Papilläres Schilddrüsenkarzinom – Ursachen & Therapie
Das papilläre Schilddrüsenkarzinom ist die häufigste Form von Schilddrüsenkrebs. Es wächst langsam und hat bei frühzeitiger Behandlung eine sehr gute Prognose.
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Das papilläre Schilddrüsenkarzinom ist die häufigste Form von Schilddrüsenkrebs. Es wächst langsam und hat bei frühzeitiger Behandlung eine sehr gute Prognose.
Was ist das papilläre Schilddrüsenkarzinom?
Das papilläre Schilddrüsenkarzinom ist die häufigste bösartige Erkrankung der Schilddrüse und macht etwa 80–85 % aller Schilddrüsenkrebsfälle aus. Es entsteht aus den follikulären Epithelzellen der Schilddrüse und wächst in der Regel langsam. Trotz seiner Eigenschaft, früh in die Halslymphknoten zu streuen, ist die Prognose bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung sehr gut. Die 10-Jahres-Überlebensrate liegt bei über 90 %.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Folgende Faktoren erhöhen jedoch das Erkrankungsrisiko:
- Strahlenexposition: Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich, insbesondere in der Kindheit, gilt als bedeutendster Risikofaktor.
- Genetische Mutationen: Mutationen im BRAF-Gen (insbesondere BRAF V600E) oder im RET/PTC-Onkogen sind häufig nachweisbar.
- Familiäre Vorbelastung: Ein erhöhtes Risiko besteht bei familiärem Schilddrüsenkarzinom oder bestimmten erblichen Syndromen (z. B. familiäre adenomatöse Polyposis).
- Weibliches Geschlecht: Frauen erkranken zwei- bis dreimal häufiger als Männer.
- Joddichte Ernährung: Ein Zusammenhang mit hoher Jodzufuhr wird diskutiert, ist aber nicht abschließend belegt.
Symptome
Im Frühstadium verursacht das papilläre Schilddrüsenkarzinom häufig keine Beschwerden und wird oft zufällig entdeckt. Mögliche Symptome sind:
- Schmerzloser Knoten im Bereich der Schilddrüse oder am Hals
- Geschwollene Lymphknoten am Hals
- Schluckbeschwerden oder Fremdkörpergefühl im Hals
- Heiserkeit durch Beteiligung des Nervus laryngeus recurrens
- Selten: Atemnot bei fortgeschrittenem Tumorwachstum
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination verschiedener Untersuchungen:
Bildgebende Verfahren
- Schilddrüsensonografie: Erste Untersuchung bei Verdacht auf einen Knoten; liefert Hinweise auf Malignität (z. B. unregelmäßige Ränder, Mikroverkalkungen).
- Szintigrafie: Beurteilung der Funktionsaktivität von Schilddrüsenknoten.
- CT oder MRT: Bei Verdacht auf Ausbreitung in umliegende Strukturen oder Lymphknoten.
Gewebeuntersuchung
- Feinnadelaspirationsbiopsie (FNAB): Entnahme von Zellmaterial zur zytologischen Beurteilung; wichtigste Methode zur präoperativen Diagnose.
- Histologische Untersuchung: Endgültige Diagnose nach operativer Entfernung des Gewebes.
Labordiagnostik
- Bestimmung von TSH, fT3, fT4 zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion
- Thyreoglobulin als Tumormarker zur Verlaufskontrolle nach Therapie
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Tumorgröße, Ausbreitung und individuellem Risikoprofil des Patienten.
Operation
Die Thyreoidektomie (vollständige Entfernung der Schilddrüse) ist die Standardbehandlung bei mittlerem und hohem Risiko. Bei sehr kleinen, niedrigriskanten Tumoren kann eine Hemithyreoidektomie (Entfernung eines Schilddrüsenlappens) ausreichend sein. Befallene Lymphknoten werden ebenfalls entfernt.
Radioiodtherapie
Nach der Operation wird häufig eine Radioiodtherapie (RIT) mit radioaktivem Jod-131 durchgeführt. Sie zerstört verbliebenes Schilddrüsengewebe sowie mögliche Metastasen. Voraussetzung ist die Fähigkeit der Tumorzellen, Jod aufzunehmen.
TSH-Suppressionstherapie
Zur Vorbeugung eines Rückfalls wird nach der Operation Levothyroxin eingenommen, um den TSH-Spiegel niedrig zu halten und das Wachstum möglicher Resttumorzellen zu hemmen.
Zielgerichtete Therapien
Bei fortgeschrittenen oder therapierefraktären Fällen können Tyrosinkinase-Inhibitoren (z. B. Sorafenib, Lenvatinib) eingesetzt werden, die das Tumorwachstum hemmen.
Prognose und Nachsorge
Die Prognose des papillären Schilddrüsenkarzinoms ist im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen sehr gut. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen umfassen Ultraschall des Halses, Thyreoglobulin-Messungen im Blut sowie bei Bedarf weitere bildgebende Verfahren. Rückfälle sind möglich, aber gut behandelbar.
Quellen
- Haugen BR et al. - 2015 American Thyroid Association Management Guidelines for Adult Patients with Thyroid Nodules and Differentiated Thyroid Cancer. Thyroid, 2016.
- Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN) - Leitlinie Schilddrüsenkarzinom, 2020.
- World Health Organization (WHO) - Classification of Tumours: Endocrine and Neuroendocrine Tumours, 5th Edition, 2022.
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