Peritonealdialyse – Bauchfelldialyse einfach erklärt
Die Peritonealdialyse ist ein Nierenersatzverfahren, bei dem das Bauchfell als natürliche Filtermembran genutzt wird, um Schadstoffe und überschüssige Flüssigkeit aus dem Blut zu entfernen.
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Die Peritonealdialyse ist ein Nierenersatzverfahren, bei dem das Bauchfell als natürliche Filtermembran genutzt wird, um Schadstoffe und überschüssige Flüssigkeit aus dem Blut zu entfernen.
Was ist die Peritonealdialyse?
Die Peritonealdialyse (PD) ist ein Verfahren zur Nierenersatztherapie, das bei Patienten mit schwerem Nierenversagen oder chronischer Niereninsuffizienz eingesetzt wird. Anders als die Hämodialyse, bei der das Blut außerhalb des Körpers gefiltert wird, nutzt die Peritonealdialyse das körpereigene Bauchfell (Peritoneum) als natürliche Dialysemembran. Über einen dauerhaft implantierten Katheter wird eine spezielle Spüllösung (Dialysat) in den Bauchraum eingeleitet, die Abfallstoffe und überschüssiges Wasser aus dem Blut aufnimmt und anschließend wieder abgelassen wird.
Wann wird die Peritonealdialyse eingesetzt?
Die Peritonealdialyse wird hauptsächlich bei folgenden Erkrankungen und Zuständen empfohlen:
- Chronisches Nierenversagen im Endstadium (terminale Niereninsuffizienz)
- Akutes Nierenversagen, wenn andere Verfahren nicht geeignet sind
- Patienten, die eine Heimdialyse bevorzugen oder in deren Nähe keine Hämodialysezentren verfügbar sind
- Kinder und ältere Patienten, bei denen eine schonendere Dialyseform bevorzugt wird
- Patienten mit eingeschränktem Gefäßzugang für die Hämodialyse
Wie funktioniert die Peritonealdialyse?
Der Wirkmechanismus der Peritonealdialyse beruht auf zwei physikalischen Prinzipien:
- Diffusion: Harnstoff, Kreatinin und andere Abfallstoffe wandern durch das Bauchfell aus dem Blut in die Dialyselösung, da dort eine niedrigere Konzentration dieser Stoffe herrscht.
- Osmose (Ultrafiltration): Durch den Einsatz eines osmotisch wirksamen Stoffes (meist Glukose) in der Dialyselösung wird überschüssige Flüssigkeit aus dem Blut in den Bauchraum gezogen.
Nach einer bestimmten Verweildauer (sogenannte Verweilzeit) wird die verbrauchte Lösung abgelassen und durch frisches Dialysat ersetzt. Dieser Vorgang wird als Wechsel bezeichnet.
Formen der Peritonealdialyse
Kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse (CAPD)
Bei der CAPD führt der Patient die Wechsel manuell durch, in der Regel 3 bis 5 Mal täglich. Die Lösung verbleibt während des Tages und in der Nacht im Bauchraum. Dieses Verfahren erfordert keine Maschine und kann zu Hause oder auch unterwegs durchgeführt werden.
Automatisierte Peritonealdialyse (APD)
Bei der APD übernimmt ein Gerät (sogenannter Cycler) die Wechsel automatisch, meist während der Nacht. Der Patient schläft dabei und ist tagsüber frei von Wechseln. Dieses Verfahren eignet sich besonders für berufstätige Patienten oder Kinder.
Vor- und Nachteile der Peritonealdialyse
Vorteile
- Durchführung zu Hause möglich – hohe Selbstständigkeit und Lebensqualität
- Schonender für das Herz-Kreislauf-System im Vergleich zur Hämodialyse
- Keine Nadeln oder Venenzugänge notwendig
- Kontinuierlichere Entgiftung rund um die Uhr
- Flexibler Tagesablauf (besonders bei APD)
Nachteile
- Risiko einer Peritonitis (Bauchfellentzündung) durch Keimeintrag
- Tägliche Disziplin und hygienisch einwandfreie Durchführung erforderlich
- Begrenzte Langzeiteignung des Bauchfells als Dialysemembran
- Glukosebelastung durch das Dialysat kann zu Gewichtszunahme und metabolischen Veränderungen führen
- Wirksamkeit nimmt bei verbleibender Restfunktion der Nieren mit der Zeit ab
Mögliche Komplikationen
- Peritonitis: Die häufigste und schwerwiegendste Komplikation; Entzündung des Bauchfells durch Bakterien oder Pilze
- Katheterinfektionen an der Eintrittsstelle des Katheters
- Hernien (Eingeweidebrüche) durch den erhöhten Druck im Bauchraum
- Flüssigkeitsüberladung oder Dehydration bei falscher Dialysedosierung
- Metabolische Störungen (z. B. erhöhter Blutzucker, Fettstoffwechselveränderungen)
Pflege und Alltag mit Peritonealdialyse
Patienten, die eine Peritonealdialyse durchführen, werden intensiv geschult, um die Technik sicher und hygienisch anzuwenden. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch das Nephrologieteam sind wichtig, um die Effektivität der Dialyse zu überwachen und Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Die Ernährung muss angepasst werden – insbesondere hinsichtlich Kalium-, Phosphat- und Flüssigkeitsaufnahme.
Quellen
- Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) – Clinical Practice Guideline for Acute Kidney Injury. KDIGO, 2012. Verfügbar unter: https://kdigo.org
- Daugirdas JT, Blake PG, Ing TS (Hrsg.) – Handbook of Dialysis. 5. Auflage. Wolters Kluwer, 2015.
- Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) – Leitlinien zur Nierenersatztherapie. Verfügbar unter: https://www.dgfn.eu
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