Hypersalivation – Ursachen, Symptome & Behandlung
Hypersalivation bezeichnet eine übermäßige Speichelproduktion oder verminderte Speichelschluckreflexe. Sie kann durch Erkrankungen, Medikamente oder neurologische Störungen ausgelöst werden.
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Hypersalivation bezeichnet eine übermäßige Speichelproduktion oder verminderte Speichelschluckreflexe. Sie kann durch Erkrankungen, Medikamente oder neurologische Störungen ausgelöst werden.
Was ist Hypersalivation?
Hypersalivation bezeichnet eine übermäßige Produktion von Speichel oder eine verminderte Fähigkeit, den Speichel zu schlucken. Dies führt dazu, dass sich Speichel im Mundraum ansammelt und gegebenenfalls aus dem Mund austritt – ein Phänomen, das medizinisch auch als Sialorrhoe bezeichnet wird. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen echter Hypersalivation, bei der die Speicheldrüsen tatsächlich mehr Speichel produzieren, und einer funktionellen Hypersalivation, bei der die Schluckfunktion eingeschränkt ist und der normal produzierte Speichel nicht ausreichend abgeschluckt werden kann.
Ursachen
Die Ursachen der Hypersalivation sind vielfältig und lassen sich in mehrere Kategorien unterteilen:
Neurologische Erkrankungen
- Morbus Parkinson: Durch Schluckstörungen und verringerten Schluckreflexes kommt es häufig zu Speichelfluss.
- Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Fortschreitende Lähmungen der Schluckmuskulatur.
- Schlaganfall: Beeinträchtigung der Schluck- und Mundmotorik.
- Zerebralparese: Muskuläre Koordinationsstörungen im Mund- und Rachenbereich.
Medikamente und Substanzen
- Clozapin (Antipsychotikum) ist eine der häufigsten medikamentösen Ursachen.
- Cholinesterasehemmer (z. B. bei Demenzbehandlung)
- Ketamin, Pilocarpin und bestimmte Insektizide
Lokale und systemische Ursachen
- Zahnfleischentzündungen, Zahndurchbruch (insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern)
- Infektionen im Mundbereich (z. B. Stomatitis, Mandelentzündung)
- Sodbrennen und gastroösophagealer Reflux
- Schwangerschaft (häufig im ersten Trimenon, als Ptyalismus gravidarum bezeichnet)
- Vergiftungen (z. B. durch Quecksilber, Organophosphate)
Symptome
Das Leitsymptom der Hypersalivation ist ein übermäßiges Ansammeln von Speichel im Mund sowie unkontrolliertes Herauslaufen des Speichels (Drooling). Weitere Beschwerden können sein:
- Sprechprobleme und undeutliche Aussprache
- Schluckbeschwerden
- Gereizte oder wunde Haut im Bereich von Mund und Kinn
- Soziale Beeinträchtigungen und psychosoziale Belastung
- Schlafstörungen durch Speichelansammlung im Liegen
- Aspirationsgefahr (Einatmen von Speichel in die Lunge)
Diagnose
Die Diagnose der Hypersalivation erfolgt in erster Linie klinisch, das heißt durch eine gründliche Anamnese (Krankengeschichte) und körperliche Untersuchung. Dabei wird erfragt, seit wann die Beschwerden bestehen, welche Medikamente eingenommen werden und ob Grunderkrankungen bekannt sind. Ergänzend können folgende Untersuchungen sinnvoll sein:
- Messung des Speichelflusses: Quantitative Erfassung der Speichelmenge (z. B. durch Saugmethoden)
- Schluckuntersuchungen: Videofluoroskopie oder Fiberendoskopische Evaluation des Schluckens (FEES)
- Laboruntersuchungen: Zum Ausschluss systemischer Ursachen
- Neurologische Untersuchung: Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende neurologische Erkrankung
Behandlung
Die Behandlung der Hypersalivation richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden:
Konservative und verhaltenstherapeutische Maßnahmen
- Schlucktraining durch Logopädie
- Positionierung (z. B. aufrechte Körperhaltung)
- Anpassung von Medikamenten, die Hypersalivation verursachen
Medikamentöse Behandlung
- Anticholinerge Medikamente (z. B. Scopolamin, Atropin, Glycopyrrolat): Hemmen die Speicheldrüsenfunktion durch Blockade des Parasympathikus.
- Botulinum-Toxin-Injektionen in die Speicheldrüsen: Sehr wirksame Methode bei neurologisch bedingter Hypersalivation; Wirkung hält mehrere Monate an.
Chirurgische Behandlung
- Ductus-Umleitungsoperationen (Verlagerung der Ausführungsgänge der Speicheldrüsen)
- Exzision (operative Entfernung) von Speicheldrüsen in schweren Fällen
- Durchtrennung von Nerven (Neurektomie) zur Reduktion der Speichelproduktion
Quellen
- Meningaud J.P. et al. - Drooling of saliva: A review of the etiology and management options. Oral Surgery, Oral Medicine, Oral Pathology and Oral Radiology (2006).
- Hakel M. et al. - Management of Sialorrhea in Adults: A Systematic Review. Journal of Speech, Language, and Hearing Research (2021).
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) - Leitlinien zu Morbus Parkinson und Schluckstörungen, www.dgn.org.
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