Pappenheim-Färbung – Blutausstrich & Diagnostik
Die Pappenheim-Färbung ist eine histologische Kombinationsfärbung zur mikroskopischen Darstellung von Blutzellen. Sie ermöglicht die Unterscheidung verschiedener Zelltypen im Blutausstrich.
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Die Pappenheim-Färbung ist eine histologische Kombinationsfärbung zur mikroskopischen Darstellung von Blutzellen. Sie ermöglicht die Unterscheidung verschiedener Zelltypen im Blutausstrich.
Was ist die Pappenheim-Färbung?
Die Pappenheim-Färbung ist eine in der Hämatologie weit verbreitete Kombinationsfärbung, die zur mikroskopischen Untersuchung von Blutausstrichen und Knochenmarkpräparaten eingesetzt wird. Sie kombiniert zwei Einzelfärbungen – den May-Grünwald-Farbstoff und den Giemsa-Farbstoff – und wird daher auch als May-Grünwald-Giemsa-Färbung (MGG) bezeichnet. Das Verfahren ermöglicht eine detaillierte Differenzierung der verschiedenen Blutzelltypen und ist ein Standardverfahren in der klinischen Diagnostik.
Prinzip und Wirkmechanismus
Die Pappenheim-Färbung basiert auf dem Prinzip der Romanowsky-Färbung, bei der eine Kombination aus basischen und sauren Farbstoffen verwendet wird. Die einzelnen Farbstoffe reagieren unterschiedlich mit den Zellbestandteilen:
- May-Grünwald-Farbstoff: Enthält Eosin (sauer) und Methylenblau (basisch) in Methanol-Lösung. Er fixiert den Ausstrich gleichzeitig und färbt erste Zellstrukturen an.
- Giemsa-Farbstoff: Eine Mischung aus Azure-Farbstoffen, Eosin und Glycerin. Er verstärkt die Differenzierung der Zellkerne und des Zytoplasmas und verleiht der Färbung ihre charakteristische Tiefe.
Durch die Kombination beider Farbstoffe erscheinen:
- Zellkerne in blau-violett
- das Zytoplasma von Lymphozyten in hellblau
- Granula von neutrophilen Granulozyten in rosa-violett
- Granula von eosinophilen Granulozyten in leuchtend orange-rot
- Granula von basophilen Granulozyten in dunkelblau bis schwarz
- Erythrozyten in rosa
Durchführung
Die Färbung wird in der Regel nach folgendem Protokoll durchgeführt:
- Herstellung eines dünnen, luftgetrockneten Blutausstrichs auf einem Objektträger.
- Fixierung und Vorfärbung mit May-Grünwald-Lösung für einige Minuten.
- Spülung mit gepuffertem destilliertem Wasser oder Phosphatpuffer.
- Gegenfärbung mit verdünnter Giemsa-Lösung für 15–30 Minuten.
- Erneute Spülung, Trocknung und mikroskopische Auswertung.
Anwendungsgebiete
Die Pappenheim-Färbung wird in zahlreichen Bereichen der medizinischen Diagnostik eingesetzt:
- Differenzialblutbild: Mikroskopische Differenzierung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) in ihre Untergruppen (Neutrophile, Eosinophile, Basophile, Lymphozyten, Monozyten).
- Hämatologische Erkrankungen: Nachweis und Charakterisierung pathologischer Zellen bei Erkrankungen wie Leukämie, Lymphomen, Anämien und myelodysplastischen Syndromen.
- Knochenmarkuntersuchung: Beurteilung von Knochenmarkausstrichen und -biopsien zur Diagnostik von Erkrankungen des blutbildenden Systems.
- Infektionskrankheiten: Darstellung von Parasiten im Blut, z. B. bei Malaria (Nachweis von Plasmodien in Erythrozyten).
- Erythrozytenveränderungen: Beurteilung von Form und Größe der roten Blutkörperchen, z. B. bei Sichelzellanämie oder Thalassämie.
Klinische Bedeutung
Die Pappenheim-Färbung gilt als Goldstandard für die mikroskopische Blutzelldifferenzierung. Sie liefert dem Untersucher ein klares, farbenreiches Bild der Blutzellen und erlaubt die Erkennung selbst subtiler morphologischer Veränderungen. Trotz zunehmender Automatisierung in der Hämatologie bleibt die manuelle Auswertung von Pappenheim-gefärbten Ausstrichen unverzichtbar, insbesondere bei auffälligen Befunden automatisierter Analysegeräte oder bei der Diagnose seltener Bluterkrankungen.
Vorteile und Grenzen
Zu den Vorteilen der Pappenheim-Färbung gehören:
- Exzellente Differenzierbarkeit aller Blutzelltypen
- Einfache Durchführung mit standardisierten Reagenzien
- Hohe Reproduzierbarkeit und internationale Verbreitung
- Keine aufwändige Geräteausstattung notwendig
Als Grenzen sind zu nennen:
- Abhängigkeit von der Qualität des Ausstrichs und der Fixierung
- Zeitaufwand im Vergleich zu automatisierten Verfahren
- Erfordert erfahrene Untersucher für eine zuverlässige Auswertung
Quellen
- Löffler H, Rastetter J, Haferlach T. Atlas der klinischen Hämatologie. 6. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2004.
- Bain BJ. Blood Cells: A Practical Guide. 5th edition. Wiley-Blackwell, Oxford, 2015.
- World Health Organization (WHO). WHO Classification of Tumours of Haematopoietic and Lymphoid Tissues. 4th edition. IARC Press, Lyon, 2017.
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