Peritonealpunktion – Ablauf, Indikationen und Risiken
Die Peritonealpunktion ist ein medizinisches Verfahren, bei dem Flüssigkeit aus der Bauchhöhle entnommen wird. Sie dient der Diagnose und Therapie von Aszites.
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Die Peritonealpunktion ist ein medizinisches Verfahren, bei dem Flüssigkeit aus der Bauchhöhle entnommen wird. Sie dient der Diagnose und Therapie von Aszites.
Was ist die Peritonealpunktion?
Die Peritonealpunktion – auch als Aszitespunktion oder Parazentese bezeichnet – ist ein medizinisches Eingriff, bei dem mithilfe einer Nadel oder eines Katheters Flüssigkeit aus der Bauchhöhle (Peritoneum) entnommen wird. Die Bauchhöhle ist der Raum zwischen den Bauchorganen und der Bauchwand, der von einer dünnen Gewebeschicht, dem Bauchfell (Peritoneum), ausgekleidet wird. Unter bestimmten krankhaften Bedingungen kann sich in diesem Raum überschüssige Flüssigkeit ansammeln, die als Aszites bezeichnet wird.
Indikationen
Die Peritonealpunktion wird aus zwei Hauptgründen durchgeführt:
- Diagnostische Punktion: Eine kleine Menge Flüssigkeit wird entnommen und laborchemisch untersucht, um die Ursache des Aszites zu ermitteln – z. B. bei Verdacht auf eine Infektion, Tumorerkrankung oder Leberzirrhose.
- Therapeutische Punktion: Größere Flüssigkeitsmengen werden abgelassen, um Beschwerden wie Atemnot, Bauchschmerzen oder Völlegefühl zu lindern.
Häufige Ursachen von Aszites
Die Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle kann verschiedene Ursachen haben:
- Leberzirrhose (häufigste Ursache, ca. 75 % aller Aszitesfälle)
- Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
- Nierenerkrankungen (z. B. nephrotisches Syndrom)
- Bösartige Tumorerkrankungen (z. B. Bauchfellkarzinose)
- Entzündliche Erkrankungen (z. B. Tuberkulose, Pankreatitis)
- Hypoalbuminämie (niedriger Eiweißgehalt im Blut)
Durchführung des Eingriffs
Die Peritonealpunktion wird in der Regel unter sterilen Bedingungen und mit örtlicher Betäubung durchgeführt. Der genaue Ablauf ist wie folgt:
- Vorbereitung: Der Patient liegt auf dem Rücken, die Haut wird desinfiziert und steril abgedeckt. Häufig wird der Eingriff unter Ultraschallkontrolle durchgeführt, um die sichere Lage der Nadel zu gewährleisten.
- Lokalanästhesie: Die Einstichstelle wird mit einem Lokalanästhetikum betäubt.
- Punktion: Eine Hohlnadel oder ein Kunststoffkatheter wird durch die Bauchwand in die Bauchhöhle eingeführt. Übliche Einstichstellen sind der linke oder rechte Unterbauch.
- Flüssigkeitsentnahme: Bei der diagnostischen Punktion werden 20–50 ml Flüssigkeit entnommen. Bei der therapeutischen Punktion können mehrere Liter abgelassen werden.
- Abschluss: Nach der Entnahme wird die Nadel entfernt, die Einstichstelle verbunden und der Patient überwacht.
Untersuchung der Peritonealflüssigkeit
Die entnommene Flüssigkeit (Aszitespunktat) wird labormedizinisch auf verschiedene Parameter untersucht:
- Zellzahl und Zelltypen (z. B. erhöhte Leukozytenzahl bei Infektion)
- Eiweiß- und Albumingehalt (SAAG – Serum-Aszites-Albumin-Gradient zur Ursachenfindung)
- Glukose und Laktatdehydrogenase (LDH)
- Zytologie (Suche nach Tumorzellen)
- Bakterienkulturen bei Verdacht auf spontane bakterielle Peritonitis (SBP)
Risiken und Komplikationen
Die Peritonealpunktion gilt als ein sicheres Verfahren mit geringem Komplikationsrisiko. Mögliche Risiken umfassen:
- Lokale Blutung oder Hämatom an der Einstichstelle
- Infektion oder Peritonitis (Bauchfellentzündung)
- Verletzung von Darm, Blase oder Blutgefäßen (selten)
- Kreislaufdysregulation bei großvolumiger Aszitesdrainage (Paracentesis-induzierte Kreislaufdysfunktion)
- Persistierende Leckage an der Einstichstelle
Bei großvolumiger therapeutischer Punktion (mehr als 5 Liter) wird in der Regel gleichzeitig Albumin intravenös verabreicht, um einem Kreislaufabfall entgegenzuwirken.
Kontraindikationen
In bestimmten Situationen sollte die Peritonealpunktion nicht oder nur mit besonderer Vorsicht durchgeführt werden:
- Schwere Gerinnungsstörungen (Koagulopathie)
- Sehr niedrige Thrombozytenzahl (Thrombozytopenie)
- Schwangerschaft (relative Kontraindikation)
- Infektion der Bauchwand im Bereich der geplanten Einstichstelle
- Stark ausgeprägter Ileus (Darmverschluss) mit Darmdilatation
Nachsorge
Nach dem Eingriff wird der Patient in der Regel für einige Stunden überwacht. Blutdruck, Puls und die Einstichstelle werden kontrolliert. Bei ambulanten Patienten wird empfohlen, sich für den Rest des Tages zu schonen und bei Zeichen von Fieber, starken Schmerzen oder Rötung der Einstichstelle umgehend einen Arzt aufzusuchen.
Quellen
- European Association for the Study of the Liver (EASL). Clinical Practice Guidelines on the management of ascites, spontaneous bacterial peritonitis, and hepatorenal syndrome in cirrhosis. Journal of Hepatology, 2010; 53(3): 397–417.
- Runyon, B. A. Management of adult patients with ascites due to cirrhosis: An update. Hepatology, 2009; 49(6): 2087–2107.
- Poca, M. et al. Role of albumin treatment in patients with spontaneous bacterial peritonitis. Clinical Gastroenterology and Hepatology, 2012; 10(3): 309–315.
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