Perikard (Herzbeutel) – Funktion und Erkrankungen
Das Perikard ist der schützende Herzbeutel, der das Herz umgibt. Es stabilisiert die Herzlage im Brustkorb und schützt vor Infektionen und mechanischen Einwirkungen.
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Das Perikard ist der schützende Herzbeutel, der das Herz umgibt. Es stabilisiert die Herzlage im Brustkorb und schützt vor Infektionen und mechanischen Einwirkungen.
Was ist das Perikard?
Das Perikard (auch Herzbeutel oder lateinisch Pericardium genannt) ist eine doppelwandige, sackartige Hülle aus Bindegewebe, die das Herz vollständig umgibt. Es besteht aus zwei Schichten: dem äußeren Perikardium fibrosum (fibröses Perikard) und dem inneren Perikardium serosum (seröses Perikard). Das seröse Perikard ist seinerseits in zwei Blätter unterteilt: das parietale Blatt (Außenwand) und das viszerale Blatt (Epikard), das direkt der Herzoberfläche anliegt.
Zwischen den beiden Blättern des serösen Perikards befindet sich der Perikardialspaltraum, der normalerweise etwa 15 bis 50 Milliliter seröse Flüssigkeit (Perikardialkflüssigkeit) enthält. Diese Flüssigkeit reduziert die Reibung bei den rhythmischen Herzbewegungen.
Funktion des Perikards
- Mechanischer Schutz: Das Perikard schützt das Herz vor äußeren mechanischen Einwirkungen und stumpfen Traumata.
- Fixierung des Herzens: Es verankert das Herz im Mediastinum (dem mittleren Brustraum) und verhindert übermäßige Lageveränderungen.
- Infektionsbarriere: Das Perikard bildet eine Schutzbarriere gegen die Ausbreitung von Infektionen aus benachbarten Strukturen (Lunge, Speiseröhre).
- Reibungsminderung: Die Perikardialspaltkflüssigkeit ermöglicht eine reibungsarme Bewegung des Herzens bei jedem Herzschlag.
- Druckkontrolle: Das fibröse Perikard begrenzt eine übermäßige Ausdehnung des Herzens bei plötzlicher Volumenbelastung.
Erkrankungen des Perikards
Perikarditis (Herzbeutelentzündung)
Die Perikarditis ist eine Entzündung des Perikards, die häufig durch Viren (z. B. Coxsackie-Viren, Influenzaviren), Bakterien, Autoimmunerkrankungen oder nach einem Herzinfarkt auftreten kann. Typische Symptome sind stechende Brustschmerzen, die sich beim Einatmen oder im Liegen verschlimmern, sowie Fieber. Die Diagnose erfolgt mittels EKG, Echokardiografie und Laborwerten (CRP, Troponin).
Perikarderguss
Ein Perikarderguss entsteht, wenn sich übermäßig viel Flüssigkeit im Perikardialspaltraum ansammelt. Dies kann bei Perikarditis, Herzinsuffizienz, Nierenversagen, Tumorerkrankungen oder nach Herzoperationen auftreten. Kleine Ergüsse verlaufen oft asymptomatisch; größere können zu Atemnot und Druckgefühl in der Brust führen.
Herzbeuteltamponade
Die Herzbeuteltamponade ist ein lebensbedrohlicher Zustand, bei dem sich so viel Flüssigkeit oder Blut im Perikard ansammelt, dass das Herz nicht mehr ausreichend gefüllt werden kann. Symptome sind Atemnot, niedriger Blutdruck und gestaute Halsvenen (sogenannte Beck-Trias). Die sofortige Behandlung erfolgt durch eine Perikardpunktion (Perikardiozentese).
Konstriktive Perikarditis
Bei der konstriktiven Perikarditis vernarbt und verkalkt das Perikard nach einer chronischen Entzündung und schränkt dadurch die Herzfüllung dauerhaft ein. Die Behandlung besteht in der operativen Entfernung des Perikards (Perikardiektomie).
Diagnose von Perikarderkrankungen
- Echokardiografie (Herzultraschall): Methode der Wahl zur Darstellung von Ergüssen und Wandveränderungen.
- EKG (Elektrokardiogramm): Typische EKG-Veränderungen bei Perikarditis (diffuse ST-Hebungen).
- CT und MRT des Thorax: Detaillierte Beurteilung der Perikardstruktur und -dicke.
- Labordiagnostik: Entzündungsmarker wie CRP und Leukozyten, Troponin zum Ausschluss einer Myokardbeteiligung.
Behandlung von Perikarderkrankungen
Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung. Bei der akuten Perikarditis werden entzündungshemmende Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) (z. B. Ibuprofen, Aspirin) und Colchizin eingesetzt. Bei bakteriellen Ursachen sind Antibiotika erforderlich. Ein symptomatischer Perikarderguss kann durch eine Perikardpunktion entlastet werden. Die konstriktive Perikarditis erfordert in schweren Fällen eine operative Perikardiektomie.
Quellen
- Maisch B. et al. - Guidelines on the Diagnosis and Management of Pericardial Diseases. European Heart Journal, ESC Guidelines 2015.
- Adler Y. et al. - 2015 ESC Guidelines for the diagnosis and management of pericardial diseases. European Heart Journal, 36(42):2921-2964.
- Schiebler T.H., Korf H.W. - Anatomie: Histologie, Entwicklungsgeschichte, makroskopische und mikroskopische Anatomie. 10. Auflage, Springer Medizin Verlag, 2007.
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