Plagiozephalus: Ursachen, Symptome und Behandlung
Plagiozephalus bezeichnet eine asymmetrische Abflachung des Schädels bei Säuglingen. Die Schädelform ist einseitig verformt, meist durch anhaltenden Druck in einer bestimmten Liegeposition.
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Plagiozephalus bezeichnet eine asymmetrische Abflachung des Schädels bei Säuglingen. Die Schädelform ist einseitig verformt, meist durch anhaltenden Druck in einer bestimmten Liegeposition.
Was ist Plagiozephalus?
Plagiozephalus (auch Plagiozephalie genannt) bezeichnet eine asymmetrische Verformung des kindlichen Schädels, bei der eine Seite des Hinterkopfes oder der Stirn abgeflacht erscheint. Der Begriff stammt aus dem Griechischen: plagios bedeutet schief oder schräg, kephale bedeutet Kopf. Die Erkrankung tritt vor allem bei Neugeborenen und Säuglingen auf, da der Schädel in den ersten Lebensmonaten noch sehr weich und formbar ist.
Ursachen
Man unterscheidet grundsätzlich zwei Formen des Plagiozephalus:
Lagerungsbedingter (positionaler) Plagiozephalus
Dies ist die häufigste Form. Sie entsteht durch anhaltenden einseitigen Druck auf den noch weichen Schädel des Säuglings, zum Beispiel durch:
- Bevorzugte Kopfdrehung zur gleichen Seite beim Schlafen
- Muskelfunktionsstörung des Halses (Tortikollis), die das freie Drehen des Kopfes einschränkt
- Langer Aufenthalt in Liegepositionen ohne ausreichend Bauchlagenübungen
- Frühgeburtlichkeit, da Frühgeborene länger in einer Position liegen
Synostotischer Plagiozephalus
Diese seltenere Form entsteht durch eine vorzeitige Verknöcherung einer oder mehrerer Schädelnähte (Kraniosynostose). Dabei wird das Schädelwachstum in eine bestimmte Richtung eingeschränkt, was zu einer charakteristischen Schädeldeformität führt. Diese Form erfordert in der Regel eine neurochirurgische Behandlung.
Symptome und Erscheinungsbild
Die typischen Merkmale eines Plagiozephalus sind:
- Einseitige Abflachung des Hinterkopfes oder der Stirn
- Asymmetrische Ohrenposition (ein Ohr ist weiter vorne als das andere)
- Schiefe oder ungleichmäßige Gesichtszüge
- Bevorzugte Kopfhaltung in eine Richtung
- Eventuell eingeschränkte Beweglichkeit des Halses (bei begleitendem Tortikollis)
Der Plagiozephalus verursacht in der Regel keine Schmerzen und beeinträchtigt die Hirnentwicklung bei der lagerungsbedingten Form meist nicht direkt. Dennoch sollte er frühzeitig behandelt werden, um kosmetische und funktionelle Folgen zu minimieren.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine körperliche Untersuchung durch den Kinderarzt oder einen Spezialisten gestellt. Dabei werden folgende Methoden eingesetzt:
- Visuelle Beurteilung der Schädelform von oben, vorne und der Seite
- Messung der Schädelasymmetrie mittels eines Maßbandes oder spezieller Instrumente (Kraniophotogrammetrie)
- Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder CT (Computertomographie) zum Ausschluss einer Kraniosynostose
- Beurteilung der Halsbeweglichkeit auf einen begleitenden Tortikollis
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Schädelverformung.
Lagerungstherapie und Physiotherapie
Bei leichten bis mittelschweren Formen wird zunächst eine konservative Behandlung empfohlen:
- Regelmäßige Lagekorrektur: bewusstes Wechseln der Liegeposition des Kindes
- Bauchlagetraining unter Aufsicht zur Entlastung des Hinterkopfes
- Physiotherapie und Krankengymnastik bei begleitendem Tortikollis
- Anpassung von Schlafumgebung und Tragehilfen
Helmtherapie (Orthesetherapie)
Bei ausgeprägten Verformungen, die nicht ausreichend auf die Lagerungstherapie ansprechen, kann ein individuell angepasster Korrekturhelm (kraniale Orthese) eingesetzt werden. Der Helm lenkt das Schädelwachstum in die gewünschte Richtung. Die Therapie ist besonders wirksam zwischen dem 4. und 12. Lebensmonat, wenn der Schädel noch sehr formbar ist.
Chirurgische Behandlung
Bei der synostotischen Form (Kraniosynostose) ist häufig eine neurochirurgische Operation notwendig, um die verknöcherte Schädelnaht zu öffnen und dem Gehirn sowie dem Schädel ausreichend Wachstumsraum zu geben.
Vorbeugung
Einige Maßnahmen können das Risiko eines lagerungsbedingten Plagiozephalus reduzieren:
- Regelmäßiges Wechseln der Kopfposition beim Schlafen
- Tägliches Bauchlagetraining unter Aufsicht ab den ersten Lebenswochen
- Wenig Zeit in Schalen, Autositzen oder Wippen verbringen
- Engen Körperkontakt durch Tragen fördern
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH): Leitlinie Kraniosynostosen und Schadeldeformitaten, 2020.
- Mawji A et al. - The incidence of positional plagiocephaly: a cohort study. Pediatrics. 2013;132(2):298-304.
- Flannery AM et al. - Congress of Neurological Surgeons Systematic Review and Evidence-Based Guidelines for the Management of Patients with Positional Plagiocephaly. Neurosurgery. 2016;79(5):E625-E629.
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