Hämostase – Blutstillung einfach erklärt
Die Hämostase ist der natürliche Prozess der Blutstillung im menschlichen Körper. Sie verhindert übermäßigen Blutverlust bei Gefäßverletzungen.
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Die Hämostase ist der natürliche Prozess der Blutstillung im menschlichen Körper. Sie verhindert übermäßigen Blutverlust bei Gefäßverletzungen.
Was ist Hämostase?
Die Hämostase (auch: Hämostasis) bezeichnet die Gesamtheit aller körpereigenen Mechanismen, die dazu dienen, Blutungen nach einer Gefäßverletzung zu stoppen und den Blutverlust zu begrenzen. Gleichzeitig sorgt das System dafür, dass das Blut in intakten Gefäßen flüssig bleibt. Die Hämostase ist ein komplexes Zusammenspiel aus Blutgefäßen, Blutplättchen (Thrombozyten) und verschiedenen Gerinnungsfaktoren im Blutplasma.
Phasen der Hämostase
1. Primäre Hämostase (zelluläre Phase)
Unmittelbar nach einer Gefäßverletzung kommt es zu einer kurzzeitigen Vasokonstriktion – das verletzte Blutgefäß zieht sich zusammen, um den Blutfluss zu reduzieren. Anschließend haften Thrombozyten an der verletzten Gefäßwand an und lagern sich zusammen. Es entsteht ein vorläufiger, noch instabiler Thrombozytenpfropf (weißer Thrombus). Dieser erste Verschluss ist schnell, aber noch nicht dauerhaft stabil.
2. Sekundäre Hämostase (plasmatische Koagulation)
In der zweiten Phase wird die sogenannte Gerinnungskaskade aktiviert. Dabei handelt es sich um eine Abfolge biochemischer Reaktionen, bei denen verschiedene Gerinnungsfaktoren (Proteine im Blutplasma, nummeriert als Faktor I bis XIII) nacheinander aktiviert werden. Am Ende dieser Kaskade entsteht Thrombin, das lösliches Fibrinogen in unlösliches Fibrin umwandelt. Fibrin bildet ein dichtes Netzwerk, das den Thrombozytenpfropf verstärkt und einen stabilen, roten Thrombus (Blutgerinnsel) bildet.
Die Gerinnungskaskade verläuft über zwei Wege:
- Extrinsischer Weg: Wird durch Gewebefaktor (Tissue Factor) ausgelöst, der bei einer Gefäßverletzung freigesetzt wird.
- Intrinsischer Weg: Wird durch Kontakt des Blutes mit verletzten Gefäßstrukturen aktiviert.
- Beide Wege münden in einem gemeinsamen Weg, der zur Fibrinbildung führt.
3. Fibrinolyse (Auflösung des Gerinnsels)
Sobald die Wundheilung abgeschlossen ist, wird das Blutgerinnsel wieder aufgelöst. Dieser Vorgang heißt Fibrinolyse. Das Enzym Plasmin zersetzt dabei das Fibrin-Netzwerk, sodass das Blutgefäß wieder vollständig durchgängig wird.
Bedeutung der Hämostase
Ein funktionierendes Hämostase-System ist lebensnotwendig. Störungen können in zwei Richtungen auftreten:
- Blutungsneigung (Hämophilie, Thrombozytopenie): Das Blut gerinnt zu langsam oder unzureichend, was zu unkontrollierten Blutungen führt.
- Übermäßige Gerinnung (Thrombose, Embolie): Blutgerinnsel entstehen ohne eigentliche Verletzung und können Blutgefäße verstopfen, was zu gefährlichen Zuständen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Lungenembolie führen kann.
Diagnostik der Hämostase
Zur Beurteilung der Gerinnungsfunktion werden verschiedene Labortests eingesetzt:
- Quick-Wert (INR/PT): Misst die Aktivität des extrinsischen Gerinnungsweges und wird häufig bei der Überwachung von Gerinnungshemmern (z. B. Marcumar) bestimmt.
- aPTT (aktivierte partielle Thromboplastinzeit): Bewertet den intrinsischen Gerinnungsweg.
- Thrombozytenzahl: Gibt Auskunft über die Anzahl der Blutplättchen.
- D-Dimere: Abbauprodukte des Fibrins, die auf eine aktive Gerinnung oder Fibrinolyse hinweisen.
Medikamentöse Beeinflussung der Hämostase
In der Medizin werden gezielte Eingriffe in das Gerinnungssystem eingesetzt, um Krankheiten zu behandeln oder vorzubeugen:
- Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer) wie Heparin, Warfarin oder direkte orale Antikoagulanzien (DOAKs) verhindern die Bildung gefährlicher Blutgerinnsel.
- Thrombolytika (Fibrinolytika) wie Alteplase lösen bestehende Gerinnsel auf, z. B. bei Herzinfarkt oder Schlaganfall.
- Antifibrinolytika wie Tranexamsäure hemmen die Fibrinolyse und werden bei starken Blutungen eingesetzt.
Quellen
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage. De Gruyter, Berlin 2023.
- Löffler G., Petrides P. E., Heinrich P. C. (Hrsg.): Biochemie und Pathobiochemie. 9. Auflage. Springer, Berlin 2014.
- World Health Organization (WHO): Inherited Bleeding Disorders. WHO, Genf. Verfügbar unter: https://www.who.int
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