Hypophyse: Funktion, Hormone & Erkrankungen
Die Hypophyse ist eine kleine, aber lebenswichtige Drüse im Gehirn, die zahlreiche Hormone produziert und als zentrale Schaltstelle des Hormonsystems gilt.
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Die Hypophyse ist eine kleine, aber lebenswichtige Drüse im Gehirn, die zahlreiche Hormone produziert und als zentrale Schaltstelle des Hormonsystems gilt.
Was ist die Hypophyse?
Die Hypophyse (lateinisch: Glandula pituitaria), auch als Hirnanhangsdrüse bezeichnet, ist eine erbsengroße endokrine Drüse an der Unterseite des Gehirns. Sie sitzt in einer knöchernen Vertiefung des Schädelknochens, der sogenannten Sella turcica, und ist über einen dünnen Stiel, den Hypophysenstiel, mit dem Hypothalamus verbunden. Trotz ihrer geringen Größe von etwa einem Zentimeter gilt sie als eine der wichtigsten Drüsen des menschlichen Körpers.
Aufbau und Gliederung
Die Hypophyse besteht aus zwei funktionell und anatomisch unterschiedlichen Hauptteilen:
- Adenohypophyse (Vorderlappen): Der drüsige Vorderlappen produziert und setzt eigenständig Hormone frei. Er reagiert auf Steuerhormone des Hypothalamus.
- Neurohypophyse (Hinterlappen): Der Hinterlappen ist kein echtes Drüsengewebe, sondern speichert und gibt Hormone frei, die im Hypothalamus gebildet wurden.
Funktionen und Hormone
Die Hypophyse steuert über ihre Hormone zahlreiche Körperfunktionen. Die wichtigsten Hormone im Überblick:
Hormone des Vorderlappens (Adenohypophyse)
- Wachstumshormon (GH, Somatotropin): Fördert Wachstum und Zellregeneration.
- Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH): Regt die Schilddrüse zur Hormonproduktion an.
- Adrenocorticotropes Hormon (ACTH): Stimuliert die Nebennierenrinde zur Produktion von Kortisol.
- Follikelstimulierendes Hormon (FSH) und Luteinisierendes Hormon (LH): Steuern die Fortpflanzungsfunktionen und die Keimdrüsen.
- Prolaktin: Fördert die Milchproduktion nach der Geburt.
- MSH (Melanozyten-stimulierendes Hormon): Beeinflusst die Hautpigmentierung.
Hormone des Hinterlappens (Neurohypophyse)
- ADH (Antidiuretisches Hormon, Vasopressin): Reguliert den Wasserhaushalt und die Nierenfunktion.
- Oxytocin: Spielt eine Rolle bei Geburtswehen, Muttermilchabgabe und sozialer Bindung.
Zusammenspiel mit dem Hypothalamus
Die Hypophyse arbeitet eng mit dem Hypothalamus zusammen, einem übergeordneten Bereich des Zwischenhirns. Der Hypothalamus produziert sogenannte Releasing-Hormone (Freisetzungshormone) und Inhibiting-Hormone (Hemm-Hormone), die über ein feines Gefäßsystem direkt zur Hypophyse transportiert werden und deren Hormonausschüttung steuern. Dieses System wird als hypothalamisch-hypophysäre Achse bezeichnet und unterliegt einem präzisen Rückkopplungsmechanismus.
Erkrankungen der Hypophyse
Störungen der Hypophysenfunktion können vielfältige Auswirkungen auf den Körper haben. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen:
- Hypophysenadenom: Ein gutartiger Tumor der Hypophyse, der zu Über- oder Unterfunktion führen kann.
- Akromegalie: Übermäßige Produktion von Wachstumshormon im Erwachsenenalter, die zu charakteristischen Vergrößerungen von Händen, Füßen und Gesicht führt.
- Hyperprolaktinämie: Erhöhte Prolaktinwerte, häufig durch ein Prolaktinom (Prolaktin-produzierender Tumor), die zu Zyklusstörungen und Milchfluss führen können.
- Diabetes insipidus: Mangelhafte ADH-Produktion mit der Folge exzessiver Wasserausscheidung über die Nieren.
- Hypopituitarismus: Unterfunktion der Hypophyse mit unzureichender Produktion eines oder mehrerer Hormone.
- Morbus Cushing: Übermäßige ACTH-Ausschüttung durch ein Hypophysenadenom, die zu erhöhten Kortisolspiegeln führt.
Diagnose von Hypophyseerkrankungen
Die Diagnostik umfasst in der Regel eine Kombination aus:
- Blutuntersuchungen zur Messung der Hormonspiegel
- Bildgebung mittels MRT (Magnetresonanztomographie) zur Darstellung der Hypophyse und etwaiger Tumore
- Stimulations- und Suppressionstests zur Überprüfung der Hormonregulation
- Sehfelduntersuchung bei Verdacht auf Kompression des Sehnervs durch einen Tumor
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung und kann folgende Ansätze umfassen:
- Medikamentöse Therapie: z.B. Dopaminagonisten bei Prolaktinom oder Somatostatin-Analoga bei Akromegalie.
- Neurochirurgischer Eingriff: Operative Entfernung von Hypophysentumoren, häufig über einen minimal-invasiven transsphenoidalen Zugang durch die Nasenhöhle.
- Strahlentherapie: Bei inoperablen Tumoren oder Resttumoren nach einer Operation.
- Hormonersatztherapie: Bei Hypopituitarismus werden fehlende Hormone durch geeignete Präparate ersetzt.
Quellen
- Kasper DL et al. - Harrison's Principles of Internal Medicine, 20. Auflage. McGraw-Hill Education, 2018.
- Melmed S. - Pituitary-Tumor Endocrinopathies. New England Journal of Medicine, 2020; 382:937-950.
- Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) - Leitlinien und Informationen zur Hypophyse. Verfügbar unter: https://www.endokrinologie.net
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