Pericranium – Knochenhaut des Schädels
Das Pericranium ist die äußere Knochenhaut des Schädels. Es versorgt den Knochen mit Nährstoffen und spielt eine wichtige Rolle bei der Knochenheilung und rekonstruktiven Eingriffen.
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Das Pericranium ist die äußere Knochenhaut des Schädels. Es versorgt den Knochen mit Nährstoffen und spielt eine wichtige Rolle bei der Knochenheilung und rekonstruktiven Eingriffen.
Was ist das Pericranium?
Das Pericranium (auch Perikranium) ist die äußere Knochenhaut, die die Außenfläche der Schädelknochen überzieht. Es handelt sich um eine dünne, aber widerstandsfähige Bindegewebsschicht, die dem Periost anderer Knochen des menschlichen Körpers entspricht. Das Pericranium liegt direkt auf der Oberfläche der Schädelkalotte und ist von der darüber liegenden Kopfschwarte (Skalp) durch eine lockere Bindegewebsschicht getrennt, die ein leichtes Verschieben der Hautschichten ermöglicht.
Anatomische Einordnung
Die Kopfhaut besteht aus mehreren Schichten, die von außen nach innen wie folgt aufgebaut sind:
- Haut (Cutis): Die äußere Hautschicht des Kopfes
- Subkutanes Fettgewebe: Fettreiche Schicht unterhalb der Haut
- Galea aponeurotica: Eine fibröse Sehnenplatte, die verschiedene Schädelmuskeln verbindet
- Lockeres Bindegewebe (subaponeurotische Schicht): Ermöglicht die Verschieblichkeit der Kopfschwarte
- Pericranium: Die direkt auf dem Schädelknochen aufliegende Knochenhaut
Das Pericranium ist fest mit den Schädelnähten (Suturen) verwachsen, an der restlichen Schädelkalotte jedoch locker befestigt, was eine gewisse Beweglichkeit ermöglicht.
Funktionen des Pericraniums
Das Pericranium übernimmt mehrere wichtige Aufgaben:
- Ernährung des Knochengewebes: Über feine Blutgefäße versorgt das Pericranium die Außenfläche der Schädelknochen mit Sauerstoff und Nährstoffen.
- Knochenheilung und Regeneration: Bei Verletzungen oder Frakturen des Schädels liefert das Pericranium Vorläuferzellen (Osteoblasten), die am Wiederaufbau des Knochengewebes beteiligt sind.
- Schutzfunktion: Als äußere Knochenhaut bietet das Pericranium mechanischen Schutz für den darunter liegenden Knochen.
- Schmerzwahrnehmung: Das Pericranium ist reich an Nervenfasern und kann bei Verletzungen oder Entzündungen starke Schmerzen verursachen.
Klinische Bedeutung
Verletzungen und Traumata
Bei Kopfverletzungen, insbesondere bei Schnittwunden oder Schädelbrüchen, kann das Pericranium in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine Ablösung des Pericraniums vom Schädelknochen (subperiostales Hämatom) kann bei Neugeborenen nach einer Geburtsverletzung auftreten und wird als Kephalhämatom bezeichnet. Diese Blutansammlung zwischen Knochen und Pericranium bildet sich in der Regel spontan zurück.
Rekonstruktive Chirurgie
In der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie wird das Pericranium häufig als Pericranium-Lappen (pericranialer Lappen) eingesetzt. Da das Pericranium gut vaskularisiert ist, also eine gute Blutversorgung aufweist, eignet es sich hervorragend als Transplantatmaterial bei:
- Rekonstruktionen der Schädelkalotte nach Tumoroperationen
- Versorgung von Schädeldefekten
- Deckung von Duradefekten bei neurochirurgischen Eingriffen
- Rekonstruktionen im Bereich der Augenhöhle oder der Schädelbasis
Entzündungen
Eine Entzündung des Pericraniums, die sogenannte Perikranitis, kann infolge von Infektionen, Verletzungen oder im Zusammenhang mit neurochirurgischen Eingriffen auftreten. Sie äußert sich durch lokalen Schmerz, Schwellung und Rötung im betroffenen Bereich.
Kopfschmerzen und Perikranialer Druckschmerz
In der Neurologie spielt das Pericranium eine Rolle bei bestimmten Kopfschmerzformen. Beim Spannungskopfschmerz wird häufig ein erhöhter Druckschmerz der perikranialen Muskulatur und des Pericraniums beschrieben. Dieser sogenannte perikraniale Druckschmerz kann durch manuelle Palpation (Betasten) festgestellt werden und hilft bei der Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen.
Diagnostik
Das Pericranium selbst ist mit bloßem Auge nicht sichtbar, kann jedoch im Rahmen von bildgebenden Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) indirekt beurteilt werden. Bei operativen Eingriffen am Schädel ist das Pericranium direkt sichtbar und zugänglich.
Quellen
- Schünke M., Schulte E., Schumacher U. - Prometheus Lernatlas der Anatomie: Kopf, Hals und Neuroanatomie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 5. Auflage 2022.
- Headache Classification Committee of the International Headache Society (IHS) - The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition. Cephalalgia, 2018; 38(1):1-211.
- Neligan P.C. (Hrsg.) - Plastic Surgery, Volume 3: Craniofacial, Head and Neck Surgery. Elsevier, 4. Auflage 2018.
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