Pipamperon – Wirkung, Anwendung & Nebenwirkungen
Pipamperon ist ein antipsychotisches Medikament aus der Gruppe der Butyrophenone, das vor allem zur Behandlung von Unruhe, Schlafstörungen und Verhaltensstörungen eingesetzt wird.
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Pipamperon ist ein antipsychotisches Medikament aus der Gruppe der Butyrophenone, das vor allem zur Behandlung von Unruhe, Schlafstörungen und Verhaltensstörungen eingesetzt wird.
Was ist Pipamperon?
Pipamperon ist ein schwach potentes Antipsychotikum aus der chemischen Klasse der Butyrophenone. Es wird vor allem in der Geriatrie, der Psychiatrie und der Schlafmedizin eingesetzt. Im Vergleich zu anderen Antipsychotika wirkt Pipamperon weniger stark auf das Bewegungssystem, weshalb es gut verträglich ist und insbesondere bei älteren Patientinnen und Patienten häufig verwendet wird.
Anwendungsgebiete
Pipamperon wird hauptsächlich bei folgenden Erkrankungen und Zuständen eingesetzt:
- Schlafstörungen: Einschlaf- und Durchschlafstörungen, insbesondere bei älteren Menschen
- Unruhezustände und Erregung: z. B. bei Demenzerkrankungen oder anderen psychiatrischen Störungen
- Verhaltensstörungen: bei Kindern mit geistiger Behinderung oder tiefgreifenden Entwicklungsstörungen
- Psychomotorische Unruhe: im Rahmen verschiedener psychiatrischer Erkrankungen
Wirkmechanismus
Pipamperon entfaltet seine Wirkung hauptsächlich durch die Blockade von Dopaminrezeptoren (insbesondere D4-Rezeptoren) sowie durch die Hemmung von Serotoninrezeptoren (5-HT2A-Rezeptoren) im Gehirn. Diese Wirkung führt zu einer Dämpfung von Erregung, Angst und Unruhe. Zusätzlich besitzt Pipamperon eine schwache antihistaminerge Wirkkomponente, die zur sedierenden Wirkung beiträgt.
Im Vergleich zu hochpotenten Antipsychotika wie Haloperidol ist die dopaminblockierende Wirkung von Pipamperon deutlich geringer ausgeprägt, was das Risiko für extrapyramidale Nebenwirkungen (Bewegungsstörungen) reduziert.
Dosierung
Die Dosierung von Pipamperon hängt von der Indikation, dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Patientin bzw. des Patienten ab. Typische Tagesdosen liegen zwischen 40 mg und 360 mg, verteilt auf mehrere Einzelgaben. Bei älteren Patientinnen und Patienten wird in der Regel mit einer niedrigen Dosis begonnen und diese bei Bedarf schrittweise erhöht. Die genaue Dosierung muss stets individuell von einer Ärztin oder einem Arzt festgelegt werden.
Nebenwirkungen
Wie alle Medikamente kann auch Pipamperon Nebenwirkungen verursachen. Häufige und bekannte Nebenwirkungen umfassen:
- Sedierung und Müdigkeit: insbesondere zu Beginn der Behandlung
- Orthostatische Hypotonie: Blutdruckabfall beim Aufstehen, besonders bei älteren Personen
- Extrapyramidale Symptome: Bewegungsstörungen wie Zittern oder Steifigkeit (seltener als bei hochpotenten Antipsychotika)
- Gewichtszunahme: bei längerer Anwendung möglich
- Herzrhythmusstörungen: in seltenen Fällen Verlängerung des QT-Intervalls im EKG
- Mundtrockenheit und Verstopfung: durch anticholinerge Effekte
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen
Pipamperon sollte nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, bei schwerer Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems durch Alkohol oder andere dämpfende Substanzen sowie bei bestimmten Herzerkrankungen mit verlängertem QT-Intervall.
Wichtige Wechselwirkungen bestehen mit:
- Anderen zentralnervös dämpfenden Substanzen (Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Alkohol)
- Medikamenten, die das QT-Intervall verlängern
- Antihypertensiva (blutdrucksenkende Mittel), da Pipamperon deren Wirkung verstärken kann
Besondere Hinweise
Bei älteren Patientinnen und Patienten mit Demenz ist bei der Anwendung von Antipsychotika besondere Vorsicht geboten, da diese Personengruppe ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle und andere schwerwiegende Ereignisse aufweist. Pipamperon sollte in dieser Gruppe nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden. Schwangere und stillende Frauen sollten das Medikament nur nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt einnehmen.
Quellen
- Fachinformation Pipamperon (aktuelle Version) – Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
- Stahl, S. M. – Stahl's Essential Psychopharmacology: Neuroscientific Basis and Practical Applications. Cambridge University Press, 4. Auflage (2013)
- World Health Organization (WHO) – Model Formulary for Adults. WHO Press, Genf (2022)
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