Physiologische Anurie – Definition & Bedeutung
Physiologische Anurie bezeichnet das vorübergehende Ausbleiben der Urinproduktion bei Neugeborenen in den ersten Lebensstunden – ein normaler Zustand nach der Geburt.
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Physiologische Anurie bezeichnet das vorübergehende Ausbleiben der Urinproduktion bei Neugeborenen in den ersten Lebensstunden – ein normaler Zustand nach der Geburt.
Was ist physiologische Anurie?
Als physiologische Anurie bezeichnet man das vorübergehende Ausbleiben der Harnausscheidung, das bei gesunden Neugeborenen in den ersten Lebensstunden nach der Geburt auftreten kann. Im Gegensatz zur pathologischen Anurie, die auf eine ernsthafte Erkrankung der Nieren oder der ableitenden Harnwege hinweist, ist die physiologische Anurie ein normaler, vorübergehender Zustand und kein Krankheitsbild.
Medizinisch wird von Anurie gesprochen, wenn die Urinproduktion auf unter 100 ml pro Tag beim Erwachsenen – bzw. unter 1 ml pro kg Körpergewicht pro Stunde beim Neugeborenen – abfällt. Die physiologische Anurie beim Neugeborenen dauert in der Regel nicht länger als 24 bis 48 Stunden nach der Geburt.
Ursachen der physiologischen Anurie beim Neugeborenen
Die physiologische Anurie entsteht durch mehrere normale Anpassungsvorgänge des kindlichen Organismus an das Leben außerhalb der Gebärmutter:
- Hormonelle Umstellung: Unmittelbar nach der Geburt kommt es zu einer erhöhten Ausschüttung von antidiuretischem Hormon (ADH) sowie von Stresshormonen wie Kortisol und Katecholaminen, die die Urinproduktion vorübergehend hemmen.
- Niedriger Blutdruck und veränderte Durchblutung: Die Nieren des Neugeborenen erhalten in den ersten Stunden nach der Geburt noch eine veränderte Durchblutung, was die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) – also die Filterleistung der Nieren – zunächst niedrig hält.
- Geringe Flüssigkeitszufuhr: In den ersten Stunden nach der Geburt ist die Flüssigkeitsaufnahme des Neugeborenen über Muttermilch oder Ersatzmilch noch begrenzt, was die Urinproduktion physiologisch vermindert.
- Intrauterine Harnproduktion: Bereits im Mutterleib produziert der Fötus Urin, der das Fruchtwasser mitbildet. Unmittelbar nach der Geburt sinkt diese Produktion zunächst ab, bevor die Nieren sich auf die eigenständige Funktion einstellen.
Abgrenzung zur pathologischen Anurie
Es ist klinisch wichtig, die physiologische Anurie von einer pathologischen Anurie zu unterscheiden. Eine pathologische Anurie kann auf folgende Erkrankungen hinweisen:
- Nierenfehlbildungen (z. B. Nierenagenesie, polyzystische Nieren)
- Harnwegsobstruktionen (z. B. posteriore Harnröhrenklappen)
- Schwere Hypoxie oder Asphyxie unter der Geburt
- Akutes Nierenversagen in der Neugeborenenperiode
- Sepsis oder Schockzustand
Wenn ein Neugeborenes innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach der Geburt keinen Urin ausscheidet, ist eine sorgfältige klinische Beurteilung durch medizinisches Fachpersonal notwendig, um eine pathologische Ursache auszuschließen.
Diagnose und Beobachtung
Die Diagnose der physiologischen Anurie erfolgt in erster Linie klinisch. Die wichtigsten Beobachtungsparameter sind:
- Zeitpunkt der ersten Miktion: Bei den meisten gesunden Neugeborenen setzt die erste Harnausscheidung innerhalb der ersten 12 bis 24 Stunden nach der Geburt ein. Bei etwa 99 % aller Neugeborenen erfolgt die erste Miktion innerhalb von 48 Stunden.
- Allgemeinzustand des Kindes: Ein gutes Trinkverhalten, normale Hautfarbe und ausreichende Aktivität sprechen für eine physiologische Ursache.
- Ultraschalluntersuchung: Bei anhaltendem Ausbleiben der Urinproduktion kann eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und Harnwege durchgeführt werden, um strukturelle Anomalien auszuschließen.
- Laborwerte: Serumkreatinin und Elektrolyte können zur Beurteilung der Nierenfunktion herangezogen werden.
Verlauf und Prognose
Bei gesunden Neugeborenen ist die physiologische Anurie selbstlimitierend und bedarf keiner spezifischen Behandlung. Sobald die Nahrungsaufnahme etabliert ist und sich die Nierenfunktion vollständig angepasst hat, setzt die regelmäßige Urinproduktion ein. Die Prognose ist bei rein physiologischer Anurie ausgezeichnet.
Eltern und Betreuungspersonen sollten jedoch darauf hingewiesen werden, die Häufigkeit der Windelwechsel zu beobachten und das Pflegepersonal zu informieren, falls das Neugeborene innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden keinen Urin ausgeschieden hat.
Quellen
- Gomella TL et al. – Neonatology: Management, Procedures, On-Call Problems, Diseases, and Drugs. 8. Auflage, McGraw-Hill Education, 2020.
- Polin RA, Abman SH et al. – Fetal and Neonatal Physiology. 5. Auflage, Elsevier, 2017.
- World Health Organization (WHO) – Managing Newborn Problems: A Guide for Doctors, Nurses and Midwives. WHO Press, Genf, 2003.
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