Hypoparathyreoidismus – Ursachen, Symptome & Therapie
Hypoparathyreoidismus ist eine seltene Erkrankung, bei der die Nebenschilddrüsen zu wenig Parathormon produzieren. Dies führt zu einem Kalziummangel im Blut und kann Muskelkrämpfe sowie Kribbeln verursachen.
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Hypoparathyreoidismus ist eine seltene Erkrankung, bei der die Nebenschilddrüsen zu wenig Parathormon produzieren. Dies führt zu einem Kalziummangel im Blut und kann Muskelkrämpfe sowie Kribbeln verursachen.
Was ist Hypoparathyreoidismus?
Hypoparathyreoidismus ist eine seltene hormonelle Erkrankung, bei der die Nebenschilddrüsen (kleine Drüsen hinter der Schilddrüse) nicht ausreichend Parathormon (PTH) produzieren. Parathormon ist entscheidend für die Regulierung des Kalzium- und Phosphatspiegels im Blut. Ein Mangel an PTH führt zu einem erniedrigten Kalziumspiegel (Hypokalzämie) und einem erhöhten Phosphatspiegel (Hyperphosphatämie) im Blut.
Ursachen
Es gibt verschiedene Ursachen für Hypoparathyreoidismus:
- Postoperativ: Die häufigste Ursache ist eine versehentliche Entfernung oder Schädigung der Nebenschilddrüsen während einer Schilddrüsenoperation oder Halsoperation.
- Autoimmun: Das Immunsystem greift irrtümlich das Gewebe der Nebenschilddrüsen an (autoimmune Hypoparathyreoidismus).
- Genetisch: Angeborene Fehlbildungen oder genetische Syndrome wie das DiGeorge-Syndrom können die Entwicklung der Nebenschilddrüsen beeinträchtigen.
- Idiopathisch: In einigen Fällen ist keine eindeutige Ursache feststellbar.
- Magnesiummangel: Ein schwerer Magnesiummangel kann die PTH-Sekretion hemmen.
- Bestrahlung: Strahlentherapie im Halsbereich kann die Nebenschilddrüsen schädigen.
Symptome
Die Symptome des Hypoparathyreoidismus entstehen hauptsächlich durch den niedrigen Kalziumspiegel im Blut:
- Muskelkrämpfe und -zuckungen (Tetanie)
- Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Brennen in Händen, Füßen und um den Mund herum (Parästhesien)
- Muskelsteifheit und -schmerzen
- Krampfanfälle (Epilepsie)
- Erschöpfung und Müdigkeit
- Herzrhythmusstörungen
- Stimmungsschwankungen, Angst, Depression
- Trockene Haut, brüchige Nägel und Haare
- Kataraktbildung (Linsentrübung) bei lang anhaltendem Kalziummangel
Diagnose
Die Diagnose des Hypoparathyreoidismus erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und Laboruntersuchungen:
- Blutuntersuchung: Nachweis eines erniedrigten Kalziumspiegels, erhöhten Phosphatspiegels und erniedrigten PTH-Wertes im Blut.
- Urinuntersuchung: Beurteilung der Kalziumausscheidung über die Nieren.
- EKG: Erkennung von Herzrhythmusstörungen.
- Bildgebung: Computertomographie (CT) zum Nachweis von Verkalkungen im Gehirn (Basalganglienverkalkungen).
- Klinische Tests: Chvostek-Zeichen (Beklopfen des Nervus facialis) und Trousseau-Zeichen (Blutdruckmanschette) als Hinweise auf eine erhöhte neuromuskuläre Erregbarkeit.
Behandlung
Die Behandlung des Hypoparathyreoidismus zielt darauf ab, den Kalziumspiegel im normalen Bereich zu halten und Symptome zu lindern:
Konventionelle Therapie
- Kalziumpräparate: Orale Einnahme von Kalziumkarbonat oder Kalziumzitrat, meist mehrmals täglich.
- Aktives Vitamin D (Calcitriol oder Alfacalcidol): Fördert die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm und ist bei Hypoparathyreoidismus unverzichtbar, da PTH normalerweise die Aktivierung von Vitamin D in der Niere steuert.
- Magnesiumsupplementierung: Bei gleichzeitigem Magnesiummangel.
Hormonersatztherapie
- Rekombinantes humanes PTH (Palopegteriparatid, Natpara): Eine injizierbare PTH-Ersatztherapie, die bei Erwachsenen mit chronischem Hypoparathyreoidismus zugelassen ist und eine physiologischere Kalziumregulation ermöglicht.
Notfallbehandlung
- Bei schwerer Hypokalzämie oder Tetanie: Intravenöse Gabe von Kalziumglukonat im Krankenhaus.
Ernährung und Lebensstil
- Kalziumreiche Ernährung (Milchprodukte, Brokkoli, Mandeln, angereicherte Lebensmittel).
- Regelmässige Blutkontrollen zur Überwachung des Kalzium- und Phosphatspiegels.
- Vermeidung von phosphatreichen Lebensmitteln (z. B. Cola, verarbeitete Lebensmittel) bei erhöhtem Phosphatspiegel.
Langzeitkomplikationen
Bei unzureichend behandeltem Hypoparathyreoidismus können Langzeitkomplikationen auftreten:
- Nierenverkalkungen (Nephrokalzinose) und Nierensteine
- Kataraktentwicklung
- Verkalkungen im Gehirn (Basalganglienverkalkungen)
- Einschränkungen der Lebensqualität durch chronische Symptome
Quellen
- Bilezikian JP et al. - Hypoparathyroidism in the adult: epidemiology, diagnosis, pathophysiology, target-organ involvement, treatment, and challenges for future research. Journal of Bone and Mineral Research, 2011.
- Shoback D - Clinical practice: Hypoparathyroidism. New England Journal of Medicine, 2008.
- European Society of Endocrinology (ESE) - Clinical Guideline for the Management of Hypoparathyroidism, 2015. Verfügbar unter: https://www.eje-online.org
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