Pankreolauryltest – Pankreasfunktion pruefen
Der Pankreolauryltest ist ein nicht-invasiver Urin- und Bluttest zur Beurteilung der exokrinen Bauchspeicheldruesenfunktion. Er hilft, eine Pankreasinsuffizienz fruehzeitig zu erkennen.
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Der Pankreolauryltest ist ein nicht-invasiver Urin- und Bluttest zur Beurteilung der exokrinen Bauchspeicheldruesenfunktion. Er hilft, eine Pankreasinsuffizienz fruehzeitig zu erkennen.
Was ist der Pankreolauryltest?
Der Pankreolauryltest (auch Pankreas-Lauryl-Test genannt) ist ein indirekter Funktionstest, der die exokrine Funktion der Bauchspeicheldruese (Pankreas) beurteilt. Die exokrine Funktion umfasst die Produktion von Verdauungsenzymen, die fuer die Aufspaltung von Nahrungsfetten, -proteinen und -kohlenhydraten im Duenndarm unverzichtbar sind. Bei einer Schadigung des Pankreas kann diese Funktion eingeschraenkt sein, was zu einer exokrinen Pankreasinsuffizienz fuehrt.
Wie funktioniert der Test?
Der Pankreolauryltest basiert auf der Spaltung einer speziellen Testsubstanz durch das Pankreasenzym Cholesterylesterase (Arylesterase). Dem Patienten wird am ersten Testtag eine Kapsel mit Fluorescein-Dilaurat verabreicht, einem Ester, der im Duenndarm ausschliesslich durch die Cholesterylesterase des Pankreas gespalten wird. Dabei wird Fluorescein freigesetzt, das anschliessend in der Leber konjugiert und ueber den Urin ausgeschieden wird.
Am zweiten Testtag (Referenztag) nimmt der Patient freies Fluorescein ein, das ohne enzymatische Spaltung direkt resorbiert und ausgeschieden wird. Dies dient als Referenzwert fuer die individuelle Resorptions- und Ausscheidungskapazitaet des Patienten.
Aus dem Verhaeltnis der Fluorescein-Ausscheidung beider Tage wird ein Pankreolauryl-Quotient berechnet, der die Pankreasenzymaktivitaet widerspiegelt.
Wann wird der Pankreolauryltest eingesetzt?
- Verdacht auf chronische Pankreatitis (chronische Entzuendung der Bauchspeicheldruese)
- Abklaerung von anhaltendem Durchfall, Fettstuhl (Steatorrhoe) und Gewichtsverlust
- Verlaufskontrolle bei bekannter exokriner Pankreasinsuffizienz
- Ueberwachung nach Pankreasoperationen oder bei Pankreaserkrankungen wie Mukoviszidose (zystische Fibrose)
- Differenzialdiagnose bei Ernaehrungsmaengeln und Malabsorptionssyndromen
Vorbereitung und Ablauf
Der Test erstreckt sich ueber zwei aufeinanderfolgende Tage. An beiden Tagen sollte der Patient nuechtern erscheinen. Nach Einnahme der Testsubstanz wird Urin ueber einen definierten Zeitraum (meist 10 Stunden) gesammelt und die Fluorescein-Konzentration gemessen. Bestimmte Medikamente, Nahrungsmittel oder Erkrankungen (z. B. Niereninsuffizienz, Lebererkrankungen) koennen das Testergebnis beeinflussen und muessen vor der Durchfuehrung beruecksichtigt werden.
Interpretation der Ergebnisse
Ein niedriger Pankreolauryl-Quotient (unter dem definierten Grenzwert) weist auf eine verminderte Aktivitaet der Cholesterylesterase und damit auf eine eingeschraenkte exokrine Pankreasfunktion hin. Ein normaler Quotient spricht gegen eine schwerwiegende exokrine Pankreasinsuffizienz. Es ist zu beachten, dass der Test vor allem schwere Funktionsstoerungen sicher erkennt, leichte bis mittelschwere Einschraenkungen koennen jedoch moeglicherweise nicht zuverlaessig erfasst werden.
Vorteile und Grenzen des Tests
- Nicht-invasiv: Keine Endoskopie oder Punktion erforderlich
- Ambulant durchfuehrbar: Kein stationaerer Aufenthalt noetig
- Einfache Handhabung: Nur Einnahme einer Kapsel und Urinsammlung
- Eingeschraenkte Sensitivitaet: Leichte Pankreasinsuffizienzen koennen uebersehen werden
- Stoergroessen: Nieren-, Leber- und Darmerkrankungen sowie bestimmte Medikamente koennen die Aussagekraft beeinflussen
Alternativen und ergaenzende Diagnostik
Neben dem Pankreolauryltest stehen weitere diagnostische Verfahren zur Beurteilung der Pankreasfunktion zur Verfuegung, darunter die Bestimmung der Pankreaselastase-1 im Stuhl (ein einfacherer und haeufig bevorzugter Test), die Sekretin-Cholezystokinin-Stimulation (Goldstandard, aber invasiv) sowie bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT des Bauches.
Quellen
- Dominguez-Munoz JE. Pancreatic exocrine insufficiency: diagnosis and treatment. Journal of Gastroenterology and Hepatology, 2011; 26 Suppl 2:12-16.
- Lankisch PG, Mahlke R, Lubbers H. Das Pankreas. In: Caspary WF, Kist M, Stein J (Hrsg.): Infektiologie der Leber und des Gastrointestinaltraktes. Stuttgart: Thieme, 2006.
- Loser C, Mollgaard A, Folsch UR. Faecal elastase 1: a novel, highly sensitive, and specific tubeless pancreatic function test. Gut, 1996; 39(4):580-586.
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