Hautbarrierefunktion: Aufbau, Störungen und Pflege
Die Hautbarrierefunktion schützt den Körper vor Austrocknung, Krankheitserregern und Schadstoffen. Sie ist entscheidend für gesunde, widerstandsfähige Haut.
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Die Hautbarrierefunktion schützt den Körper vor Austrocknung, Krankheitserregern und Schadstoffen. Sie ist entscheidend für gesunde, widerstandsfähige Haut.
Was ist die Hautbarrierefunktion?
Die Hautbarrierefunktion bezeichnet die Fähigkeit der Haut, den Körper nach außen hin abzuschirmen und gleichzeitig das innere Gleichgewicht zu bewahren. Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers und übernimmt als äußerste Schutzschicht lebenswichtige Aufgaben. Die Barrierefunktion verhindert, dass Wasser aus dem Körper verdunstet, und schützt gleichzeitig vor dem Eindringen von Bakterien, Viren, Allergenen, Schadstoffen und UV-Strahlung.
Die Barriere besteht aus mehreren Schichten und Komponenten, die zusammenwirken: der Hornschicht (Stratum corneum), dem Hautfettfilm (Hydrolipidfilm), den Lipiden zwischen den Hautzellen sowie spezialisierten Proteinen wie Filaggrin, das für die strukturelle Integrität der Hornschicht entscheidend ist.
Aufbau der Hautbarriere
Die Hautbarriere lässt sich vereinfacht als ein Mauerwerk beschreiben, bei dem die abgestorbenen Hautzellen (Korneozyten) die Ziegel darstellen und die Lipide den Mörtel bilden, der die Zellen zusammenhält. Dieses sogenannte Ziegel-Mörtel-Modell verdeutlicht, wie eng verzahnt die strukturellen Bestandteile miteinander arbeiten.
- Stratum corneum: Die äußerste Schicht der Epidermis, bestehend aus abgestorbenen, keratinreichen Zellen.
- Interzelluläre Lipide: Eine Mischung aus Ceramiden, Cholesterin und Fettsäuren, die die Hornschicht abdichten.
- Hydrolipidfilm: Ein dünner Film aus Talg und Schweiß auf der Hautoberfläche, der den natürlichen pH-Wert der Haut im leicht sauren Bereich (pH 4,5–5,5) stabilisiert.
- Natürlicher Feuchthaltefaktor (NMF): Wasseranziehende Moleküle in den Hornzellen, die die Feuchtigkeit in der Haut binden.
Funktionen der Hautbarriere
Die Hautbarriere übernimmt mehrere entscheidende Schutzfunktionen:
- Schutz vor transepidermalem Wasserverlust (TEWL): Die Barriere verhindert, dass zu viel Wasser aus dem Körperinneren verdunstet, und hält die Haut hydratisiert.
- Abwehr von Krankheitserregern: Der saure pH-Wert und der Hydrolipidfilm hemmen das Wachstum schädlicher Bakterien und Pilze.
- Schutz vor Allergenen und Schadstoffen: Die intakte Lipidschicht verhindert das Eindringen von Fremdstoffen, die Allergien oder Reizreaktionen auslösen können.
- Immunologische Funktion: Die Haut enthält spezialisierte Immunzellen (z. B. Langerhans-Zellen), die Eindringlinge erkennen und eine Immunantwort einleiten.
- Schutz vor mechanischen Einwirkungen: Die Haut schützt das darunterliegende Gewebe vor Druck, Reibung und Verletzungen.
Ursachen einer gestörten Hautbarriere
Eine gestörte Hautbarrierefunktion kann durch viele innere und äußere Einflüsse entstehen:
- Genetische Faktoren, z. B. Mutationen im Filaggrin-Gen (häufig bei atopischer Dermatitis)
- Übermäßiges Waschen oder Duschen mit aggressiven Reinigungsmitteln
- Trockene Umgebungsluft, Kälte oder starke UV-Strahlung
- Chronische Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis oder Rosazea
- Alter (die Hautbarriere wird mit zunehmendem Alter dünner und weniger effektiv)
- Ernährungsmängel, z. B. Mangel an essentiellen Fettsäuren, Zink oder Vitamin A
- Stress und hormonelle Veränderungen
Symptome einer geschwächten Hautbarriere
Wenn die Hautbarriere nicht mehr richtig funktioniert, können folgende Symptome auftreten:
- Trockene, raue oder schuppige Haut
- Rötungen und Entzündungen
- Juckreiz und Brennen
- Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Kosmetika und Umwelteinflüssen
- Häufige Hautinfektionen
- Ekzeme und allergische Reaktionen
Diagnose
Die Funktion der Hautbarriere kann durch verschiedene Methoden beurteilt werden:
- Messung des transepidermalen Wasserverlustes (TEWL): Mit speziellen Messgeräten wird erfasst, wie viel Wasser die Haut verliert. Ein erhöhter TEWL weist auf eine gestörte Barriere hin.
- Corneometrie: Messung des Feuchtigkeitsgehalts der Hornschicht.
- pH-Messung der Haut: Abweichungen vom normalen pH-Wert können auf eine Barrierestörung hindeuten.
- Dermatologische Untersuchung: Visuelle Beurteilung durch einen Hautarzt, ggf. ergänzt durch eine Biopsie.
Behandlung und Pflege
Die Wiederherstellung und Stärkung der Hautbarriere ist das zentrale Ziel moderner Dermatologie und Hautpflege:
Topische Pflegemaßnahmen
- Verwendung von Emollientien (rückfettende Pflegeprodukte), die Ceramide, Fettsäuren und Glycerin enthalten
- Sanfte, pH-neutrale oder leicht saure Reinigungsprodukte verwenden
- Regelmäßiges Auftragen von Feuchtigkeitscremes, besonders nach dem Duschen
- Verzicht auf zu heißes Wasser beim Waschen
Medizinische Behandlung
- Bei entzündlichen Erkrankungen wie Neurodermitis: Kortikosteroide, Calcineurininhibitoren oder moderne Biologika (z. B. Dupilumab)
- Antihistaminika bei starkem Juckreiz
- Lichttherapie (Phototherapie) bei chronischen Hauterkrankungen
Ernährung und Supplementierung
- Ausreichende Zufuhr von essentiellen Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6) für die Lipidproduktion der Haut
- Zink unterstützt die Wundheilung und die Hautregeneration
- Vitamin A, C und E sind wichtig für Zellaufbau und antioxidativen Schutz
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr zur Unterstützung der Hautfeuchtigkeit
Quellen
- Elias PM. - Skin barrier function. - Dermatologic Therapy, 2009;22 Suppl 1:S1-5. PMID: 19580575.
- Proksch E, Brandner JM, Jensen JM. - The skin: an indispensable barrier. - Experimental Dermatology, 2008;17(12):1063-1072.
- Bundesministerium für Gesundheit (BMG). - Informationen zu Hauterkrankungen und Hautpflege. - www.bundesgesundheitsministerium.de
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