Perilunär – Verletzung, Symptome & Behandlung
Perilunär beschreibt Verletzungen rund um das Mondbein (Os lunatum) im Handgelenk. Diese oft schweren Verletzungen entstehen meist durch Stürze und erfordern rasche Diagnostik.
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Perilunär beschreibt Verletzungen rund um das Mondbein (Os lunatum) im Handgelenk. Diese oft schweren Verletzungen entstehen meist durch Stürze und erfordern rasche Diagnostik.
Was bedeutet perilunär?
Der Begriff perilunär stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie um das Mondbein herum. Das Mondbein (Os lunatum) ist einer der acht kleinen Handwurzelknochen und spielt eine zentrale Rolle bei der Stabilität und Beweglichkeit des Handgelenks. Perilunäre Verletzungen betreffen die Strukturen rund um diesen Knochen – also Bänder, benachbarte Knochen oder beides.
Ursachen
Perilunäre Verletzungen entstehen in der Regel durch hochenergetische Traumata, wie zum Beispiel:
- Sturz auf die ausgestreckte Hand (typisches Sturzmuster)
- Verkehrsunfälle
- Sportunfälle (z. B. beim Reiten, Motorradfahren oder Klettern)
- Arbeitsunfälle mit starker Krafteinwirkung auf das Handgelenk
Die Kraft wird dabei meist in einer Kombination aus Dorsalflexion (Überstreckung nach hinten), Ulnardeviation (Abweichung zur Kleinfingenseite) und axialer Kompression übertragen.
Arten perilunärer Verletzungen
Perilunäre Luxation
Bei der perilunären Luxation werden die umgebenden Handwurzelknochen aus ihrer normalen Position gegenüber dem Mondbein verlagert, während das Mondbein selbst noch in seiner anatomischen Lage gegenüber dem Unterarmknochen (Radius) verbleibt. Dies ist eine seltene, aber schwerwiegende Verletzung.
Lunäre Luxation
Bei der lunären Luxation (auch translunationale Luxation) kippt das Mondbein selbst aus seiner normalen Position heraus – es dreht sich meist in Richtung der Handfläche (palmar). Diese Verletzung gilt als fortgeschrittene Form der perilunären Verletzung.
Perilunäre Frakturluxation
Häufig treten neben der Bandverletzung auch Knochenbrüche auf. Die bekannteste Form ist die trans-skaphoide perilunäre Luxation, bei der das Kahnbein (Os scaphoideum) bricht und gleichzeitig eine Luxation vorliegt.
Symptome
Typische Beschwerden bei perilunären Verletzungen sind:
- Starke Schmerzen im Handgelenk, insbesondere auf der Handgelenksrückseite
- Deutliche Schwellung und Hämatom (Bluterguss)
- Eingeschränkte oder aufgehobene Beweglichkeit des Handgelenks
- Sichtbare Verformung des Handgelenks (bei Luxation)
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Fingern (durch Druck auf den Nervus medianus im Karpaltunnel)
Diagnose
Die Diagnose erfolgt in mehreren Schritten:
Klinische Untersuchung
Der Arzt oder die Ärztin untersucht das Handgelenk auf Schwellung, Schmerz, Bewegungseinschränkung und neurologische Ausfälle.
Bildgebung
- Röntgenaufnahme: Standardmäßige Aufnahmen in zwei Ebenen (anterior-posterior und seitlich). Im Seitbild zeigt sich bei der perilunären Luxation eine charakteristische Fehlstellung.
- CT (Computertomografie): Zur genauen Beurteilung von Knochenbrüchen und der Stellung der Knochen zueinander.
- MRT (Magnetresonanztomografie): Zur Beurteilung von Bandverletzungen, die im Röntgenbild nicht sichtbar sind.
Behandlung
Notfallbehandlung
Perilunäre Luxationen gelten als orthopädische Notfälle. Eine schnelle Reposition (Einrenkung) ist notwendig, um Druck auf Nerven und Blutgefäße zu reduzieren. In der Notaufnahme erfolgt in der Regel zunächst eine geschlossene Reposition unter Betäubung.
Operative Behandlung
In den meisten Fällen ist eine Operation erforderlich, um die Handwurzelknochen dauerhaft zu stabilisieren. Dabei werden:
- Bänder rekonstruiert oder genäht
- Knochen mit Schrauben oder Kirschner-Drähten fixiert
- Bei Knochenbrüchen gegebenenfalls eine Knochenspantransplantation durchgeführt
Nachbehandlung und Rehabilitation
Nach der Operation folgt in der Regel eine mehrwöchige Ruhigstellung im Gips oder einer Schiene, gefolgt von gezielter Physiotherapie und Ergotherapie zur Wiederherstellung von Kraft und Beweglichkeit. Der Heilungsprozess kann mehrere Monate dauern.
Mögliche Komplikationen
- Karpaltunnelsyndrom durch anhaltenden Druck auf den Nervus medianus
- Avaskuläre Nekrose des Mondbeins (Absterben des Knochens durch Durchblutungsstörung)
- Posttraumatische Arthrose im Handgelenk
- Chronische Instabilität des Handgelenks
- Einschränkung der Greifkraft und Handfunktion
Quellen
- Wolfe SW, Hotchkiss RN, Pederson WC, Kozin SH, Cohen MS (Hrsg.) – Green's Operative Hand Surgery, 7. Auflage. Elsevier, 2017.
- Mayfield JK, Johnson RP, Kilcoyne RK – Carpal dislocations: pathomechanics and progressive perilunar instability. Journal of Hand Surgery, 1980; 5(3): 226–241.
- Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie (DGH) – Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Handgelenksverletzungen. Verfügbar unter: www.dgh-online.de
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