Passive Leg Raise – Klinischer Test erklärt
Der Passive Leg Raise ist ein klinischer Test zur Beurteilung der Volumenreagibilität bei kritisch kranken Patienten. Dabei werden die Beine passiv angehoben, um die Herzfunktion zu beurteilen.
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Der Passive Leg Raise ist ein klinischer Test zur Beurteilung der Volumenreagibilität bei kritisch kranken Patienten. Dabei werden die Beine passiv angehoben, um die Herzfunktion zu beurteilen.
Was ist der Passive Leg Raise?
Der Passive Leg Raise (PLR), auch als passive Beinanhebung bezeichnet, ist ein dynamischer, nicht-invasiver klinischer Test, der in der Intensiv- und Notfallmedizin eingesetzt wird. Ziel des Tests ist es, festzustellen, ob ein Patient von einer Volumenzufuhr (Infusionstherapie) profitieren würde. Der Test gilt als reversibler, funktioneller Volumenbelastungstest, da keine Flüssigkeit verabreicht wird.
Wirkmechanismus
Beim Passive Leg Raise werden die Beine des liegenden Patienten auf etwa 45 Grad angehoben, während der Oberkörper gleichzeitig flach gelagert wird. Durch die Schwerkraft wird venöses Blut aus den Beinen und dem Becken in den zentralen Kreislauf verschoben. Dies entspricht einer vorübergehenden Erhöhung des venösen Rückstroms zum Herzen um etwa 150 bis 300 ml.
Wenn das Herz auf diesen erhöhten Zustrom mit einer messbaren Steigerung des Herzauswurfes reagiert, gilt der Patient als volumenreagibel (fluid responsive). In diesem Fall ist eine Volumengabe wahrscheinlich sinnvoll. Reagiert das Herz hingegen nicht, deutet dies darauf hin, dass eine weitere Flüssigkeitsgabe keinen Nutzen bringt und sogar schaden kann.
Durchführung des Tests
Ausgangslage
Der Patient liegt flach auf dem Rücken, oder in einer halb aufgerichteten Position (ca. 45 Grad Oberkörperhochlagerung). Die hämodynamischen Ausgangswerte werden gemessen, insbesondere Herzauswurf, Herzfrequenz und Blutdruck.
Testdurchführung
- Die Beine werden passiv auf etwa 45 Grad angehoben.
- Gleichzeitig wird der Oberkörper flach gelegt (falls er zuvor erhöht war).
- Die haemodynamischen Parameter werden innerhalb von 30 bis 90 Sekunden erneut gemessen.
- Anschliessend wird der Patient wieder in die Ausgangsposition gebracht.
Interpretation
Eine Zunahme des Herzauswurfs um mindestens 10 bis 15 Prozent gilt als positives Testergebnis und zeigt eine Volumenreagibilitat an. Zur Messung des Herzauswurfs werden bevorzugt folgende Methoden verwendet:
- Pulskonturanalyse (z. B. PiCCO)
- Transthorakale oder transosophageale Echokardiographie
- Nicht-invasive haemodynamische Monitoring-Systeme
Klinische Anwendungsgebiete
Der Passive Leg Raise wird vor allem in folgenden klinischen Situationen eingesetzt:
- Septischer Schock und andere Schockformen
- Akutes Kreislaufversagen
- Perioperatives haemodynamisches Management
- Beurteilung bei mechanischer Beatmung
- Entscheidungshilfe vor Volumengabe auf der Intensivstation
Vorteile des Tests
Ein wesentlicher Vorteil des PLR-Tests gegenueber klassischen statischen Parametern (z. B. zentraler Venendruck) ist seine Reversibilitat: Da keine Flussigkeit verabreicht wird, kann der Test ohne Risiko einer Volumenuberlastung durchgefuhrt werden. Ausserdem ist er auch bei Patienten mit Herzrhythmusstorungen oder spontaner Atmung anwendbar, bei denen dynamische atemvariable Parameter (wie Pulsdruck-Variation) weniger zuverlassig sind.
Einschränkungen und Kontraindikationen
Der Test ist nicht in allen klinischen Situationen ausfuhrbar oder aussagekraftig. Einschrankungen bestehen bei:
- Intraabdomineller Hypertension
- Schwerer Trikuspidalinsuffizienz
- Tiefer Venenthrombose (Kontraindikation zur Beinanhebung)
- Instabilen Wirbelsaulenverletzungen
- Erhohtem Hirndruck (Kontraindikation zur Oberkörpersenkung)
Quellen
- Monnet X, Teboul JL. Passive leg raising: five rules, not a drop of fluid! Critical Care. 2015;19(1):18. doi:10.1186/s13054-014-0708-5
- Cecconi M, De Backer D, Antonelli M, et al. Consensus on circulatory shock and haemodynamic monitoring. Intensive Care Medicine. 2014;40(12):1795-1815.
- Rhodes A, Evans LE, Alhazzani W, et al. Surviving Sepsis Campaign: International Guidelines for Management of Sepsis and Septic Shock 2016. Intensive Care Medicine. 2017;43(3):304-377.
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