Hämodialyse – Blutreinigung bei Nierenversagen
Die Hämodialyse ist ein medizinisches Nierenersatzverfahren, das bei schwerem Nierenversagen das Blut außerhalb des Körpers reinigt und lebensnotwendige Aufgaben der Niere übernimmt.
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Die Hämodialyse ist ein medizinisches Nierenersatzverfahren, das bei schwerem Nierenversagen das Blut außerhalb des Körpers reinigt und lebensnotwendige Aufgaben der Niere übernimmt.
Was ist Hämodialyse?
Die Hämodialyse ist ein medizinisches Verfahren zur Blutreinigung, das bei schwerwiegendem Nierenversagen eingesetzt wird. Die Nieren sind normalerweise dafür zuständig, Abfallstoffe, überschüssige Flüssigkeit und Giftstoffe aus dem Blut zu filtern. Wenn die Nieren diese Funktion nicht mehr ausreichend erfüllen können – sei es durch eine chronische Nierenerkrankung oder ein akutes Nierenversagen – übernimmt die Hämodialyse diese lebenswichtigen Aufgaben mithilfe einer künstlichen Niere (Dialysator).
Weltweit sind Millionen von Menschen auf regelmäßige Dialysebehandlungen angewiesen. Die Hämodialyse ist dabei das am häufigsten eingesetzte Nierenersatzverfahren.
Wie funktioniert die Hämodialyse?
Bei der Hämodialyse wird das Blut des Patienten durch einen Dialysator geleitet, der aus einer Vielzahl feiner Hohlfasermembranen besteht. Durch diese halbdurchlässigen Membranen werden Schadstoffe, Harnstoff, Kreatinin und überschüssige Elektrolyte aus dem Blut in eine spezielle Spüllösung, die sogenannte Dialysierflüssigkeit, gefiltert. Gleichzeitig können lebenswichtige Substanzen wie Pufferlösungen wieder in das Blut zurückgeführt werden.
Der gesamte Prozess basiert auf zwei physikalischen Prinzipien:
- Diffusion: Gelöste Stoffe wandern entlang eines Konzentrationsgradienten durch die Membran vom Bereich höherer Konzentration (Blut) in den Bereich niedrigerer Konzentration (Dialysierflüssigkeit).
- Ultrafiltration: Durch einen kontrollierten Druckunterschied wird überschüssige Flüssigkeit aus dem Blut entfernt.
Wann wird Hämodialyse eingesetzt?
Die Hämodialyse wird eingesetzt, wenn die Nieren ihre Funktion zu einem großen Teil verloren haben. Hauptindikationen sind:
- Chronische Niereninsuffizienz im Endstadium (Stadium 5): Die Nierenfunktion ist auf weniger als 15 % der normalen Kapazität gesunken.
- Akutes Nierenversagen: Ein plötzlicher, schwerer Funktionsverlust der Nieren, z. B. durch Vergiftungen, Infektionen oder Schock.
- Überwässerung: Lebensbedrohliche Flüssigkeitsansammlungen im Körper, die nicht anders behandelt werden können.
- Schwere Elektrolytstörungen: Zum Beispiel ein gefährlich erhöhter Kaliumspiegel (Hyperkaliämie).
- Urämie: Anhäufung harnpflichtiger Substanzen im Blut mit entsprechenden Vergiftungserscheinungen.
Durchführung und Ablauf
Für die Durchführung der Hämodialyse ist ein dauerhafter Gefäßzugang erforderlich. Die häufigste Form ist die arteriovenöse Fistel (AV-Fistel), bei der eine Arterie und eine Vene operativ miteinander verbunden werden, um einen ausreichend starken Blutfluss zu gewährleisten. Alternativ können ein Shunt (Kunststoffprothese) oder ein temporärer Dialysekatheter verwendet werden.
Eine typische Hämodialysesitzung dauert zwischen 3 und 5 Stunden und wird in der Regel 3-mal pro Woche durchgeführt – entweder in einem Dialysezentrum oder, bei der Heimdialyse, zu Hause. Während der Sitzung wird das Blut des Patienten kontinuierlich durch das Dialysegerät gepumpt, gereinigt und dann wieder in den Körper zurückgeführt.
Mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen
Die Hämodialyse ist ein wirksames Verfahren, kann jedoch mit verschiedenen Nebenwirkungen und Komplikationen verbunden sein:
- Blutdruckabfall (Hypotonie): Die häufigste Komplikation während der Dialysesitzung, verursacht durch die Flüssigkeitsentfernung.
- Muskelkrämpfe: Oft als Folge einer zu raschen Flüssigkeitsentfernung oder Elektrolytverschiebungen.
- Übelkeit und Erbrechen: Können während oder nach der Behandlung auftreten.
- Infektionen: Besonders an der Eintrittsstelle des Gefäßzugangs; Bakteriämien sind eine ernste Gefahr.
- Anämie: Blutarmut durch verringerte Produktion von Erythropoetin in den erkrankten Nieren.
- Knochen- und Mineralstoffwechselstörungen: Durch veränderte Phosphat- und Kalziumregulation.
- Erschöpfung und Fatigue: Viele Patienten berichten über anhaltende Müdigkeit und Leistungsminderung.
Hämodialyse vs. andere Nierenersatzverfahren
Neben der Hämodialyse gibt es weitere Nierenersatzverfahren:
- Peritonealdialyse: Hierbei wird das Bauchfell des Patienten als natürliche Filtermembran genutzt. Die Dialysierflüssigkeit wird in den Bauchraum eingeleitet und nach einigen Stunden wieder abgelassen. Dieses Verfahren kann oft zu Hause durchgeführt werden.
- Nierentransplantation: Die langfristig beste Option für geeignete Patienten. Eine erfolgreiche Transplantation ermöglicht ein weitgehend normales Leben ohne regelmäßige Dialyse.
Welches Verfahren am besten geeignet ist, hängt von der Grunderkrankung, dem Allgemeinzustand, der Lebensweise und den persönlichen Präferenzen des Patienten ab.
Leben mit Hämodialyse
Für Patienten, die regelmäßig zur Hämodialyse müssen, bedeutet dies eine erhebliche Einschränkung des Alltags. Ernährung und Flüssigkeitszufuhr müssen streng kontrolliert werden. Empfohlen werden in der Regel:
- Einschränkung der täglichen Flüssigkeitsmenge
- Reduzierung von Kalium, Phosphat und Natrium in der Ernährung
- Angepasste Eiweißzufuhr
- Regelmäßige Einnahme von Medikamenten, z. B. Phosphatbinder, Erythropoetin-Präparate und blutdrucksenkende Mittel
Mit der richtigen medizinischen Betreuung, einer angepassten Lebensweise und psychosozialer Unterstützung können viele Dialysepatienten ein aktives und erfülltes Leben führen.
Quellen
- Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) – Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. KDIGO 2024.
- Kasper DL et al. – Harrison's Principles of Internal Medicine, 21. Auflage. McGraw-Hill Education, 2022.
- Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) – Leitlinien zur Nierenersatztherapie. Verfügbar unter: www.dgfn.eu
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