PCO-Syndrom (PCOS): Ursachen, Symptome & Behandlung
Das PCO-Syndrom (PCOS) ist eine häufige hormonelle Erkrankung bei Frauen, die Zyklusstörungen, erhöhte Androgenwerte und zystische Veränderungen der Eierstöcke verursacht.
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Das PCO-Syndrom (PCOS) ist eine häufige hormonelle Erkrankung bei Frauen, die Zyklusstörungen, erhöhte Androgenwerte und zystische Veränderungen der Eierstöcke verursacht.
Was ist das PCO-Syndrom?
Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom, kurz PCOS) ist eine der häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Weltweit ist schätzungsweise jede zehnte Frau betroffen. Das Syndrom ist durch eine Kombination aus hormonellen Ungleichgewichten, Stoffwechselveränderungen und charakteristischen Veränderungen der Eierstöcke (Ovarien) gekennzeichnet. Der Name leitet sich von den zahlreichen kleinen Zysten ab, die sich an den Eierstöcken bilden können, obwohl diese Zysten keine klassischen Zysten im eigentlichen Sinne sind, sondern unreife Follikel.
Ursachen
Die genauen Ursachen des PCO-Syndroms sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass ein Zusammenspiel aus genetischen, hormonellen und Umweltfaktoren eine Rolle spielt.
- Insulinresistenz: Viele Frauen mit PCOS entwickeln eine Insulinresistenz, bei der die Körperzellen nicht mehr ausreichend auf Insulin ansprechen. Dies führt zu erhöhten Insulinspiegeln, die wiederum die Produktion männlicher Geschlechtshormone (Androgene) in den Eierstöcken anregen.
- Erhöhte Androgenspiegel: Ein Überschuss an Androgenen (z. B. Testosteron) stört den normalen Reifungsprozess der Eizellen und kann die typischen Symptome wie Akne und Haarausfall verursachen.
- Genetische Veranlagung: PCOS tritt häufiger bei Frauen auf, deren Mütter oder Schwestern ebenfalls betroffen sind, was auf eine erbliche Komponente hinweist.
- Entzündliche Prozesse: Chronisch-leichte Entzündungen im Körper können die Androgenproduktion in den Eierstöcken stimulieren.
Symptome
Das PCO-Syndrom äußert sich durch ein breites Spektrum an Symptomen, die von Frau zu Frau unterschiedlich stark ausgeprägt sein können:
- Zyklusstörungen: Unregelmäßige, ausbleibende oder sehr seltene Menstruationsblutungen (Oligomenorrhoe oder Amenorrhoe)
- Hyperandrogenismus: Zeichen eines Androgenüberschusses wie vermehrte Körper- und Gesichtsbehaarung (Hirsutismus), Akne und androgenetischer Haarausfall
- Polyzystische Ovarien: Nachweis von mindestens 12 kleinen Follikeln (Zysten) in einem oder beiden Eierstöcken im Ultraschall
- Gewichtszunahme: Viele Betroffene leiden unter Übergewicht, besonders im Bauchbereich
- Unerfüllter Kinderwunsch: PCOS ist eine der häufigsten Ursachen für weibliche Unfruchtbarkeit
- Stimmungsschwankungen: Angstzustände und depressive Verstimmungen kommen bei PCOS gehäuft vor
Diagnose
Die Diagnose des PCO-Syndroms erfolgt anhand der sogenannten Rotterdam-Kriterien. Mindestens zwei der folgenden drei Kriterien müssen erfüllt sein:
- Unregelmäßiger oder ausbleibender Eisprung (Oligo- oder Anovulation)
- Klinische oder laborchemische Zeichen eines Androgenüberschusses
- Polyzystische Ovarien im Ultraschall
Zusätzlich werden Blutuntersuchungen durchgeführt, um Hormonspiegel (LH, FSH, Testosteron, DHEAS, Prolaktin, Schilddrüsenhormone) sowie Blutzucker- und Insulinwerte zu bestimmen. Andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome verursachen können, müssen ausgeschlossen werden.
Behandlung
Eine Heilung des PCO-Syndroms ist derzeit nicht möglich, jedoch lassen sich die Symptome gut behandeln. Die Therapie richtet sich nach den individuellen Beschwerden und dem Kinderwunsch der Patientin.
Lebensstiländerungen
Eine gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Bewegung und Gewichtsreduktion (bei Übergewicht) sind die wichtigsten Maßnahmen. Bereits eine Gewichtsreduktion von 5–10 % des Körpergewichts kann die Hormonsituation deutlich verbessern und die Menstruationsregelmäßigkeit wiederherstellen.
Medikamentöse Therapie
- Hormonelle Verhütungsmittel: Die Antibabypille (orale Kontrazeptiva) reguliert den Zyklus und senkt die Androgenspiegel. Sie ist bei Frauen ohne Kinderwunsch eine häufig eingesetzte Therapieoption.
- Metformin: Dieses Medikament, das ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt wurde, verbessert die Insulinempfindlichkeit und kann den Zyklus regulieren sowie das Gewichtsmanagement unterstützen.
- Antiandrogene: Wirkstoffe wie Spironolacton oder Cyproteronacetat hemmen die Wirkung der männlichen Hormone und helfen gegen Hirsutismus und Akne.
- Fertilitätstherapie: Bei Kinderwunsch können Ovulationsinduktoren wie Clomifen oder Letrozol eingesetzt werden, um den Eisprung anzuregen. In bestimmten Fällen kommt auch eine assistierte Reproduktion (IVF) in Betracht.
Langzeitrisiken
Frauen mit PCO-Syndrom haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und in seltenen Fällen auch Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometriumkarzinom). Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind daher besonders wichtig.
Quellen
- Rotterdam ESHRE/ASRM-Sponsored PCOS Consensus Workshop Group: Revised 2003 consensus on diagnostic criteria and long-term health risks related to polycystic ovary syndrome. Fertility and Sterility, 81(1):19–25, 2004.
- Teede HJ et al.: Recommendations from the international evidence-based guideline for the assessment and management of polycystic ovary syndrome. Human Reproduction, 33(9):1602–1618, 2018.
- World Health Organization (WHO): Polycystic ovary syndrome. Fact Sheet, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/polycystic-ovary-syndrome
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