Pallidum (Globus pallidus) - Funktion und Bedeutung
Das Pallidum (Globus pallidus) ist ein wichtiger Kernbereich im Gehirn, der die Bewegungssteuerung reguliert und Teil der Basalganglien ist.
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Das Pallidum (Globus pallidus) ist ein wichtiger Kernbereich im Gehirn, der die Bewegungssteuerung reguliert und Teil der Basalganglien ist.
Was ist das Pallidum?
Das Pallidum, auch als Globus pallidus (lateinisch für "blasse Kugel") bezeichnet, ist eine paarig angelegte Kernstruktur im Gehirn. Es gehört zu den Basalganglien, einer Gruppe von Hirnkernen, die tief im Endhirn (Telenzephalon) liegen. Das Pallidum spielt eine zentrale Rolle bei der Steuerung und Feinabstimmung von Bewegungen sowie bei kognitiven und emotionalen Prozessen.
Anatomie und Lage
Das Pallidum liegt im Dienzephalon und Telenzephalon und ist medial vom Putamen gelegen. Es ist Teil des sogenannten Linsenkerns (Nucleus lentiformis), der zusammen mit dem Putamen das Striatum und das Pallidum umfasst. Das Pallidum gliedert sich in zwei Hauptteile:
- Globus pallidus internus (GPi): Der innere Anteil, der als wichtiger Ausgangsbereich der Basalganglien gilt und Informationen an den Thalamus weiterleitet.
- Globus pallidus externus (GPe): Der äußere Anteil, der eine modulierende Funktion innerhalb der Basalganglienschleifen übernimmt.
Funktion
Das Pallidum ist ein zentrales Element in den neuronalen Regelkreisen der Basalganglien. Es ist an folgenden Prozessen beteiligt:
- Bewegungsinitiierung und -koordination: Das Pallidum wirkt hemmend auf motorische Aktivitäten und ermöglicht so präzise, zielgerichtete Bewegungen.
- Direkte und indirekte Bahnen: Im sogenannten direkten Weg hemmt das Putamen den GPi, wodurch motorische Programme aktiviert werden. Im indirekten Weg führt eine Aktivierung des GPe zu einer Hemmung des Subthalamuskerns, was wiederum den GPi beeinflusst.
- Kognitive und limbische Funktionen: Neben der Motorik ist das Pallidum auch in emotionale Verarbeitungsprozesse und Lernvorgänge eingebunden.
Klinische Bedeutung
Störungen im Bereich des Pallidums oder der damit verbundenen Basalganglienkreisläufe können zu verschiedenen neurologischen Erkrankungen führen:
Morbus Parkinson
Bei der Parkinson-Erkrankung kommt es durch den Verlust dopaminerger Neuronen in der Substantia nigra zu einer Überaktivität des GPi. Dies führt zu den typischen Symptomen wie Tremor, Rigor und Akinese (Bewegungsarmut).
Dystonie
Fehlregulationen im Pallidum können zu Dystonien führen, also unwillkürlichen, anhaltenden Muskelkontraktionen, die zu abnormen Körperhaltungen oder Bewegungen führen.
Huntington-Erkrankung
Bei der Huntington-Erkrankung sind die Neuronenpopulationen im Striatum (einschließlich der Verbindungen zum Pallidum) stark betroffen, was zu unkontrollierten Bewegungen (Chorea) und kognitiven Beeinträchtigungen führt.
Hemiballismus
Hemiballismus ist eine seltene Bewegungsstörung, die durch Schäden am Subthalamuskern entsteht und eng mit der Pallidumfunktion zusammenhängt. Sie äußert sich in heftigen, schleudernden Bewegungen einer Körperhälfte.
Therapeutische Interventionen am Pallidum
Aufgrund seiner zentralen Rolle bei Bewegungsstörungen ist das Pallidum ein wichtiges Ziel für neurochirurgische und neuromodulatorische Eingriffe:
- Tiefe Hirnstimulation (THS): Bei der tiefen Hirnstimulation wird eine Elektrode in den GPi implantiert, die durch elektrische Impulse übermäßige Aktivität dämpft. Diese Methode wird erfolgreich bei Parkinson und schwerer Dystonie eingesetzt.
- Pallidotomie: Bei dieser neurochirurgischen Methode wird ein Teil des Pallidums gezielt verödet, um motorische Symptome zu lindern. Sie wird heute seltener angewendet, da die tiefe Hirnstimulation bevorzugt wird.
Zusammenfassung
Das Pallidum ist eine essentielle Hirnstruktur innerhalb der Basalganglien, die maßgeblich an der Kontrolle von Bewegungen und an kognitiv-emotionalen Prozessen beteiligt ist. Funktionsstörungen in diesem Bereich sind mit bedeutenden neurologischen Erkrankungen assoziiert und bilden gleichzeitig wichtige Angriffspunkte für moderne Therapieverfahren wie die tiefe Hirnstimulation.
Quellen
- Kandel ER, Koester JD, Mack SH, Siegelbaum SA (Hrsg.) - Principles of Neural Science, 6. Auflage. McGraw-Hill Education, 2021.
- DeLong MR, Wichmann T. - Circuits and circuit disorders of the basal ganglia. Archives of Neurology. 2007;64(1):20-24. PubMed PMID: 17210805.
- Deutsches Institut fuer Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) - Anatomische und klinische Grundlagen der Basalganglien, 2020.
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