroskopischen Untersuchung des Blutes – zeigen hypochrome Erythrozyten eine deutlich vergrößerte blasse Mitte. Normalerweise macht der helle Bereich in der Mitte eines roten Blutkörperchens etwa ein Drittel des Durchmessers aus; bei Hypochromie ist dieser Bereich deutlich größer.
Ursachen
Hypochromie ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Befund, der auf eine zugrunde liegende Störung hinweist. Die häufigsten Ursachen sind:
- Eisenmangelanämie: Der häufigste Grund. Ohne ausreichend Eisen kann der Körper kein funktionsfähiges Hämoglobin bilden.
- Thalassämie: Eine erbliche Erkrankung, bei der die Hämoglobinproduktion gestört ist.
- Sideroblastische Anämie: Eine Störung der Hämoglobinsynthese, bei der Eisen nicht richtig in Hämoglobin eingebaut werden kann.
- Bleiintoxikation: Blei hemmt mehrere Schritte der Hämoglobinsynthese.
- Chronische Erkrankungen: Langfristige Entzündungen oder chronische Nierenerkrankungen können die Blutbildung beeinträchtigen.
Symptome
Hypochromie selbst verursacht keine direkten Beschwerden, ist jedoch ein Zeichen einer Anämie, die folgende Symptome hervorrufen kann:
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Blasse Haut und Schleimhäute
- Kurzatmigkeit bei Belastung
- Schwindel und Kopfschmerzen
- Herzrasen (Palpitationen)
- Verminderte körperliche Leistungsfähigkeit
Diagnose
Hypochromie wird im Rahmen einer Blutuntersuchung festgestellt. Wichtige diagnostische Verfahren sind:
- Blutbild (Differenzialblutbild): Gibt Aufschluss über Anzahl, Größe und Färbung der Blutzellen. Bei Hypochromie ist der MCH-Wert (mittlerer korpuskulärer Hämoglobingehalt) erniedrigt.
- Blutausstrich: Mikroskopische Beurteilung der Erythrozytenmorphologie.
- Ferritin, Serumeisen, Transferrinsättigung: Zur Abklärung eines Eisenmangels.
- Hämoglobin-Elektrophorese: Zum Nachweis einer Thalassämie oder anderer Hämoglobinopathien.
Häufig tritt Hypochromie zusammen mit Mikrozytose auf – das bedeutet, dass die roten Blutkörperchen nicht nur blasser, sondern auch kleiner als normal sind. Man spricht dann von einer hypochromen mikrozytären Anämie.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
- Eisenmangel: Eisenpräparate (oral oder intravenös), Ernährungsanpassung mit eisenreichen Lebensmitteln wie rotem Fleisch, Hülsenfrüchten und grünem Blattgemüse.
- Thalassämie: Je nach Schweregrad Bluttransfusionen, Chelat-Therapie oder Knochenmarktransplantation.
- Sideroblastische Anämie: Behandlung mit Vitamin B6 (Pyridoxin), in schweren Fällen Transfusionen.
- Chronische Erkrankungen: Behandlung der Grunderkrankung; ggf. Erythropoetin-Therapie.
Quellen
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage. De Gruyter, Berlin 2020.
- Hoffbrand AV, Moss PAH. Grundkurs Hämatologie. 3. Auflage. Wiley-Blackwell, 2016.
- World Health Organization (WHO): Haemoglobin concentrations for the diagnosis of anaemia and assessment of severity. WHO/NMH/NHD/MNM/11.1. Genf, 2011. Verfügbar unter: https://www.who.int/vmnis/indicators/haemoglobin.pdf
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