Phäochromozytom – Ursachen, Symptome & Therapie
Das Phäochromozytom ist ein seltener Tumor der Nebennieren, der überschießend Stresshormone produziert und zu gefährlichen Blutdruckkrisen führen kann.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um GesundheitWissenswertes über "Phäochromozytom"
Das Phäochromozytom ist ein seltener Tumor der Nebennieren, der überschießend Stresshormone produziert und zu gefährlichen Blutdruckkrisen führen kann.
Was ist ein Phäochromozytom?
Ein Phäochromozytom ist ein in der Regel gutartiger Tumor, der aus den chromaffinen Zellen des Nebennierenmarks entsteht. Diese Zellen sind für die Produktion von Katecholaminen zuständig – insbesondere Adrenalin und Noradrenalin, den sogenannten Stresshormonen. Ein Phäochromozytom produziert diese Hormone unkontrolliert und in übermäßigen Mengen, was zu zum Teil lebensbedrohlichen Blutdruckanstiegen und anderen Beschwerden führen kann. Etwa 10 % der Fälle sind bösartig (maligne). In seltenen Fällen entstehen ähnliche Tumoren außerhalb der Nebennieren – diese werden als Paragangliome bezeichnet.
Ursachen
Die genaue Ursache eines Phäochromozytoms ist nicht immer bekannt. Man unterscheidet zwischen sporadischen (zufällig auftretenden) und erblichen Formen:
- Sporadische Fälle: Die Mehrzahl der Phäochromozytome tritt ohne erkennbare genetische Ursache auf.
- Genetische Syndrome: Etwa 30–40 % der Phäochromozytome sind mit einer erblichen Erkrankung assoziiert, darunter das Multiple Endokrine Neoplasie Typ 2 (MEN2), die Von-Hippel-Lindau-Erkrankung, die Neurofibromatose Typ 1 sowie Mutationen in den SDH-Genen (Succinatdehydrogenase).
Aufgrund des hohen Anteils genetisch bedingter Fälle wird bei allen Betroffenen eine genetische Beratung und Testung empfohlen.
Symptome
Die klassische Symptom-Trias des Phäochromozytoms besteht aus:
- Episodischer oder anhaltender Bluthochdruck (Hypertonie)
- Kopfschmerzen (oft heftig und pulsierend)
- Schweißausbrüche
Weitere häufige Symptome sind:
- Herzrasen (Palpitationen) und schneller Herzschlag (Tachykardie)
- Blässe des Gesichts
- Angstgefühle und innere Unruhe
- Zittern (Tremor)
- Übelkeit und Erbrechen
- Gewichtsverlust
Die Beschwerden können in Form von episodischen Krisen auftreten, die Minuten bis Stunden andauern und durch körperliche Belastung, Stress, bestimmte Medikamente oder Druck auf den Tumor ausgelöst werden können.
Diagnose
Die Diagnose eines Phäochromozytoms erfordert mehrere Untersuchungsschritte:
Labordiagnostik
Als zuverlässigste Methode gilt die Messung der fraktionierten Metanephrine (Abbauprodukte der Katecholamine) im Plasma (Blut) oder im 24-Stunden-Sammelurin. Erhöhte Werte sind ein starker Hinweis auf einen hormonproduzierenden Tumor.
Bildgebende Verfahren
Zur Lokalisierung des Tumors werden bildgebende Verfahren eingesetzt:
- CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) des Abdomens und Beckens zur anatomischen Darstellung
- MIBG-Szintigraphie (Metaiodbenzylguanidin): nuklearmedizinische Methode zur funktionellen Darstellung, besonders bei Metastasen oder Paragangliomen
- PET-CT mit speziellen Tracern bei unklaren Befunden
Genetische Diagnostik
Aufgrund der hohen Rate an hereditären Formen wird eine molekulargenetische Untersuchung empfohlen, um zugrundeliegende Genmutationen zu identifizieren.
Behandlung
Die Therapie der Wahl bei einem Phäochromozytom ist die operative Entfernung des Tumors (Adrenalektomie). Diese erfolgt meist laparoskopisch (minimal-invasiv). Eine erfolgreiche Operation führt in den meisten Fällen zur Normalisierung des Blutdrucks und zum Verschwinden der Beschwerden.
Präoperative Vorbereitung
Vor der Operation ist eine medikamentöse Vorbereitung zwingend erforderlich, um lebensbedrohliche Blutdruckschwankungen während des Eingriffs zu verhindern. Dazu werden üblicherweise eingesetzt:
- Alpha-Blocker (z. B. Phenoxybenzamin oder Doxazosin) zur Blutdrucksenkung – werden 10–14 Tage vor dem Eingriff begonnen
- Beta-Blocker (z. B. Propranolol) zur Kontrolle des Herzrhythmus – werden erst nach ausreichender Alpha-Blockade hinzugefügt
Maligne Phäochromozytome
Bei malignen oder metastasierten Formen stehen folgende Behandlungsoptionen zur Verfügung:
- Hochdosierte MIBG-Therapie (radioaktiv markiertes MIBG)
- Chemotherapie (z. B. CVD-Schema: Cyclophosphamid, Vincristin, Dacarbazin)
- Zielgerichtete Therapien (z. B. Sunitinib) und neuere Substanzen im Rahmen von Studien
Prognose und Nachsorge
Die Prognose bei benignem Phäochromozytom nach vollständiger Resektion ist in der Regel gut. Allerdings besteht ein Rezidivrisiko, das bei genetisch bedingten Formen höher ist. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen mit Labortests (Metanephrine) und ggf. Bildgebung werden für mindestens 10 Jahre, bei Hochrisikopatienten lebenslang empfohlen.
Quellen
- Lenders JW et al. - Pheochromocytoma and paraganglioma: an endocrine society clinical practice guideline. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2014; 99(6): 1915–1942.
- Neumann HPH, Young WF, Eng C - Pheochromocytoma and paraganglioma. New England Journal of Medicine, 2019; 381(6): 552–565.
- Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) - S2k-Leitlinie Phäochromozytom und Paragangliom, 2022. Verfügbar unter: www.awmf.org
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieEmphysem
Extraanatomisch
Antipyretisch
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Phäochromozytom + Phaeochromozytom + Phaochromozytom