Parasympathisch – Funktion & Bedeutung
Der Parasympathikus ist ein Teil des vegetativen Nervensystems. Er steuert Erholung, Verdauung und Regeneration und wirkt als Gegenspieler des Sympathikus.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Parasympathisch"
Der Parasympathikus ist ein Teil des vegetativen Nervensystems. Er steuert Erholung, Verdauung und Regeneration und wirkt als Gegenspieler des Sympathikus.
Was bedeutet parasympathisch?
Der Begriff parasympathisch bezieht sich auf den Parasympathikus, einen der drei Hauptteile des vegetativen (autonomen) Nervensystems. Das vegetative Nervensystem regelt lebenswichtige Körperfunktionen unbewusst und automatisch, also ohne dass wir aktiv darauf Einfluss nehmen müssen. Dazu gehören unter anderem Herzschlag, Atmung, Verdauung und Stoffwechsel.
Der Parasympathikus wird oft als der Ruhenerv bezeichnet, da er vor allem in Phasen der Entspannung, des Schlafs und der Verdauung aktiv ist. Er bildet zusammen mit dem Sympathikus (dem sogenannten Stressnerv) und dem enterischen Nervensystem (Darmnervensystem) das vegetative Nervensystem.
Aufbau und Verlauf des Parasympathikus
Die Fasern des Parasympathikus entspringen im Hirnstamm (vor allem über den Nervus vagus, den zehnten Hirnnerv) sowie im Sakralmark (dem unteren Teil des Rückenmarks, Segmente S2-S4). Dieser Aufbau wird auch als kraniosakrale Gliederung bezeichnet.
- Nervus vagus: Der wichtigste parasympathische Nerv, der Herz, Lunge, Magen, Darm und viele weitere innere Organe versorgt.
- Weitere Hirnnerven: Auch der Nervus oculomotorius (III), Nervus facialis (VII) und Nervus glossopharyngeus (IX) tragen parasympathische Fasern.
- Sakrale Fasern: Diese versorgen Blase, Dickdarm, Enddarm und die Geschlechtsorgane.
Funktionen des Parasympathikus
Der Parasympathikus ist verantwortlich für die sogenannte Ruhefunktion des Körpers, die oft mit dem Schlagwort Rest and Digest (Ruhe und Verdauung) beschrieben wird. Er senkt die Aktivität des Körpers auf ein energiesparendes Niveau und fördert Erholung sowie Regeneration.
- Herz: Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie), Senkung des Blutdrucks.
- Lunge: Verengung der Bronchien (Bronchokonstriktion).
- Verdauung: Steigerung der Darmbewegungen (Peristaltik), Förderung der Verdauungssekrete (Speichel, Magensaft, Galle).
- Auge: Verengung der Pupille (Miosis) und Anpassung der Linse für Nahsicht (Akkommodation).
- Blase: Kontraktion der Blasenmuskulatur zur Einleitung der Blasenentleerung.
- Geschlechtsorgane: Förderung der Erektion beim Mann durch Erweiterung der Blutgefäße.
- Speicheldrüsen: Anregung der Speichelproduktion.
Parasympathikus und Sympathikus: Das Gleichgewicht
Parasympathikus und Sympathikus wirken in den meisten Organen als Gegenspieler (Antagonisten). Während der Sympathikus den Körper auf Kampf oder Flucht vorbereitet (Herzfrequenz steigt, Pupillen weiten sich, Verdauung wird gedrosselt), sorgt der Parasympathikus für Beruhigung und Regeneration. Ein gesundes Gleichgewicht zwischen beiden Systemen ist entscheidend für die körperliche und psychische Gesundheit.
Bei einem dauerhaften Ungleichgewicht, etwa durch chronischen Stress oder bestimmte Erkrankungen, kann es zu gesundheitlichen Problemen kommen. Eine Überaktivität des Sympathikus auf Kosten des Parasympathikus wird mit Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Schlafstörungen und Angststörungen in Verbindung gebracht.
Klinische Bedeutung
Das parasympathische System spielt in der Medizin eine wichtige Rolle bei der Behandlung verschiedener Erkrankungen. Parasympathomimetika (Wirkstoffe, die den Parasympathikus aktivieren) werden beispielsweise bei Glaukom (grünem Star), Harnverhalt oder Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Parasympatholytika (auch Anticholinergika genannt) hemmen hingegen die parasympathische Wirkung und werden unter anderem bei Asthma, Reizdarmsyndrom oder übermäßigem Speichelfluss verwendet.
Die Messung der parasympathischen Aktivität erfolgt in der Forschung und Klinik häufig über die Herzratenvariabilität (HRV), also die Schwankung der Zeitabstände zwischen einzelnen Herzschlägen. Eine hohe HRV gilt als Zeichen eines gut funktionierenden parasympathischen Systems und guter allgemeiner Gesundheit.
Förderung des Parasympathikus
Es gibt verschiedene Methoden, die parasympathische Aktivität zu stärken und damit Stress abzubauen:
- Tiefe Bauchatmung und langsames Ausatmen
- Meditation und Achtsamkeitsübungen
- Yoga und sanfte Bewegung
- Ausreichend Schlaf
- Kälteexposition (z. B. kalte Dusche), die den Vagusnerv stimuliert
- Soziale Verbundenheit und Entspannung
Quellen
- Trepel, M. (2017). Neuroanatomie: Struktur und Funktion (7. Auflage). Urban & Fischer Verlag.
- Jänig, W. (2006). The Integrative Action of the Autonomic Nervous System. Cambridge University Press.
- World Health Organization (WHO): Mental Health and Stress-related Disorders. Abgerufen von https://www.who.int
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategoriePolymyositis
Fetopathie
Gonaden
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Parasympathisch + Parasympathikus + parasympathisches Nervensystem