Phytomenadion (Vitamin K1) – Wirkung und Anwendung
Phytomenadion ist die natürliche Form von Vitamin K1 und spielt eine zentrale Rolle bei der Blutgerinnung sowie der Knochengesundheit.
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Phytomenadion ist die natürliche Form von Vitamin K1 und spielt eine zentrale Rolle bei der Blutgerinnung sowie der Knochengesundheit.
Was ist Phytomenadion?
Phytomenadion (auch bekannt als Vitamin K1 oder Phylloquinon) ist eine fettlösliche Verbindung, die natürlicherweise in grünem Blattgemüse vorkommt. Es gehört zur Gruppe der Vitamin-K-Verbindungen und ist die biologisch aktivste Form für den menschlichen Körper. Phytomenadion wird sowohl als Nahrungsergänzungsmittel als auch als Arzneimittel eingesetzt.
Wirkmechanismus
Phytomenadion fungiert als essenzieller Cofaktor für das Enzym Vitamin-K-abhängige Carboxylase. Dieses Enzym aktiviert verschiedene Gerinnungsfaktoren (II, VII, IX, X) sowie die Gerinnungshemmer Protein C und Protein S durch eine chemische Modifikation (Gamma-Carboxylierung). Ohne ausreichend Phytomenadion können diese Proteine ihre Funktion nicht erfüllen, was zu einer gestörten Blutgerinnung führt.
Darüber hinaus aktiviert Phytomenadion das Protein Osteocalcin, das für den Einbau von Calcium in die Knochenmatrix notwendig ist, sowie das Matrix-Gla-Protein (MGP), das die Gefäßverkalkung hemmt.
Medizinische Anwendung
Behandlung und Prophylaxe von Vitamin-K-Mangel
Phytomenadion wird eingesetzt bei:
- Neugeborenen zur Vorbeugung der Vitamin-K-Mangelblutung (früher: Morbus haemorrhagicus neonatorum)
- Patienten mit Lebererkrankungen, bei denen die Gerinnungsfaktorensynthese gestört ist
- Malabsorptionssyndromen (z. B. Zöliakie, Morbus Crohn, chronische Pankreatitis)
- Langzeitanwendung von Antibiotika, die die Darmflora schädigen
Antagonisierung von Vitamin-K-Antagonisten
Bei einer Überdosierung von Antikoagulanzien wie Warfarin oder Phenprocoumon wird Phytomenadion zur Aufhebung der gerinnungshemmenden Wirkung eingesetzt. Die Gabe erfolgt dabei je nach klinischer Situation oral oder intravenös.
Nahrungsquellen
Phytomenadion kommt in hohen Mengen in folgenden Lebensmitteln vor:
- Grünes Blattgemüse: Spinat, Grünkohl, Brokkoli, Petersilie
- Pflanzliche Öle: Sojaöl, Rapsöl, Olivenöl
- Hülsenfrüchte und einige Früchte
Empfohlene Zufuhr
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Zufuhr von 60–80 Mikrogramm Vitamin K1. Der Bedarf kann durch eine ausgewogene, gemüsereiche Ernährung in der Regel gut gedeckt werden.
Mangelsymptome
Ein Mangel an Phytomenadion kann zu folgenden Beschwerden führen:
- Verlängerte Blutungszeit und Blutungsneigung
- Blaue Flecken (Hämatome) ohne erkennbaren Grund
- Blut im Urin oder Stuhl
- Bei Neugeborenen: lebensbedrohliche intrakranielle Blutungen
- Langfristig: erhöhtes Risiko für Osteoporose und Gefäßverkalkung
Dosierung und Sicherheit
Phytomenadion gilt bei oraler Einnahme in empfohlenen Mengen als sehr sicher. Eine Toxizität durch Phytomenadion aus der Nahrung ist praktisch nicht bekannt. Bei parenteraler (injizierter) Gabe kann es in seltenen Fällen zu allergischen Reaktionen kommen. Wichtig: Patienten unter Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten sollten ihre Vitamin-K-Zufuhr möglichst konstant halten, um Schwankungen in der Gerinnungshemmung zu vermeiden.
Wechselwirkungen
Phytomenadion kann mit folgenden Substanzen in Wechselwirkung treten:
- Vitamin-K-Antagonisten (z. B. Warfarin, Phenprocoumon): Phytomenadion hebt deren Wirkung auf.
- Breitbandantibiotika: Können die Vitamin-K-produzierende Darmflora hemmen und den Bedarf erhöhen.
- Gallensäurebinder und bestimmte Lipidsenker: Können die Resorption von fettlöslichen Vitaminen einschließlich Vitamin K1 verringern.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Vitamin K. www.dge.de
- Shearer MJ, Fu X, Booth SL – Vitamin K nutrition, metabolism, and requirements: current concepts and future research. Advances in Nutrition, 3(2):182–195, 2012. PubMed PMID: 22516726
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) – Produktinformationen zu Phytomenadion-haltigen Arzneimitteln. www.ema.europa.eu
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