Helicobacter-pylori-Eradikation: Therapie & Ablauf
Die Helicobacter-pylori-Eradikation bezeichnet die gezielte Behandlung zur vollständigen Beseitigung des Magenkeims Helicobacter pylori mittels Antibiotika und Magenschutzmitteln.
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Die Helicobacter-pylori-Eradikation bezeichnet die gezielte Behandlung zur vollständigen Beseitigung des Magenkeims Helicobacter pylori mittels Antibiotika und Magenschutzmitteln.
Was ist die Helicobacter-pylori-Eradikation?
Die Helicobacter-pylori-Eradikation ist eine medikamentöse Therapie mit dem Ziel, den Magenkeim Helicobacter pylori vollständig aus dem Magen-Darm-Trakt zu entfernen. Helicobacter pylori ist ein gramnegatiges Bakterium, das die Magenschleimhaut besiedelt und verschiedene Erkrankungen des Magens und des Zwölffingerdarms verursachen kann. Da dieses Bakterium weltweit sehr weit verbreitet ist, zählt die Eradikationstherapie zu den häufig durchgeführten Behandlungen in der Gastroenterologie.
Ursachen und Indikationen
Eine Eradikationstherapie wird empfohlen, wenn eine Infektion mit Helicobacter pylori nachgewiesen wurde und bestimmte Erkrankungen vorliegen oder ein erhöhtes Risiko für Komplikationen besteht. Typische Indikationen sind:
- Magengeschwür (Ulcus ventriculi) oder Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni)
- Chronische Magenschleimhautentzündung (chronische Gastritis Typ B)
- MALT-Lymphom des Magens (ein bestimmter Magentumortyp)
- Zustand nach Magenfrühkarzinom-Behandlung
- Langzeiteinnahme von NSAR (nicht-steroidalen Antirheumatika) oder Acetylsalicylsäure bei positivem H.-pylori-Nachweis
- Funktionelle Dyspepsie (Reizmagen) mit nachgewiesener Infektion
Wirkmechanismus und Therapieregime
Die Eradikationstherapie kombiniert in der Regel mehrere Wirkstoffe, um das Bakterium auf unterschiedlichen Wegen zu bekämpfen und Resistenzen zu überwinden. Der Grundbaustein ist ein Protonenpumpenhemmer (PPI), der die Magensäureproduktion hemmt und so das Wirkungsmilieu der Antibiotika verbessert.
Klassische Tripeltherapie (Standard)
Die am häufigsten eingesetzte Erstlinientherapie ist die sogenannte französische Tripeltherapie, bestehend aus:
- Einem Protonenpumpenhemmer (z. B. Omeprazol, Pantoprazol)
- Clarithromycin (Antibiotikum)
- Amoxicillin (Antibiotikum) oder alternativ Metronidazol
Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 7 bis 14 Tage. Eine verlängerte Therapiedauer von 14 Tagen wird heute häufig bevorzugt, da sie höhere Eradikationsraten erzielt.
Bismut-basierte Quadrupeltherapie
Bei Clarithromycin-Resistenz oder bei Therapieversagen der Tripeltherapie wird eine Quadrupeltherapie eingesetzt, bestehend aus:
- Protonenpumpenhemmer
- Bismutsubsalicylat oder Bismutsubcitrat
- Tetracyclin
- Metronidazol
Sequenzielle und Konkomitante Therapie
Als Alternativen stehen die sequenzielle Therapie (aufeinanderfolgende Gabe verschiedener Antibiotika) und die konkomitante Therapie (gleichzeitige Gabe von vier Wirkstoffen ohne Bismut) zur Verfügung, die besonders bei hoher lokaler Resistenzrate eingesetzt werden.
Diagnose und Therapiekontrolle
Vor der Behandlung wird die Infektion durch verschiedene Verfahren nachgewiesen:
- Atemtest (13C-Harnstoff-Atemtest): nicht-invasiver Goldstandard zur Diagnose und Erfolgskontrolle
- Stuhlantigentest: Nachweis von H.-pylori-Antigenen im Stuhl
- Magenspiegelung (Gastroskopie) mit Biopsie und anschließender Kultur oder Schnellurease-Test
- Serologie: Nachweis von Antikörpern im Blut (weniger geeignet zur Erfolgskontrolle)
Nach Abschluss der Therapie sollte der Behandlungserfolg frühestens 4 Wochen nach Ende der Antibiotikatherapie überprüft werden, bevorzugt mittels Atemtest oder Stuhlantigentest.
Nebenwirkungen der Therapie
Die Eradikationstherapie ist in der Regel gut verträglich, kann jedoch Nebenwirkungen verursachen:
- Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
- Metallischer Geschmack im Mund (insbesondere durch Metronidazol)
- Störung des Darmmikrobioms
- Allergische Reaktionen auf Antibiotika (insbesondere auf Amoxicillin)
- In seltenen Fällen: Clostridioides-difficile-assoziierte Diarrhoe
Therapieerfolg und Resistenzen
Die Eradikationsrate liegt bei optimaler Therapiedurchführung zwischen 80 und 95 Prozent. Zunehmende Antibiotikaresistenzen, insbesondere gegenüber Clarithromycin und Metronidazol, stellen eine wachsende Herausforderung dar. Daher empfehlen aktuelle Leitlinien, die lokale Resistenzlage bei der Wahl des Therapieschemas zu berücksichtigen. Bei Therapieversagen sollte vor einer Zweitlinientherapie nach Möglichkeit eine Resistenztestung durchgeführt werden.
Quellen
- Malfertheiner P. et al. - Management of Helicobacter pylori infection: the Maastricht VI/Florence consensus report. Gut, 2022. DOI: 10.1136/gutjnl-2022-327745
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) - S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit, 2022. Verfügbar unter: www.dgvs.de
- World Health Organization (WHO) - Helicobacter pylori. Fact Sheet, 2023. Verfügbar unter: www.who.int
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