Prostataentzündung (Prostatitis): Ursachen & Behandlung
Die Prostataentzündung (Prostatitis) ist eine Entzündung der Vorsteherdrüse beim Mann. Sie kann akut oder chronisch verlaufen und geht häufig mit Schmerzen und Beschwerden beim Wasserlassen einher.
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Die Prostataentzündung (Prostatitis) ist eine Entzündung der Vorsteherdrüse beim Mann. Sie kann akut oder chronisch verlaufen und geht häufig mit Schmerzen und Beschwerden beim Wasserlassen einher.
Was ist eine Prostataentzündung?
Die Prostataentzündung, medizinisch als Prostatitis bezeichnet, ist eine Entzündung der Prostata (Vorsteherdrüse). Die Prostata ist eine kleine Drüse im männlichen Körper, die unterhalb der Harnblase liegt und an der Produktion von Samenflüssigkeit beteiligt ist. Die Prostatitis gehört zu den häufigsten urologischen Erkrankungen bei Männern unter 50 Jahren.
Es werden vier Formen unterschieden:
- Akute bakterielle Prostatitis: plötzliche, durch Bakterien ausgelöste Entzündung
- Chronische bakterielle Prostatitis: wiederkehrende Infektion durch Bakterien
- Chronisches Beckenschmerzsyndrom (CPPS): häufigste Form, nicht-infektiös, Ursache oft unklar
- Asymptomatische entzündliche Prostatitis: ohne Beschwerden, oft Zufallsbefund
Ursachen
Die Ursachen einer Prostataentzündung hängen von der jeweiligen Form ab:
- Bakterielle Formen: häufig ausgelöst durch Escherichia coli, Enterokokken oder andere gram-negative Bakterien, die über die Harnröhre oder den Blutkreislauf in die Prostata gelangen
- Chronisches Beckenschmerzsyndrom: mögliche Ursachen sind Muskelverspannungen im Beckenbereich, Autoimmunreaktionen, psychischer Stress oder nervliche Fehlfunktionen
- Begünstigende Faktoren: Harnwegsinfektionen, Dauerkatheter, Harnröhrenverengungen, geschwächtes Immunsystem
Symptome
Die Symptome variieren je nach Form der Prostatitis erheblich:
Akute Prostatitis
- Plötzliches hohes Fieber und Schüttelfrost
- Starke Schmerzen im Becken, Damm oder Rücken
- Schmerzhaftes und erschwertes Wasserlassen
- Häufiger Harndrang, auch nachts
- Allgemeines Krankheitsgefühl
Chronische Prostatitis / Beckenschmerzsyndrom
- Anhaltende oder wiederkehrende Schmerzen im Unterbauch, Damm oder Genitalbereich
- Brennen beim Wasserlassen
- Schmerzen beim Samenerguss
- Erektionsprobleme und eingeschränkte Lebensqualität
- Kein oder nur leichtes Fieber
Diagnose
Zur Diagnose einer Prostataentzündung stehen verschiedene Untersuchungen zur Verfügung:
- Anamnese und körperliche Untersuchung: Befragung zu Beschwerden, digitale rektale Untersuchung (DRU) der Prostata
- Urinuntersuchung: Nachweis von Bakterien, weißen Blutkörperchen oder Entzündungszeichen im Urin
- Blutuntersuchung: erhöhte Entzündungswerte (CRP, Leukozyten), ggf. PSA-Wert (Prostata-spezifisches Antigen)
- Prostatamassage und Sekretanalyse: zur Unterscheidung bakterieller und nicht-bakterieller Formen
- Ultraschall: transrektaler Ultraschall zur Beurteilung der Prostata
Behandlung
Bakterielle Prostatitis
Bei bakterieller Prostatitis kommen vor allem Antibiotika zum Einsatz, da diese gut in das Prostatagewebe eindringen können. Häufig verwendete Wirkstoffe sind Fluorchinolone (z. B. Ciprofloxacin) oder Trimethoprim-Sulfamethoxazol. Die Behandlungsdauer beträgt meist 4 bis 6 Wochen. Bei akuter schwerer Prostatitis kann ein Krankenhausaufenthalt mit intravenöser Antibiotikabehandlung notwendig sein.
Chronisches Beckenschmerzsyndrom
Da keine Bakterien nachweisbar sind, ist die Behandlung vielfältiger und individuell:
- Entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs) zur Schmerzlinderung
- Alpha-Blocker zur Entspannung der Blasenhalsmuskulatur
- Physiotherapie und Beckenbodentherapie
- Psychologische Unterstützung und Stressbewältigung
- Wärmebehandlung im Beckenbereich
- In einigen Fällen pflanzliche Mittel (z. B. Quercetin, Sägepalmen-Extrakt)
Verlauf und Prognose
Die akute bakterielle Prostatitis heilt bei rechtzeitiger Antibiotikatherapie in der Regel vollständig aus. Das chronische Beckenschmerzsyndrom ist schwieriger zu behandeln und kann über Monate oder Jahre anhalten. Eine konsequente multimodale Therapie verbessert die Lebensqualität deutlich. Bei wiederholten Infektionen sollte nach begünstigenden Faktoren gesucht werden.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU): Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Prostatitis, 2022.
- Nickel JC et al. - Classification, localization, and categorization of prostatitis. Urology, 1999; 54(3): 228-230.
- Krieger JN et al. - NIH consensus definition and classification of prostatitis. JAMA, 1999; 282(3): 236-237.
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