Pankreasdruckmessung – Verfahren und Bedeutung
Die Pankreasdruckmessung ist ein diagnostisches Verfahren zur Messung des Drucks im Pankreasgang. Sie hilft bei der Abklärung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse.
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Die Pankreasdruckmessung ist ein diagnostisches Verfahren zur Messung des Drucks im Pankreasgang. Sie hilft bei der Abklärung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse.
Was ist die Pankreasdruckmessung?
Die Pankreasdruckmessung, auch als Pankreasmanometrie bezeichnet, ist ein spezialisiertes diagnostisches Verfahren, bei dem der Druck innerhalb des Pankreasganges (Ductus pancreaticus) gemessen wird. Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert Verdauungsenzyme, die über diesen Gang in den Dünndarm geleitet werden. Ein erhöhter Druck in diesem System kann auf verschiedene Erkrankungen hinweisen und zu erheblichen Beschwerden führen.
Wann wird die Pankreasdruckmessung eingesetzt?
Die Pankreasdruckmessung wird vor allem dann eingesetzt, wenn der Verdacht auf eine Abflussbehinderung oder einen erhöhten Druck im Pankreasgang besteht. Typische Indikationen umfassen:
- Chronische Pankreatitis: Entzündung der Bauchspeicheldrüse mit wiederkehrenden Schmerzen und fortschreitenden Gewebeveränderungen.
- Pankreasgangstriktur: Verengungen des Pankreasganges, die den Abfluss des Pankreassekrets behindern.
- Sphinkter-Oddi-Dysfunktion: Eine Funktionsstörung des Schließmuskels zwischen Gallengang, Pankreasgang und Dünndarm.
- Ungeklärte Oberbauchschmerzen: Wenn andere diagnostische Verfahren keine eindeutige Ursache ergeben haben.
- Pankreas divisum: Eine anatomische Variante der Bauchspeicheldrüse, bei der die beiden Gangsysteme nicht vollständig vereint sind.
Wie wird die Pankreasdruckmessung durchgeführt?
Die Messung erfolgt in der Regel im Rahmen einer endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie (ERCP). Dabei wird ein dünner, flexibler Schlauch (Endoskop) durch den Mund in den Magen und weiter in den Dünndarm geführt. Über die Papilla Vateri, die Mündung des Pankreasganges in den Dünndarm, wird ein spezieller Messkatheter in den Pankreasgang eingeführt.
Messvorgang
Ein Druckmessungskatheter mit einem oder mehreren Messsensoren wird in den Pankreasgang vorgeschoben. Über diesen Katheter werden kontinuierlich oder intermittierend Druckwerte aufgezeichnet. Normwerte für den Pankreasgangdruck liegen in der Regel unter 15 mmHg. Erhöhte Druckwerte können auf eine Abflussbehinderung oder funktionelle Störung hindeuten.
Vorbereitung und Durchführung
- Der Patient muss nüchtern erscheinen (in der Regel 6 bis 8 Stunden ohne Nahrung und Flüssigkeit).
- Die Untersuchung wird üblicherweise unter Sedierung oder leichter Narkose durchgeführt, um den Komfort des Patienten zu gewährleisten.
- Bestimmte Medikamente, insbesondere solche, die den Sphinktertonus beeinflussen (z. B. Opioide, Anticholinergika), sollten vor der Untersuchung abgesetzt werden.
- Die Dauer der eigentlichen Druckmessung beträgt in der Regel einige Minuten pro Messposition.
Ergebnisse und klinische Bedeutung
Die Auswertung der gemessenen Druckwerte erlaubt Rückschlüsse auf die Funktion und den Zustand des Pankreasganges und des Sphinkter Oddi. Ein erhöhter Basaldruck im Pankreasgang oder am Sphinkter Oddi ist ein wichtiger Befund, der therapeutische Konsequenzen haben kann, etwa eine endoskopische Erweiterung des Ganges (Sphinkterotomie) oder eine Stenteinlage.
Risiken und Komplikationen
Die Pankreasdruckmessung ist ein invasives Verfahren und birgt wie jede ERCP bestimmte Risiken:
- Post-ERCP-Pankreatitis: Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse nach dem Eingriff ist die häufigste Komplikation. Das Risiko liegt je nach Patientengruppe zwischen 1 und 10 %.
- Blutungen: Insbesondere wenn gleichzeitig eine Sphinkterotomie durchgeführt wird.
- Infektionen: Cholangitis oder Pankreasganginfektionen sind möglich.
- Perforation: Seltene, aber schwerwiegende Verletzung der Darmwand.
Aufgrund dieser Risiken wird die Untersuchung nur dann durchgeführt, wenn eine klare klinische Fragestellung besteht und der Nutzen die Risiken überwiegt.
Alternativen und ergänzende Verfahren
In vielen Fällen werden vor einer Pankreasdruckmessung weniger invasive Verfahren eingesetzt, um den Pankreas zu beurteilen:
- Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP): Eine nicht invasive Bildgebung der Gallenwege und des Pankreasganges mittels MRT.
- Endosonographie (EUS): Ultraschalluntersuchung vom Magen oder Darm aus, die detaillierte Bilder der Bauchspeicheldrüse liefert.
- Sekretinstimulationstest: Beurteilung der exokrinen Pankreasfunktion durch Messung der Sekretproduktion nach Hormonstimulation.
Quellen
- Kamisawa T. et al. - Chronic pancreatitis. Lancet 2017; 390(10099): 1959-1972. DOI: 10.1016/S0140-6736(17)31528-2
- Cotton P. B. et al. - Endoscopic sphincterotomy complications and their management: an attempt at consensus. Gastrointestinal Endoscopy 1991; 37(3): 383-393.
- Testoni P. A. et al. - ERCP-related duodenal perforations: management and outcomes. Digestive and Liver Disease 2008; 40(7): 523-529.
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