Hormonersatztherapie – Definition, Nutzen und Risiken
Die Hormonersatztherapie (HET) gleicht einen Hormonmangel im Körper aus, der häufig in den Wechseljahren auftritt. Sie lindert Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen.
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Die Hormonersatztherapie (HET) gleicht einen Hormonmangel im Körper aus, der häufig in den Wechseljahren auftritt. Sie lindert Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen.
Was ist die Hormonersatztherapie?
Die Hormonersatztherapie (HET), im englischen Sprachraum auch als HRT (Hormone Replacement Therapy) bekannt, ist eine medizinische Behandlung, bei der dem Körper fehlende oder vermindert produzierte Hormone von außen zugeführt werden. Am häufigsten wird sie bei Frauen in den Wechseljahren (Menopause) eingesetzt, wenn die körpereigene Produktion von Östrogen und Progesteron abnimmt. Sie findet jedoch auch Anwendung bei hormonellen Mangelzuständen anderer Ursache, etwa nach operativer Entfernung der Eierstöcke oder bei bestimmten Hormonstörungen.
Anwendungsgebiete
Die Hormonersatztherapie wird hauptsächlich in folgenden Situationen eingesetzt:
- Wechseljahresbeschwerden: Linderung von Hitzewallungen, Nachtschweiß, Schlafstörungen, Scheidentrockenheit und Stimmungsschwankungen
- Chirurgisch bedingte Menopause: Nach Entfernung beider Eierstöcke (Ovarektomie)
- Frühe Menopause oder vorzeitiger Eierstockmangel: Bei Frauen unter 40 Jahren
- Prävention von Osteoporose: Schutz vor Knochenschwund, der durch Östrogenmangel gefördert wird
- Hormonelle Therapie bei Transgender-Personen: Im Rahmen einer geschlechtsangleichenden Behandlung
Wirkmechanismus
Die zugeführten Hormone – in der Regel Östrogen allein oder in Kombination mit Progesteron bzw. Gestagenen – binden an spezifische Hormonrezeptoren in verschiedenen Körpergeweben. Östrogen reguliert unter anderem den Knochenstoffwechsel, die Schleimhautgesundheit sowie das Herz-Kreislauf-System. Frauen mit intaktem Gebärmutter erhalten stets eine kombinierte Therapie, da Östrogen ohne Gestagen das Risiko einer Gebärmutterschleimhautverdickung erhöhen kann. Bei Frauen nach Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) kann Östrogen auch allein verabreicht werden.
Darreichungsformen und Anwendung
Die Hormonersatztherapie steht in verschiedenen Formen zur Verfügung:
- Tabletten (oral): Einfache Einnahme, jedoch First-Pass-Effekt in der Leber
- Pflaster (transdermal): Gleichmäßige Hormonabgabe über die Haut, geringere Leberbelastung
- Gele und Sprays (transdermal): Flexible Dosierung, auf die Haut aufgetragen
- Vaginalringe, -cremes oder -zäpfchen: Lokale Anwendung bei Scheidentrockenheit
- Injektionen und Implantate: Weniger häufig, jedoch bei bestimmten Indikationen eingesetzt
Nutzen und Risiken
Nutzen
- Deutliche Verbesserung der Lebensqualität bei Wechseljahresbeschwerden
- Vorbeugung von Osteoporose und damit verbundenen Knochenbrüchen
- Positive Wirkung auf Schleimhäute und Hautfeuchtigkeit
- Mögliche Reduktion des Risikos für koronare Herzerkrankungen, wenn die Therapie frühzeitig begonnen wird
Risiken und Nebenwirkungen
- Brustkrebs: Eine langfristige kombinierte Hormonersatztherapie kann das Brustkrebsrisiko leicht erhöhen; dieses normalisiert sich nach Therapieende
- Thromboembolien: Erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel, insbesondere bei oraler Einnahme; transdermale Anwendung gilt als sicherer
- Schlaganfall: Leicht erhöhtes Risiko, insbesondere bei oraler Hormoneinnahme
- Gebärmutterschleimhautkrebs: Bei alleiniger Östrogengabe ohne Gestagen bei Frauen mit Gebärmutter
- Häufige Nebenwirkungen: Brustspannen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Stimmungsveränderungen, Zwischenblutungen
Diagnose und Therapieplanung
Vor Beginn einer Hormonersatztherapie erfolgt eine ausführliche ärztliche Anamnese sowie eine körperliche Untersuchung. Blutuntersuchungen zur Bestimmung des Hormonspiegels (z. B. FSH, LH, Östradiol) können die Diagnose eines Hormonmangels bestätigen. Zudem werden individuelle Risikofaktoren wie Familiengeschichte, Begleiterkrankungen und Lebensumstände berücksichtigt, um die Therapie individuell anzupassen. Die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten notwendigen Zeitraum gilt als Grundsatz einer sicheren Anwendung. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen (alle 6–12 Monate) sind empfohlen.
Kontraindikationen
Die Hormonersatztherapie ist nicht für alle Frauen geeignet. Zu den wichtigsten Kontraindikationen zählen:
- Vorbekannter oder vermuteter Brustkrebs oder andere östrogenabhängige Tumoren
- Ungeklärte vaginale Blutungen
- Aktive oder frühere Thrombosen oder Lungenembolien
- Schwere Lebererkrankungen
- Schwangerschaft
Quellen
- Deutsche Menopause Gesellschaft e.V. (DMG) – Leitlinie zur Hormontherapie in der Peri- und Postmenopause (2020). Verfügbar unter: www.menopause-gesellschaft.de
- Stuenkel CA et al. – Treatment of Symptoms of the Menopause: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2015; 100(11): 3975–4011.
- Weltgesundheitsorganisation (WHO) – Research on the Menopause in the 1990s. WHO Technical Report Series, Geneva.
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