Pethidin – Opioid-Schmerzmittel einfach erklärt
Pethidin ist ein stark wirksames Opioid-Schmerzmittel, das bei starken Schmerzen eingesetzt wird. Es wirkt direkt im Zentralnervensystem und ist verschreibungspflichtig.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Pethidin"
Pethidin ist ein stark wirksames Opioid-Schmerzmittel, das bei starken Schmerzen eingesetzt wird. Es wirkt direkt im Zentralnervensystem und ist verschreibungspflichtig.
Was ist Pethidin?
Pethidin (auch bekannt als Meperidin) ist ein synthetisches Opioid-Analgetikum, das zur Gruppe der Betäubungsmittel gehört. Es wurde erstmals in den 1930er-Jahren entwickelt und ist eines der ältesten synthetischen Opioide überhaupt. Pethidin wirkt stark schmerzlindernd und wird ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt. In Deutschland unterliegt es dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG).
Indikationen (Anwendungsgebiete)
Pethidin wird bei verschiedenen medizinischen Situationen eingesetzt, in denen starke Schmerzen auftreten:
- Starke akute Schmerzzustände, z. B. nach Operationen oder Verletzungen
- Wehen-Schmerzen unter der Geburt (peripartale Analgesie)
- Kolikschmerzen, z. B. bei Nieren- oder Gallenkolik
- Schmerzmanagement bei bestimmten diagnostischen oder chirurgischen Eingriffen
- Postoperative Schmerztherapie
Wirkmechanismus
Pethidin bindet vorwiegend an die My-Opioidrezeptoren im Zentralnervensystem (ZNS) und im Rückenmark. Durch diese Bindung wird die Weiterleitung von Schmerzsignalen gehemmt und die Schmerzwahrnehmung deutlich reduziert. Im Vergleich zu Morphin hat Pethidin eine kürzere Wirkdauer (etwa 2–4 Stunden) und einen schnelleren Wirkungseintritt.
Ein wichtiger Unterschied zu anderen Opioiden ist, dass Pethidin auch anticholinerge Eigenschaften besitzt, d. h. es hemmt bestimmte Nervensignale, die über den Botenstoff Acetylcholin vermittelt werden. Dies kann zu typischen Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Herzrasen oder Harnverhalt führen.
Der aktive Metabolit Norpethidin entsteht beim Abbau von Pethidin in der Leber und kann sich im Körper anreichern, insbesondere bei Nierenfunktionsstörungen. Norpethidin ist neurotoxisch und kann Krampfanfälle auslösen.
Dosierung und Anwendung
Pethidin wird in der Regel intravenös (in die Vene), intramuskulär (in den Muskel) oder subkutan (unter die Haut) verabreicht. Eine orale Anwendungsform existiert, wird jedoch aufgrund der schlechteren Bioverfügbarkeit seltener eingesetzt.
- Erwachsene: Übliche Dosierung 25–100 mg alle 3–4 Stunden, je nach klinischer Notwendigkeit
- Geburtshilfe: In der Regel 50–100 mg intramuskulär oder intravenös
- Die Dosierung wird stets individuell angepasst und durch medizinisches Fachpersonal überwacht
Aufgrund des Risikos der Norpethidin-Akkumulation sollte Pethidin nicht über einen längeren Zeitraum oder in hohen Dosen verabreicht werden.
Nebenwirkungen
Wie alle Opioide kann Pethidin eine Reihe von Nebenwirkungen verursachen:
- Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Sedierung (Benommenheit), Mundtrockenheit
- Herz-Kreislauf: Blutdruckabfall, Herzrasen (Tachykardie)
- Atemdepression: Verlangsamung der Atmung – besonders bei hohen Dosen oder gleichzeitiger Einnahme von anderen Beruhigungsmitteln
- Neurologisch: Krampfanfälle durch Norpethidin-Akkumulation, Zittern, Unruhe
- Suchtpotenzial: Wie alle Opioide kann Pethidin zu physischer und psychischer Abhängigkeit führen
Kontraindikationen und Wechselwirkungen
Pethidin darf nicht oder nur unter strenger Abwägung eingesetzt werden bei:
- Gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmern (Monoaminoxidase-Hemmer) – diese Kombination kann lebensbedrohliche Reaktionen auslösen (Serotonin-Syndrom)
- Schwerer Nierenfunktionsstörung (Risiko der Norpethidin-Akkumulation)
- Bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Pethidin
- Gleichzeitiger Einnahme anderer ZNS-dämpfender Substanzen (z. B. Benzodiazepine, Alkohol)
Besonderheiten und klinische Relevanz
Obwohl Pethidin historisch weit verbreitet war, wird es in der modernen Schmerzmedizin zunehmend durch andere Opioide wie Morphin, Oxycodon oder Fentanyl ersetzt. Grund dafür ist insbesondere das Risiko der Norpethidin-Akkumulation und die damit verbundene Neurotoxizität. In der Geburtshilfe wird Pethidin in einigen Ländern noch regelmäßig eingesetzt, obwohl auch hier Alternativen diskutiert werden.
Pethidin ist in Deutschland nur auf Betäubungsmittelrezept erhältlich und unterliegt strengen Vorschriften des Betäubungsmittelgesetzes.
Quellen
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Informationen zu Betäubungsmitteln und Opioiden. www.bfarm.de
- Lüllmann H., Mohr K., Hein L.: Pharmakologie und Toxikologie. Thieme Verlag, 18. Auflage, 2016.
- World Health Organization (WHO): WHO Model Formulary 2008 – Opioid Analgesics. Geneva: WHO Press, 2009.
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