Pes anserinus – Anatomie und Syndrom erklärt
Der Pes anserinus ist eine anatomische Struktur am Knie, bei der drei Sehnen gemeinsam am Schienbein ansetzen. Entzündungen dieser Region verursachen typische Knieschmerzen.
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Der Pes anserinus ist eine anatomische Struktur am Knie, bei der drei Sehnen gemeinsam am Schienbein ansetzen. Entzündungen dieser Region verursachen typische Knieschmerzen.
Was ist der Pes anserinus?
Der Pes anserinus (lateinisch: Gänsefuß) ist eine anatomische Struktur an der Innenseite des Knies. Seinen Namen verdankt er der charakteristischen fächerförmigen Ausbreitung dreier Sehnen, die an der Innenfläche des oberen Schienbeins (Tibia) gemeinsam ansetzen und dabei einer Gänsefußform ähneln. Man unterscheidet zwei Varianten: den Pes anserinus superficialis (oberflächlicher Gänsefuß) und den Pes anserinus profundus (tiefer Gänsefuß).
Anatomie
Der Pes anserinus superficialis wird von den Sehnen dreier Muskeln gebildet:
- Musculus sartorius (Schneidermuskel)
- Musculus gracilis (Schlankmuskel)
- Musculus semitendinosus (halbsehniger Muskel)
Diese drei Muskeln verlaufen vom Becken bzw. Oberschenkel zur Innenseite des Knies und inserieren dort gemeinsam an der medialen Tibia. Der Pes anserinus profundus bezeichnet den Ansatzbereich des Innenbandes (Ligamentum collaterale mediale) an derselben Stelle. Zwischen den Sehnen des oberflächlichen Gänsefußes und dem Innenband befindet sich ein Schleimbeutel (Bursa anserina), der die Reibung reduziert.
Klinische Bedeutung: Pes-anserinus-Syndrom
Das Pes-anserinus-Syndrom (auch: Pes-anserinus-Bursitis oder Insertionstendinopathie) beschreibt eine schmerzhafte Entzündung im Bereich des Gänsefußes, die entweder die Sehnenansätze (Tendinopathie) oder den Schleimbeutel (Bursitis) betrifft.
Ursachen
- Überbelastung durch Sport, insbesondere Laufen, Radfahren oder Treppensteigen
- Kniegelenksarthrose (Gonarthrose), die häufig mit dem Syndrom assoziiert ist
- Übergewicht als mechanischer Risikofaktor
- Diabetes mellitus als begünstigender metabolischer Faktor
- Biomechanische Fehlstellungen wie Genu valgum (X-Bein) oder Plattfuß
- Direkte Traumata oder wiederholte Mikrotraumata
Symptome
- Schmerzen an der Innenseite des Knies, typischerweise 2–5 cm unterhalb des Kniegelenkspaltes
- Druckschmerz über dem Sehnenansatz
- Schmerzverstärkung beim Treppensteigen, Aufstehen aus dem Sitzen oder bei sportlicher Belastung
- Gelegentlich Schwellung oder lokale Überwärmung der betroffenen Region
- Nachtschmerz (besonders bei Bursitis)
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel klinisch gestellt. Der Arzt führt eine gründliche Anamnese durch und tastet die betroffene Region gezielt ab (Palpation). Folgende Untersuchungen können ergänzend eingesetzt werden:
- Sonographie (Ultraschall): Darstellung von Schleimbeutelentzündung oder Sehnenveränderungen
- MRT (Magnetresonanztomographie): Detaillierte Beurteilung von Weichteilstrukturen, insbesondere bei unklaren Befunden
- Röntgen: Zum Ausschluss knöcherner Ursachen oder zur Beurteilung einer Gonarthrose
Behandlung
Konservative Therapie
Die überwiegende Mehrheit der Betroffenen kann konservativ behandelt werden:
- Schonung und Belastungsreduktion der betroffenen Strukturen
- Kühlung der schmerzenden Region zur Entzündungshemmung
- Physiotherapie: Dehnung und Kräftigung der betroffenen Muskeln sowie Verbesserung der Biomechanik
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung
- Kortikosteroid-Injektionen in den Schleimbeutel bei stark ausgeprägter Bursitis
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht
- Orthopädische Einlagen bei Fehlstellungen
Operative Therapie
Operative Eingriffe sind selten erforderlich und werden nur bei therapieresistenten Verläufen in Betracht gezogen. Dabei kann der entzündete Schleimbeutel chirurgisch entfernt werden (Bursektomie).
Prognose
Bei konsequenter konservativer Behandlung ist die Prognose des Pes-anserinus-Syndroms in der Regel gut. Die meisten Patienten erleben eine deutliche Besserung innerhalb weniger Wochen bis Monate. Entscheidend sind die Behandlung möglicher Grunderkrankungen sowie die Anpassung der körperlichen Belastung.
Quellen
- Rennie WJ, Saifuddin A. Pes anserine bursitis: incidence in symptomatic knees and clinical presentation. Skeletal Radiol. 2005;34(7):395–398.
- Lowe W. Pes Anserine Bursitis and Tendinopathy. In: Orthopedic Massage. Elsevier, 2009.
- Kang I, Han SW. Anserine bursitis in patients with osteoarthritis of the knee. Southern Medical Journal. 2000;93(2):207–209.
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