Pankreassekretion – Funktion, Regulation und Störungen
Die Pankreassekretion bezeichnet die Abgabe von Verdauungsenzymen und Bikarbonat durch die Bauchspeicheldrüse in den Dünndarm – essenziell für die Nährstoffverdauung.
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Die Pankreassekretion bezeichnet die Abgabe von Verdauungsenzymen und Bikarbonat durch die Bauchspeicheldrüse in den Dünndarm – essenziell für die Nährstoffverdauung.
Was ist die Pankreassekretion?
Die Pankreassekretion bezeichnet die Gesamtheit der Sekrete, die von der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert und in den Dünndarm (Duodenum) abgegeben werden. Dieses Sekret ist unverzichtbar für die Verdauung von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen. Die Bauchspeicheldrüse übernimmt dabei sowohl eine exokrine (nach außen, in den Darm abgebende) als auch eine endokrine (in die Blutbahn abgebende) Funktion. Im Rahmen der Pankreassekretion steht die exokrine Funktion im Vordergrund.
Bestandteile des Pankreassekrets
Das Pankreassekret besteht aus zwei wesentlichen Komponenten:
- Enzymatischer Anteil: Dieser wird von den Azinuszellen des Pankreas produziert und enthält zahlreiche Verdauungsenzyme, darunter Proteasen (z. B. Trypsinogen, Chymotrypsinogen), Lipasen (z. B. Pankreaslipase), Amylasen sowie Nukleasen. Viele dieser Enzyme werden als inaktive Vorstufen (Zymogene) sezerniert, um eine Selbstverdauung des Pankreas zu verhindern.
- Wässrig-bikarbonatreicher Anteil: Dieser wird von den Gangzellen (Duktuszellen) produziert und enthält vor allem Wasser, Natriumbikarbonat (NaHCO₃) sowie andere Elektrolyte. Das Bikarbonat neutralisiert den sauren Magenspeibrei (Chymus) im Dünndarm und schafft so ein optimales pH-Milieu für die enzymatische Verdauung.
Regulation der Pankreassekretion
Die Steuerung der Pankreassekretion erfolgt sowohl nervös als auch hormonal und wird in drei Phasen unterteilt:
1. Zephale Phase
Bereits durch Sehen, Riechen, Schmecken oder den Gedanken an Nahrung wird über den Nervus vagus (Parasympathikus) eine erste Sekretion angeregt. Diese Phase macht etwa 20 % der Gesamtsekretion aus.
2. Gastrale Phase
Die Dehnung des Magens durch Nahrung sowie die Ausschüttung von Gastrin stimulieren das Pankreas zur vermehrten Enzymproduktion. Diese Phase trägt etwa 5–10 % zur Gesamtsekretion bei.
3. Intestinale Phase
Dies ist die quantitativ bedeutsamste Phase (ca. 70–80 % der Gesamtsekretion). Wenn saurer Chymus und Fettsäuren in den Dünndarm gelangen, werden zwei Schlüsselhormone ausgeschüttet:
- Sekretin: Wird von S-Zellen im Duodenum freigesetzt und stimuliert die Produktion des bikarbonatreichen, wässrigen Anteils des Pankreassekrets.
- Cholezystokinin (CCK): Wird von I-Zellen im Duodenum und Jejunum freigesetzt und fördert die Ausschüttung von Verdauungsenzymen durch die Azinuszellen.
Klinische Bedeutung
Störungen der Pankreassekretion können zu schwerwiegenden Verdauungsproblemen führen. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen:
- Exokrine Pankreasinsuffizienz: Unzureichende Produktion von Verdauungsenzymen, häufig bei chronischer Pankreatitis oder Mukoviszidose. Symptome sind Fettstühle (Steatorrhoe), Gewichtsverlust und Blähungen.
- Akute Pankreatitis: Entzündung des Pankreas, bei der die Verdauungsenzyme vorzeitig im Organ aktiviert werden und eine Selbstverdauung auslösen.
- Chronische Pankreatitis: Langfristige Entzündung mit fortschreitendem Verlust der exokrinen und endokrinen Funktion.
- Pankreaskarzinom: Bösartiger Tumor, der die Gangstruktur des Pankreas beeinträchtigen und die Sekretion blockieren kann.
Diagnose von Sekretionsstörungen
Zur Beurteilung der exokrinen Pankreasfunktion stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung:
- Fäkale Elastase-1-Messung: Bestimmung des pankreatischen Enzyms Elastase im Stuhl – ein einfacher, nicht-invasiver Suchtest.
- Sekretin-Pankreozymin-Test: Goldstandard zur Messung der Bikarbonat- und Enzymsekretion nach Hormonstimulation mittels Duodenalsonde.
- Bildgebung: Ultraschall, CT oder MRT zur Beurteilung der Pankreasmorphologie und möglicher struktureller Ursachen.
Therapie bei Pankreassekretionsstörungen
Bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz erfolgt die Behandlung durch Pankreasenzymersatztherapie (PERT). Dabei werden magensaftresistente Kapseln mit Pankreasenzymen (Lipase, Amylase, Protease) zu den Mahlzeiten eingenommen, um die fehlende Eigenproduktion zu ersetzen. Zusätzlich werden eine angepasste Ernährung sowie die Supplementierung fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K) empfohlen.
Quellen
- Herold, G. et al. – Innere Medizin 2023. Eigenverlag, Köln.
- Keller, J. & Layer, P. – Exokrine Pankreasinsuffizienz: Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Deutsches Ärzteblatt, 2005; 102(32-33): A-2178.
- Whitcomb, D.C. – Pancreatitis: TIGAR-O Version 2 Risk/Etiology Checklist. Pancreas, 2022; 51(6): 663–673. PubMed PMID: 35834840.
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