Hypogammaglobulinämie – Ursachen, Symptome & Therapie
Hypogammaglobulinämie bezeichnet einen Mangel an Gammaglobulinen (Antikörpern) im Blut, der das Immunsystem schwächt und die Infektanfälligkeit erhöht.
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Hypogammaglobulinämie bezeichnet einen Mangel an Gammaglobulinen (Antikörpern) im Blut, der das Immunsystem schwächt und die Infektanfälligkeit erhöht.
Was ist Hypogammaglobulinämie?
Die Hypogammaglobulinämie ist ein medizinischer Begriff, der einen erniedrigten Spiegel von Gammaglobulinen im Blutserum beschreibt. Gammaglobuline sind eine Gruppe von Proteinen, zu denen die Immunglobuline (Antikörper) gehören, insbesondere IgG, IgA und IgM. Diese Antikörper sind entscheidend für die Abwehr von Krankheitserregern wie Bakterien und Viren. Liegt ihre Konzentration im Blut unter dem Normwert, ist das Immunsystem geschwächt, und der Körper kann Infektionen schlechter bekämpfen.
Ursachen
Die Hypogammaglobulinämie kann angeboren (primär) oder erworben (sekundär) sein:
Primäre (angeborene) Ursachen
- Variables Immundefektsyndrom (CVID): Die häufigste Form des primären Antikörpermangels bei Erwachsenen; die genaue Ursache ist oft unklar.
- Transiente Hypogammaglobulinämie des Säuglings: Vorübergehender Antikörpermangel bei Neugeborenen, da mütterliche Antikörper abgebaut werden, bevor das eigene Immunsystem vollständig reift.
- Agammaglobulinämie (Bruton-Krankheit): Sehr seltene, schwere Form mit fast vollständigem Fehlen von B-Lymphozyten und Antikörpern.
- Selektiver IgA-Mangel: Häufigster selektiver Antikörpermangel, bei dem nur IgA fehlt oder stark vermindert ist.
Sekundäre (erworbene) Ursachen
- Maligne Erkrankungen wie Multiples Myelom, chronisch-lymphatische Leukämie (CLL) oder Lymphome
- Immunsuppressive Therapien, z. B. mit Kortikosteroiden, Rituximab oder Chemotherapie
- Chronischer Eiweißverlust, z. B. durch nephrotisches Syndrom oder Proteinverlust-Enteropathie
- HIV-Infektion im fortgeschrittenen Stadium
- Unterernährung oder schwere chronische Erkrankungen
Symptome
Die Beschwerden entstehen vor allem durch die erhöhte Anfälligkeit für Infektionen:
- Häufige und schwer verlaufende bakterielle Infektionen, insbesondere der Atemwege (z. B. Lungenentzündung, Sinusitis, Bronchitis)
- Wiederkehrende Mittelohrentzündungen (Otitis media)
- Infektionen mit bekapselten Bakterien wie Streptococcus pneumoniae oder Haemophilus influenzae
- Allgemeine Erschöpfung und häufige Erkältungen
- In schweren Fällen: Infektionen mit opportunistischen Erregern
- Mögliche autoimmune Begleiterkrankungen (z. B. autoimmune hämolytische Anämie)
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Krankengeschichte und Laboranalysen:
- Serum-Immunglobulinspiegel: Messung der Konzentrationen von IgG, IgA und IgM im Blut; Werte unterhalb der altersabhängigen Normwerte weisen auf eine Hypogammaglobulinämie hin.
- Differenzialblutbild: Beurteilung der Anzahl und Funktion von B- und T-Lymphozyten.
- Impfantikörper-Titer: Überprüfung, ob der Körper nach einer Impfung ausreichend Antikörper bildet.
- Knochenmarkbiopsie: Bei Verdacht auf maligne Grunderkrankung.
- Genetische Diagnostik: Bei Verdacht auf angeborene Immundefekte.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad des Antikörpermangels:
Immunglobulinersatztherapie
Bei klinisch relevantem IgG-Mangel mit rezidivierenden Infektionen ist die regelmäßige Gabe von Immunglobulinen (intravenös als IVIG oder subkutan als SCIG) die wichtigste Behandlungsmaßnahme. Ziel ist es, den IgG-Spiegel im Blut auf einen schützenden Bereich anzuheben und schwere Infektionen zu verhindern.
Behandlung der Grunderkrankung
Bei sekundären Formen steht die Therapie der auslösenden Erkrankung im Vordergrund, z. B. Chemotherapie bei Lymphom oder Anpassung immunsuppressiver Medikamente.
Infektionsprophylaxe und Antibiotikatherapie
Betroffene erhalten bei Infektionen frühzeitig Antibiotika. In bestimmten Fällen wird eine prophylaktische Langzeit-Antibiotikagabe erwogen.
Impfungen
Schutzimpfungen können empfohlen werden, wobei Lebendimpfstoffe bei schweren Immundefekten kontraindiziert sind.
Quellen
- Chapel H et al.: Common variable immunodeficiency disorders: division into distinct clinical phenotypes. Blood, 2008; 112(2):277-286.
- Deutsche Gesellschaft für Immunologie (DGfI): Leitlinien zu primären Immundefekten, 2022. Verfügbar unter: www.dgfi.org
- Bonilla FA et al.: Practice parameter for the diagnosis and management of primary immunodeficiency. Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2015; 136(5):1186-1205.
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