Hypoglykämie – Ursachen, Symptome und Behandlung
Hypoglykämie bezeichnet einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel. Sie tritt häufig bei Diabetikern auf und kann ohne Behandlung gefährlich werden.
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Hypoglykämie bezeichnet einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel. Sie tritt häufig bei Diabetikern auf und kann ohne Behandlung gefährlich werden.
Was ist eine Hypoglykämie?
Eine Hypoglykämie (umgangssprachlich: Unterzuckerung) bezeichnet einen krankhaft erniedrigten Blutzuckerspiegel. Medizinisch spricht man von einer Hypoglykämie, wenn der Blutzucker unter 70 mg/dl (3,9 mmol/l) fällt. Der menschliche Körper – insbesondere das Gehirn – ist auf eine ausreichende Glukoseversorgung angewiesen. Sinkt der Blutzucker zu stark ab, kann dies zu ernsthaften gesundheitlichen Beschwerden bis hin zum Bewusstseinsverlust führen.
Ursachen
Eine Hypoglykämie kann verschiedene Ursachen haben. Die häufigsten sind:
- Diabetes mellitus: Zu hohe Insulindosis, zu wenig Nahrungsaufnahme oder ungewohnt intensive körperliche Aktivität bei insulinpflichtigen Diabetikern oder solchen, die bestimmte Antidiabetika einnehmen.
- Medikamente: Insulinpräparate, Sulfonylharnstoffe und andere blutzuckersenkende Medikamente können eine Unterzuckerung auslösen.
- Alkohol: Alkohol hemmt die Glukosefreisetzung aus der Leber und kann so zu einem Blutzuckerabfall führen.
- Mangelernährung oder langes Fasten: Unzureichende Kohlenhydratzufuhr kann den Blutzuckerspiegel senken.
- Hormonelle Störungen: Ein Mangel an Cortisol oder Wachstumshormon kann die Glukoseregulation beeinträchtigen.
- Insulinom: Ein seltener, meist gutartiger Tumor der Bauchspeicheldrüse, der übermäßig viel Insulin produziert.
- Reaktive Hypoglykämie: Ein Blutzuckerabfall einige Stunden nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit, häufig bei Menschen nach Magenoperationen.
Symptome
Die Symptome einer Hypoglykämie lassen sich in zwei Kategorien einteilen:
Adrenerge (vegetative) Symptome
Diese treten auf, wenn der Körper versucht, den Blutzucker durch Ausschüttung von Stresshormonen zu erhöhen:
- Zittern und Schwitzen
- Herzrasen (Tachykardie)
- Blässe und Unruhe
- Heißhunger
- Übelkeit
Neuroglykopenische Symptome
Diese entstehen durch den Glukosemangel im Gehirn:
- Konzentrationsstörungen und Verwirrtheit
- Kopfschmerzen und Sehstörungen
- Sprach- und Koordinationsstörungen
- Krampfanfälle
- Bewusstlosigkeit (in schweren Fällen)
Diagnose
Die Diagnose einer Hypoglykämie erfolgt durch Messung des Blutzuckerspiegels – entweder mit einem Blutzuckermessgerät (Kapillarblut) oder im Labor aus venösem Blut. Zur Diagnose der Ursache können weitere Untersuchungen notwendig sein, darunter:
- Nüchternblutzucker und oraler Glukosetoleranztest (oGTT)
- Insulinspiegel und C-Peptid-Bestimmung
- Hormonanalysen (z. B. Cortisol, Wachstumshormon)
- Bildgebende Verfahren (z. B. MRT der Bauchspeicheldrüse bei Verdacht auf Insulinom)
Die klassische Whipple-Trias gilt als diagnostisches Kriterium: Symptome der Hypoglykämie, nachgewiesener niedriger Blutzucker und Besserung der Symptome nach Glukosegabe.
Behandlung
Leichte bis mittelschwere Hypoglykämie
Bei einem noch ansprechbaren Patienten gilt die sogenannte 15-15-Regel:
- 15 Gramm schnell wirksame Kohlenhydrate aufnehmen (z. B. 150–200 ml Fruchtsaft, 3–4 Traubenzuckertabletten)
- 15 Minuten warten und den Blutzucker erneut messen
- Bei weiterhin niedrigem Wert: Vorgang wiederholen
Schwere Hypoglykämie
Bei Bewusstlosigkeit oder Schluckstörungen darf nichts oral verabreicht werden. Hier ist eine sofortige medizinische Intervention erforderlich:
- Glukagon-Injektion (s.c. oder i.m.) durch Laien oder medizinisches Personal
- Intravenöse Glukosegabe (z. B. 40%ige Glukoselösung) durch medizinisches Fachpersonal
- Anschließende Überwachung im Krankenhaus
Langfristige Prävention
Zur Vorbeugung weiterer Hypoglykämien sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen, eine angepasste Medikamentendosierung, regelmäßige Mahlzeiten sowie die Schulung von Patienten und Angehörigen entscheidend.
Wann zum Arzt?
Bei wiederholten oder schweren Unterzuckerungen, bei Hypoglykämien ohne bekannte Ursache (z. B. ohne Diabetes oder Medikamenteneinnahme) sowie bei Bewusstlosigkeit ist umgehend ärztliche Hilfe aufzusuchen oder der Notruf (112) zu rufen.
Quellen
- American Diabetes Association - Standards of Medical Care in Diabetes (2024). Diabetes Care, 47(Suppl. 1).
- Cryer PE, Axelrod L, Grossman AB et al. - Evaluation and Management of Adult Hypoglycemic Disorders: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2009; 94(3): 709-728.
- Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) - Praxisempfehlungen zur Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus, aktualisierte Auflage 2023.
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