Hexarelin: Wirkung, Anwendung und Forschung
Hexarelin ist ein synthetisches Wachstumshormon-Sekretagogum, das die Ausschüttung von Wachstumshormon stimuliert und in der medizinischen Forschung eingesetzt wird.
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Hexarelin ist ein synthetisches Wachstumshormon-Sekretagogum, das die Ausschüttung von Wachstumshormon stimuliert und in der medizinischen Forschung eingesetzt wird.
Was ist Hexarelin?
Hexarelin (auch bekannt als Examorelin) ist ein synthetisches Peptid aus sechs Aminosäuren, das zur Klasse der Wachstumshormon-Sekretagoga (GHS) gehört. Es wurde ursprünglich in den 1990er-Jahren entwickelt und bindet selektiv an den Ghrelin-Rezeptor (GHSR-1a), wodurch es die Ausschüttung von Wachstumshormon (GH) aus der Hypophyse stimuliert. Hexarelin ist eines der potentesten bekannten Peptide seiner Klasse und wird intensiv in der biomedizinischen Forschung untersucht.
Wirkmechanismus
Hexarelin entfaltet seine Wirkung hauptsächlich über zwei Mechanismen:
- Bindung an den GHSR-1a-Rezeptor: Durch die Aktivierung des Ghrelin-Rezeptors in der Hypophyse und im Hypothalamus stimuliert Hexarelin die Freisetzung von Wachstumshormon (GH) auf direktem Wege.
- Hemmung von Somatostatin: Hexarelin unterdrückt teilweise die Wirkung von Somatostatin, einem Hemmhormon der Wachstumshormonausschüttung, und verstärkt so den GH-Anstieg im Blut.
Darüber hinaus wurden am Herzgewebe spezifische Bindungsstellen für Hexarelin gefunden, die unabhängig vom Wachstumshormon wirken. Diese sogenannten CD36-Rezeptoren vermitteln kardioprotektive Effekte, was Hexarelin zu einem Forschungsobjekt in der Kardiologie macht.
Medizinische Anwendungsgebiete und Forschungskontext
Hexarelin befindet sich überwiegend im präklinischen und klinischen Forschungsstadium. Mögliche Anwendungsgebiete umfassen:
- Wachstumshormonmangel: Hexarelin wurde in klinischen Studien zur Diagnose und Behandlung von GH-Mangel bei Kindern und Erwachsenen untersucht.
- Herzinsuffizienz und Kardioprotektion: Präklinische Studien deuten darauf hin, dass Hexarelin kardioprotektive Eigenschaften besitzt und die Herzfunktion bei Herzinsuffizienz verbessern könnte.
- Kachexie und Muskelschwund: Aufgrund seiner anabolen Eigenschaften wird Hexarelin als möglicher Therapieansatz bei Muskelschwund, etwa bei Krebskachexie oder im Alter, erforscht.
- Altersbedingter GH-Abfall: Mit zunehmendem Alter nimmt die Wachstumshormonproduktion ab. Hexarelin wird als mögliches Mittel zur Gegensteuerung dieses Prozesses untersucht.
Dosierung und Verabreichung
In klinischen Studien wurde Hexarelin überwiegend intravenös, subkutan oder intranasal verabreicht. Typische Dosierungen in Studien lagen im Bereich von 1–2 µg/kg Körpergewicht. Es ist wichtig zu betonen, dass Hexarelin kein zugelassenes Arzneimittel für den klinischen Einsatz beim Menschen ist und ausschließlich zu Forschungszwecken verwendet werden darf. Eine Selbstanwendung ohne ärztliche Aufsicht ist nicht empfohlen.
Nebenwirkungen und Sicherheitsprofil
In klinischen Studien wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet:
- Erhöhte Cortisolspiegel und Prolaktinspiegel nach Verabreichung
- Wassereinlagerungen (Ödeme)
- Müdigkeit und Schläfrigkeit
- Kribbeln oder Taubheitsgefühle in den Extremitäten
- Bei längerer Anwendung: mögliche Desensitivierung der Wachstumshormon-Rezeptoren (Tachyphylaxie)
Langzeitdaten zur Sicherheit beim Menschen sind begrenzt, da Hexarelin bisher keine Marktzulassung erhalten hat.
Abgrenzung zu anderen Wachstumshormon-Sekretagoga
Im Vergleich zu anderen GHS wie GHRP-2, GHRP-6 oder Ipamorelin gilt Hexarelin als besonders potent in der GH-Ausschüttung. Im Gegensatz zu GHRP-6 stimuliert Hexarelin den Appetit weniger stark. Ipamorelin zeigt ein selektiveres Wirkprofil mit weniger Nebenwirkungen auf Cortisol und Prolaktin, während Hexarelin kardioprotektive Effekte besitzt, die bei anderen GHS weniger ausgeprägt sind.
Rechtlicher Status
Hexarelin ist in den meisten Ländern nicht als Arzneimittel zugelassen und steht auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Die Verwendung im Leistungssport ist daher verboten. In einigen Ländern ist es als Forschungschemikalie erhältlich, darf aber nicht für den Einsatz am Menschen vermarktet werden.
Quellen
- Ghigo E. et al. - Growth hormone-releasing peptides: clinical and basic aspects. In: Endocrine Reviews, 18(6), 1997, S. 835–838.
- Muccioli G. et al. - Hexarelin, a growth hormone-releasing peptide, binds to a specific receptor in rat heart. In: Endocrinology, 139(12), 1998, S. 4924–4930.
- World Anti-Doping Agency (WADA) - Prohibited List 2024. Verfügbar unter: https://www.wada-ama.org
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