Sekret – Definition, Arten und klinische Bedeutung
Ein Sekret ist eine von Drüsen oder Zellen des Körpers produzierte und abgegebene Flüssigkeit mit spezifischen biologischen Funktionen.
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Ein Sekret ist eine von Drüsen oder Zellen des Körpers produzierte und abgegebene Flüssigkeit mit spezifischen biologischen Funktionen.
Was ist ein Sekret?
Als Sekret bezeichnet man in der Medizin eine Flüssigkeit, die von Drüsen oder spezialisierten Zellen des Körpers gebildet und gezielt abgegeben wird. Sekrete erfüllen wichtige biologische Aufgaben, etwa bei der Verdauung, dem Schutz von Schleimhäuten, der Fortpflanzung oder der Immunabwehr. Der Begriff leitet sich vom lateinischen secretum (das Abgesonderte) ab und ist eng verwandt mit dem Begriff Sekretion, der den Vorgang der Bildung und Abgabe beschreibt.
Sekrete unterscheiden sich grundlegend von Exkreten (Ausscheidungsprodukten wie Harn oder Schweiß), da sie aktiv für bestimmte Körperfunktionen produziert werden und keine reinen Abfallstoffe darstellen.
Arten von Sekreten
Der menschliche Körper produziert eine Vielzahl unterschiedlicher Sekrete, die je nach Entstehungsort und Funktion eingeteilt werden:
- Exokrine Sekrete: Diese werden von exokrinen Drüsen nach außen oder in Körperhöhlen abgegeben. Beispiele sind Speichel, Magensäure, Galle, Bauchspeicheldrüsensekret, Tränenflüssigkeit und Schleim.
- Endokrine Sekrete (Hormone): Diese werden von endokrinen Drüsen direkt in die Blutbahn abgegeben und regulieren zahlreiche Körperfunktionen. Beispiele sind Insulin, Cortisol und Schilddrüsenhormone.
- Parakrines und autokrines Sekret: Einige Zellen geben Botenstoffe ab, die auf benachbarte Zellen oder die sezernierende Zelle selbst wirken.
Zusammensetzung und Eigenschaften
Die Zusammensetzung eines Sekrets hängt stark von seiner Funktion ab. Häufige Bestandteile sind:
- Wasser und Elektrolyte (z. B. Natrium, Kalium, Chlorid)
- Proteine und Enzyme (z. B. Amylase im Speichel, Pepsin im Magensekret)
- Schleimstoffe (Muzine), die Schleimhäute schützen
- Immunglobuline (z. B. sekretorisches IgA in Speichel und Muttermilch)
- Hormone und Botenstoffe
- Lipide (z. B. in der Galle)
Wichtige Sekrete im Überblick
Speichel
Der Speichel wird von den Speicheldrüsen produziert und dient der Befeuchtung der Mundschleimhaut, der Vorverdauung von Kohlenhydraten durch das Enzym Amylase sowie dem Schutz der Zahnsubstanz. Ein Erwachsener produziert täglich etwa 0,5 bis 1,5 Liter Speichel.
Magensekret
Das Magensekret enthält Salzsäure, das Enzym Pepsin sowie den sogenannten intrinsic factor, der für die Aufnahme von Vitamin B12 notwendig ist. Es dient der Zersetzung von Nahrung und der Abwehr von Krankheitserregern.
Schleimhautsekret (Mukus)
Mukus ist ein visköses Sekret, das Schleimhäute im Atemtrakt, im Magen-Darm-Trakt und in anderen Organen befeuchtet und schützt. Er bildet eine physikalische Barriere gegen Bakterien, Viren und Fremdkörper.
Galle
Die Galle wird in der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert. Sie enthält Gallensalze, die für die Fettverdauung im Dünndarm unerlässlich sind.
Pankreassekret
Das Bauchspeicheldrüsensekret enthält eine Vielzahl von Verdauungsenzymen (z. B. Lipase, Proteasen, Amylase) sowie Bicarbonat, das den sauren Mageninhalt im Dünndarm neutralisiert.
Klinische Bedeutung
Veränderungen in der Menge oder Zusammensetzung von Sekreten können auf Erkrankungen hinweisen oder selbst Krankheitszeichen sein:
- Vermehrte Schleimproduktion: Tritt häufig bei Atemwegsinfektionen, Asthma oder der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) auf.
- Verminderte Speichelproduktion (Xerostomie): Kann durch Medikamente, Bestrahlung oder Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom entstehen.
- Pathologische Sekrete: Eitriges Sekret (Pus) weist auf eine bakterielle Infektion hin; blutiges Sekret kann auf Verletzungen oder Tumore hindeuten.
- Hormonelle Dysregulation: Eine Über- oder Unterproduktion endokriner Sekrete (Hormone) führt zu Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Schilddrüsenerkrankungen.
Diagnose und Untersuchung von Sekreten
Sekrete können im Labor analysiert werden, um Rückschlüsse auf Erkrankungen zu ziehen. Gängige Untersuchungen sind:
- Sputumanalyse bei Atemwegserkrankungen
- Stuhluntersuchung auf Verdauungsenzyme oder okkultes Blut
- Hormonmessungen im Blut oder Urin
- Mikrobiologische Kulturen zur Erregeridentifikation
Quellen
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage. De Gruyter, Berlin 2020.
- Schmidt, R.F., Lang, F., Heckmann, M. (Hrsg.): Physiologie des Menschen. 31. Auflage. Springer Medizin, Heidelberg 2010.
- World Health Organization (WHO): Human Physiology and Disease Reference Materials. WHO Press, Genf 2021.
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