Passive Beinhebetest – Definition und Anwendung
Der Passive Beinhebetest ist ein diagnostisches Verfahren zur Beurteilung der Volumenreagibilität bei kritisch kranken Patienten – schnell, sicher und ohne Flüssigkeitsgabe.
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Der Passive Beinhebetest ist ein diagnostisches Verfahren zur Beurteilung der Volumenreagibilität bei kritisch kranken Patienten – schnell, sicher und ohne Flüssigkeitsgabe.
Was ist der Passive Beinhebetest?
Der Passive Beinhebetest (englisch: Passive Leg Raise Test, kurz PLR-Test) ist ein einfaches, nicht-invasives Verfahren, das in der Intensiv- und Notfallmedizin eingesetzt wird. Ziel des Tests ist es, festzustellen, ob das Herz-Kreislauf-System eines Patienten von einer zusätzlichen Flüssigkeitsgabe profitieren würde – ein Zustand, der als Volumenreagibilität bezeichnet wird.
Der Test simuliert eine sogenannte Volumenbelastung (engl. fluid challenge), indem venöses Blut aus den Beinen durch eine Lagerungsveränderung passiv zum Herzen geleitet wird. Dies geschieht ganz ohne die tatsächliche Gabe von Infusionsflüssigkeit, was das Risiko einer Überwässerung vermeidet.
Wie wird der Test durchgeführt?
Der Passive Beinhebetest ist in zwei einfachen Schritten durchzuführen:
- Ausgangsposition: Der Patient liegt in einer halb aufgerichteten Position (ca. 45 Grad, sogenannte Semi-Fowler-Lage). In dieser Position werden die hämodynamischen Ausgangswerte gemessen.
- Testposition: Der Patient wird flach gelagert und die Beine werden auf ca. 45 Grad angehoben. Diese Lagerungsänderung bewirkt, dass venöses Blut aus den Beinen und dem Bauchraum passiv in den Blutkreislauf zurückfließt und das Herzminutenvolumen vorübergehend erhöht.
Die hämodynamischen Veränderungen – insbesondere die Veränderung des Herzminutenvolumens oder des Blutdrucks – werden unmittelbar nach der Lagerungsänderung gemessen, da der Effekt nur wenige Minuten anhält.
Wann wird der Test eingesetzt?
Der Passive Beinhebetest wird vor allem in folgenden klinischen Situationen angewendet:
- Bei Patienten mit hämodynamischer Instabilität oder Schockzuständen
- Zur Entscheidungshilfe, ob eine Volumentherapie (Infusion) sinnvoll ist
- Bei beatmeten und spontan atmenden Patienten auf der Intensivstation
- Zur Vermeidung unnötiger Flüssigkeitsgaben, die zu Komplikationen wie Lungenödem führen können
Wie wird das Ergebnis bewertet?
Das Ergebnis des Tests wird anhand der Veränderung des Herzminutenvolumens beurteilt:
- Positiver Test (volumenreagibel): Steigt das Herzminutenvolumen um mehr als 10–15 % an, gilt der Patient als volumenreagibel. Eine Flüssigkeitsgabe ist wahrscheinlich sinnvoll.
- Negativer Test (nicht volumenreagibel): Bleibt das Herzminutenvolumen unverändert oder sinkt, profitiert der Patient voraussichtlich nicht von einer Volumentherapie. In diesem Fall sollten andere Therapieoptionen erwogen werden.
Zur genauen Messung des Herzminutenvolumens werden Geräte wie der Pulmonalarterien-Katheter, transpulmonale Thermodilution, Echokardiographie oder minimalinvasive Monitoring-Systeme (z. B. PiCCO, LiDCO) eingesetzt.
Vorteile und Einschränkungen
Vorteile
- Nicht-invasiv und ohne Risiko einer Überwässerung
- Auch bei spontan atmenden Patienten anwendbar
- Schnell und einfach durchführbar
- Gute Sensitivität und Spezifität bei korrekter Messmethode
Einschränkungen
- Nicht anwendbar, wenn die Beine nicht angehoben werden können (z. B. bei Frakturen oder bestimmten chirurgischen Eingriffen)
- Eingeschränkte Aussagekraft bei erhöhtem intraabdominalem Druck
- Ergebnisse sind nur mit kontinuierlicher Messung des Herzminutenvolumens zuverlässig auswertbar
- Der Effekt ist vorübergehend – eine verzögerte Messung kann zu falschen Ergebnissen führen
Klinische Bedeutung
Der Passive Beinhebetest ist ein wichtiges Werkzeug im Bereich des hämodynamischen Monitorings. Er ermöglicht eine individualisierte Therapieentscheidung und hilft, die Flüssigkeitstherapie bei kritisch kranken Patienten zu optimieren. Die Kombination aus Einfachheit und klinischer Aussagekraft macht ihn zu einem festen Bestandteil moderner intensivmedizinischer Leitlinien.
Quellen
- Monnet X, Marik PE, Teboul JL. Passive leg raising for predicting fluid responsiveness: a systematic review and meta-analysis. Intensive Care Med. 2016;42(12):1935-1947.
- Cecconi M, De Backer D, Antonelli M, et al. Consensus on circulatory shock and hemodynamic monitoring. Intensive Care Med. 2014;40(12):1795-1815.
- Vincent JL, De Backer D. Circulatory shock. N Engl J Med. 2013;369(18):1726-1734.
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