Herzdruckmassage – Ablauf, Technik und Tipps
Die Herzdruckmassage ist eine lebensrettende Sofortmaßnahme bei Herzstillstand. Durch rhythmisches Drücken auf den Brustkorb wird der Kreislauf künstlich aufrechterhalten.
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Die Herzdruckmassage ist eine lebensrettende Sofortmaßnahme bei Herzstillstand. Durch rhythmisches Drücken auf den Brustkorb wird der Kreislauf künstlich aufrechterhalten.
Was ist die Herzdruckmassage?
Die Herzdruckmassage – auch als Thoraxkompression bezeichnet – ist ein zentraler Bestandteil der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW). Sie wird angewendet, wenn das Herz aufgehört hat zu schlagen und die betroffene Person bewusstlos und atemlos ist. Durch das rhythmische, kräftige Drücken auf den Brustkorb wird das Blut mechanisch durch den Körper gepumpt, um lebenswichtige Organe – insbesondere Gehirn und Herz – mit Sauerstoff zu versorgen, bis professionelle Hilfe eintrifft.
Wann wird die Herzdruckmassage angewendet?
Die Herzdruckmassage ist immer dann erforderlich, wenn bei einer Person ein Herzstillstand vorliegt. Typische Anzeichen sind:
- Bewusstlosigkeit (die Person reagiert nicht auf Ansprechen oder Berühren)
- Keine normale Atmung (keine Atembewegungen oder nur schnappartige Atemzüge)
- Kein tastbarer Puls
In diesen Situationen zählt jede Sekunde. Mit dem sofortigen Beginn der Herzdruckmassage kann die Überlebenschance der betroffenen Person erheblich gesteigert werden.
Wie wird die Herzdruckmassage durchgeführt?
Vorbereitung
Bevor mit der Herzdruckmassage begonnen wird, sollte umgehend der Notruf 112 (in Deutschland, Österreich und der Schweiz) alarmiert werden oder eine anwesende Person damit beauftragt werden. Die betroffene Person wird auf eine feste, ebene Unterlage gelegt.
Technik der Herzdruckmassage
- Der Helfer kniet neben der betroffenen Person auf Höhe des Brustkorbs.
- Der Handballen einer Hand wird auf die Mitte des Brustkorbs (untere Hälfte des Brustbeins) gelegt, die zweite Hand wird darübergelegt und die Finger werden ineinander verschränkt.
- Mit gestreckten Armen und dem Körpergewicht wird der Brustkorb mindestens 5–6 cm tief eingedrückt.
- Die Kompressionsrate beträgt 100–120 Drückungen pro Minute.
- Nach jeder Kompression muss der Brustkorb vollständig entlastet werden, ohne dass die Hände den Kontakt verlieren.
Kombination mit Beatmung
Sofern der Helfer in Mund-zu-Mund-Beatmung ausgebildet ist und diese durchführen möchte, wird ein Verhältnis von 30 Kompressionen zu 2 Beatmungen empfohlen. Für Laien ohne Kenntnisse der Beatmung ist eine reine Herzdruckmassage ohne Unterbrechungen ebenfalls wirksam und wird von Fachgesellschaften ausdrücklich empfohlen.
Einsatz des Defibrillators (AED)
Sobald ein automatisierter externer Defibrillator (AED) verfügbar ist, sollte dieser so schnell wie möglich eingesetzt werden. Der AED gibt verständliche Sprachanweisungen und kann, wenn nötig, einen Stromstoß abgeben, um den Herzrhythmus wiederherzustellen. Die Herzdruckmassage wird dabei nur kurz für den Schock unterbrochen und unmittelbar danach fortgesetzt.
Häufigkeit und Bedeutung
In Deutschland erleiden jährlich rund 70.000 bis 80.000 Menschen einen Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses. Die Überlebensrate steigt deutlich, wenn Ersthelfer sofort mit der Herzdruckmassage beginnen. Studien zeigen, dass eine frühzeitige Wiederbelebung die Überlebenschance verdreifachen kann. Dennoch greifen viele Zeugen eines Herzstillstands nicht ein – häufig aus Unsicherheit oder Angst, Fehler zu machen.
Sicherheit für Helfer und Betroffene
Viele Menschen zögern, weil sie fürchten, Rippen zu brechen oder der Person zu schaden. Tatsächlich können Rippenbrüche bei korrekter Ausführung vorkommen, sind jedoch im Vergleich zum Tod durch Herzstillstand als vertretbar einzustufen. Grundsatz: Eine falsch durchgeführte Herzdruckmassage ist besser als gar keine Herzdruckmassage. Für Ersthelfer besteht in Deutschland rechtlich keine Strafbarkeit bei fahrlässigen Fehlern im Rahmen der Ersten Hilfe (guter Samariter-Prinzip).
Quellen
- European Resuscitation Council (ERC): Guidelines for Resuscitation 2021. Resuscitation, 161 (2021).
- Deutsches Reanimationsregister: Jahresbericht 2022. Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), 2022.
- World Health Organization (WHO): Basic Emergency Care – Approach to the Acutely Ill and Injured. WHO Press, Genf, 2018.
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