Hepatische Aufnahme – Funktion und Bedeutung
Die hepatische Aufnahme beschreibt die Aufnahme von Substanzen aus dem Blut in die Leberzellen. Sie ist entscheidend für Stoffwechsel, Entgiftung und Medikamentenverarbeitung.
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Die hepatische Aufnahme beschreibt die Aufnahme von Substanzen aus dem Blut in die Leberzellen. Sie ist entscheidend für Stoffwechsel, Entgiftung und Medikamentenverarbeitung.
Was ist die hepatische Aufnahme?
Die hepatische Aufnahme bezeichnet den Prozess, bei dem Substanzen aus dem Blutkreislauf in die Zellen der Leber (Hepatozyten) transportiert werden. Dieser Vorgang ist ein zentraler Schritt im Stoffwechsel des menschlichen Körpers und betrifft Nährstoffe, körpereigene Verbindungen wie Gallensäuren und Bilirubin sowie eine Vielzahl von Medikamenten und Fremdstoffen (Xenobiotika).
Die Leber fungiert als wichtigstes Stoffwechselorgan und nimmt durch ihre besondere Lage im Pfortaderkreislauf (portales System) nahezu alle über den Magen-Darm-Trakt aufgenommenen Substanzen zuerst auf, bevor diese in den großen Blutkreislauf gelangen.
Mechanismen der hepatischen Aufnahme
Die Aufnahme von Substanzen in die Leberzellen erfolgt über verschiedene Mechanismen:
- Passive Diffusion: Lipophile (fettlösliche) Substanzen können die Zellmembran der Hepatozyten ohne Transportproteine durchqueren.
- Aktiver Transport: Hydrophile (wasserlösliche) und geladene Moleküle benötigen spezifische Transportproteine, um in die Zelle zu gelangen. Wichtige Transporter sind zum Beispiel die OATP-Transporter (Organic Anion Transporting Polypeptides) sowie OCT- (Organic Cation Transporter) und NTCP-Transporter (Sodium Taurocholate Cotransporting Polypeptide).
- Endozytose: Größere Moleküle oder Komplexe können durch Einstülpung der Zellmembran aufgenommen werden.
Bedeutung für den Stoffwechsel
Die hepatische Aufnahme spielt eine Schlüsselrolle in zahlreichen metabolischen Prozessen:
- Glukose- und Lipidstoffwechsel: Nach einer Mahlzeit nimmt die Leber überschüssige Glukose und Fettsäuren aus dem Pfortaderblut auf und speichert oder verarbeitet diese.
- Gallensäurekreislauf: Gallensäuren werden im Darm rückresorbiert und über den enterohepatischen Kreislauf erneut in die Leber aufgenommen, um wiederverwertet zu werden.
- Bilirubinverarbeitung: Indirektes (unkonjugiertes) Bilirubin wird aus dem Blut in die Hepatozyten aufgenommen, dort konjugiert und anschließend über die Galle ausgeschieden.
Hepatische Aufnahme von Medikamenten
Für die Pharmakologie ist die hepatische Aufnahme von besonderer Bedeutung. Viele Medikamente werden nach der oralen Einnahme über den Darm resorbiert und gelangen dann über die Pfortader zur Leber. Dort werden sie durch Transportproteine aufgenommen und metabolisiert, bevor sie in den systemischen Kreislauf übergehen. Dieser Prozess wird als First-Pass-Effekt bezeichnet.
Der First-Pass-Effekt kann die Bioverfügbarkeit eines Medikaments erheblich reduzieren, da ein großer Teil des Wirkstoffs bereits bei der ersten Leberpassage abgebaut wird. Dies ist ein wichtiger Faktor bei der Dosierung und Formulierung von Arzneimitteln.
Transporterproteine und Arzneimittelwechselwirkungen
Bestimmte Medikamente können die Transporterproteine der Leber hemmen oder aktivieren und dadurch die hepatische Aufnahme anderer Substanzen beeinflussen. Solche Arzneimittelwechselwirkungen können die Wirksamkeit oder Sicherheit von Medikamenten verändern und sind ein wichtiges Thema in der klinischen Pharmakologie.
Klinische Relevanz
Störungen der hepatischen Aufnahme können bei verschiedenen Erkrankungen auftreten oder entstehen:
- Lebererkrankungen: Bei Leberzirrhose, Hepatitis oder Fettleber kann die Funktion der Transporterproteine beeinträchtigt sein, was zu einer veränderten Substanzaufnahme führt.
- Genetische Varianten: Mutationen in Genen, die für Transporterproteine kodieren, können die hepatische Aufnahme einzelner Substanzen verringern oder erhöhen und so zu Stoffwechselstörungen oder veränderter Medikamentenwirkung führen.
- Cholestase: Eine Gallestauung kann den enterohepatischen Kreislauf und damit die Wiederaufnahme von Gallensäuren in die Leber stören.
Quellen
- Klaassen, C.D. & Aleksunes, L.M. (2010): Xenobiotic, Bile Acid, and Cholesterol Transporters: Function and Regulation. Pharmacological Reviews, 62(1), 1-96.
- Lehninger, A.L., Nelson, D.L. & Cox, M.M. (2017): Lehninger Biochemie. 5. Auflage. Springer Spektrum, Berlin.
- Keppler, D. (2011): Multidrug resistance proteins (MRPs, ABCCs): Importance for pathophysiology and drug therapy. Handbook of Experimental Pharmacology, 201, 299-323.
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