Peyer-Plaque – Funktion und Bedeutung im Darm
Peyer-Plaques sind lymphatische Gewebestrukturen im Dünndarm, die eine zentrale Rolle bei der Immunabwehr des Darms spielen und zur Erkennung von Krankheitserregern beitragen.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Peyer-Plaque"
Peyer-Plaques sind lymphatische Gewebestrukturen im Dünndarm, die eine zentrale Rolle bei der Immunabwehr des Darms spielen und zur Erkennung von Krankheitserregern beitragen.
Was sind Peyer-Plaques?
Peyer-Plaques (auch: Peyersche Plaques) sind spezialisierte lymphatische Gewebeanhäufungen, die sich überwiegend in der Schleimhaut des Ileums befinden – dem letzten Abschnitt des Dünndarms. Sie wurden nach dem Schweizer Anatomen Johann Conrad Peyer benannt, der sie im 17. Jahrhundert erstmals beschrieb. Peyer-Plaques gehören zum sogenannten darmassozierten lymphatischen Gewebe (GALT, Gut-Associated Lymphoid Tissue) und sind ein essenzieller Bestandteil des intestinalen Immunsystems.
Aufbau und Struktur
Peyer-Plaques bestehen aus Ansammlungen von Lymphfollikeln, die von einer spezialisierten Epithelschicht bedeckt sind. Diese Epithelschicht enthält sogenannte M-Zellen (Mikrofaltenzellen), die in der Lage sind, Antigene – also fremde Substanzen wie Bakterien oder Viren – aus dem Darmlumen aufzunehmen und an darunter liegende Immunzellen weiterzugeben. Innerhalb der Peyer-Plaques finden sich verschiedene Immunzellen:
- B-Lymphozyten (in den Keimzentren der Follikel)
- T-Lymphozyten (in den interfolliculären Bereichen)
- Dendritische Zellen und Makrophagen (als antigenpräsentierende Zellen)
Beim Menschen sind durchschnittlich 30 bis 40 Peyer-Plaques vorhanden, wobei ihre Anzahl im Kindes- und Jugendalter am höchsten ist und mit zunehmendem Alter abnimmt.
Funktion im Immunsystem
Die Hauptaufgabe der Peyer-Plaques liegt in der Überwachung des Darminhalts und der Initiierung einer gezielten Immunantwort. Sie erfüllen dabei mehrere wichtige Funktionen:
- Antigenerkennung: M-Zellen transportieren Antigene aus dem Darmlumen in das lymphatische Gewebe, wo sie von Immunzellen erkannt und verarbeitet werden.
- Immunantwort: B-Zellen werden aktiviert und differenzieren sich zu antikörperproduzierenden Plasmazellen, die vor allem Immunglobulin A (IgA) produzieren. IgA wird in den Darm sezerniert und neutralisiert dort Krankheitserreger.
- Immuntoleranz: Peyer-Plaques sind auch an der Entwicklung einer oralen Toleranz beteiligt – also der Fähigkeit des Immunsystems, harmlose Nahrungsbestandteile und nützliche Darmbakterien nicht anzugreifen.
- Immungedächtnis: Nach einem Erstkontakt mit einem Erreger entstehen in den Peyer-Plaques Gedächtniszellen, die bei erneutem Kontakt eine schnellere Immunantwort ermöglichen.
Klinische Bedeutung
Peyer-Plaques spielen bei verschiedenen Erkrankungen eine relevante Rolle:
Infektionskrankheiten
Einige Krankheitserreger nutzen die M-Zellen der Peyer-Plaques als Eintrittspforte in den Körper. Bekannte Beispiele sind Salmonella typhi (Erreger des Typhus), Yersinia-Spezies sowie bestimmte Viren. Die Entzündung der Peyer-Plaques kann bei Typhus zu Darmgeschwüren und im schlimmsten Fall zu Darmperforation führen.
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
Bei Morbus Crohn und anderen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wird eine Fehlfunktion des darmassozierten Immunsystems, einschließlich der Peyer-Plaques, als möglicher Faktor in der Krankheitsentstehung diskutiert. Eine gestörte Immuntoleranz kann zu überschießenden Entzündungsreaktionen gegen die eigene Darmflora führen.
Prionenerkrankungen
Im Zusammenhang mit Prionenerkrankungen wie der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) konnte gezeigt werden, dass die Peyer-Plaques eine Rolle bei der frühen Replikation von Prionen im Darm spielen, bevor diese das zentrale Nervensystem erreichen.
Diagnostik
Peyer-Plaques sind im Rahmen einer Darmspiegelung (Ileokoloskopie) oder bei bildgebenden Verfahren gelegentlich sichtbar. Im Rahmen histopathologischer Untersuchungen von Darmbiopsien können sie mikroskopisch identifiziert werden. Eine spezifische diagnostische Untersuchung der Peyer-Plaques erfolgt in der Regel nur bei begründetem klinischen Verdacht, etwa bei Infektionskrankheiten oder Verdacht auf Darmerkrankungen.
Quellen
- Neutra MR, Pringault E, Kraehenbuhl JP. Antigen sampling across epithelial barriers and induction of mucosal immune responses. Annual Review of Immunology. 1996;14:275-300.
- Mowat AM, Agace WW. Regional specialization within the intestinal immune system. Nature Reviews Immunology. 2014;14(10):667-685.
- World Health Organization (WHO). Typhoid fever – Fact Sheet. Verfuegbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/typhoid
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