Pleuraerguss: Ursachen, Symptome & Behandlung
Ein Pleuraerguss ist eine krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit im Pleuraspalt, dem Raum zwischen Lunge und Brustwand. Er kann Atemnot verursachen und auf verschiedene Grunderkrankungen hinweisen.
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Ein Pleuraerguss ist eine krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit im Pleuraspalt, dem Raum zwischen Lunge und Brustwand. Er kann Atemnot verursachen und auf verschiedene Grunderkrankungen hinweisen.
Was ist ein Pleuraerguss?
Ein Pleuraerguss bezeichnet eine abnorme Ansammlung von Flüssigkeit im Pleuraspalt – dem schmalen Raum zwischen dem Lungenfell (Pleura visceralis) und dem Rippenfell (Pleura parietalis). Normalerweise befinden sich dort nur wenige Milliliter Flüssigkeit, die als Gleitfilm für die Atembewegungen dient. Bei einem Pleuraerguss kann sich diese Menge auf mehrere Hundert bis über tausend Milliliter erhöhen, was die Lungenfunktion erheblich beeinträchtigen kann.
Ursachen
Pleuraergüsse können durch eine Vielzahl von Erkrankungen ausgelöst werden. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Transsudaten (proteinärme Flüssigkeit durch Druckungleichgewichte) und Exsudaten (proteinreiche Flüssigkeit durch Entzündungen oder Tumore).
- Herzinsuffizienz (häufigste Ursache): erhöhter Venendruck führt zu Flüssigkeitsaustritt
- Pneumonie (Lungenentzündung): parapneumonischer Erguss durch Entzündungsreaktion
- Lungenembolie: beeinträchtigte Durchblutung der Pleura
- Leberzirrhose: erniedrigter onkotischer Druck durch Eiweißmangel
- Nierenerkrankungen (z. B. nephrotisches Syndrom)
- Tumorerkrankungen: Lungenkrebs, Brustkrebs oder Pleuramesotheliom können zu malignen Ergüssen führen
- Tuberkulose: infektiöser Erguss durch Mykobakterien
- Autoimmunerkrankungen: z. B. systemischer Lupus erythematodes oder rheumatoide Arthritis
Symptome
Die Beschwerden hängen von der Menge der Flüssigkeit und der Grunderkrankung ab. Kleine Ergüsse verlaufen oft symptomlos. Größere Ergüsse können folgende Symptome verursachen:
- Atemnot (Dyspnoe), insbesondere bei Belastung oder im Liegen
- Trockener Reizhusten
- Brustschmerzen, oft atemabhängig (pleuritischer Schmerz)
- Druckgefühl in der Brust
- Allgemeines Schwächegefühl und verminderte Belastbarkeit
Diagnose
Die Diagnose eines Pleuraergusses erfolgt mithilfe verschiedener Untersuchungsmethoden:
- Körperliche Untersuchung: abgeschwächtes Atemgeräusch, gedämpfter Klopfschall
- Röntgen des Brustkorbs: Nachweis von Flüssigkeit ab ca. 200–300 ml
- Ultraschall (Sonografie): sehr sensitive Methode, auch kleine Ergüsse erkennbar, Goldstandard für die Punktion
- Computertomografie (CT): genaue Beurteilung von Menge, Lokalisation und möglicher Ursache
- Pleurapunktion (Thorakozentese): Entnahme von Pleuraflüssigkeit zur Laboranalyse – entscheidend für die Unterscheidung von Transsudat und Exsudat (Light-Kriterien)
Behandlung
Die Therapie richtet sich in erster Linie nach der Grunderkrankung. Zusätzlich stehen folgende Maßnahmen zur Verfügung:
Konservative Behandlung
Bei einem Transsudat (z. B. durch Herzinsuffizienz) wird primär die Ursache behandelt – etwa durch Diuretika (entwässernde Medikamente) und Herztherapie. Häufig bildet sich der Erguss dadurch von selbst zurück.
Pleurapunktion (Thorakozentese)
Bei größeren Ergüssen mit Atemnot wird die Flüssigkeit durch eine Nadel oder einen dünnen Katheter abgezogen. Dies verschafft sofortige Erleichterung und liefert gleichzeitig Probenmaterial für die Diagnose.
Pleuradrainage
Bei wiederkehrenden oder infizierten Ergüssen (Pleuraempyem) wird eine Thoraxdrainage eingelegt, um die Flüssigkeit kontinuierlich abzuleiten.
Pleurodese
Bei malignen, wiederholt auftretenden Ergüssen kann eine Pleurodese durchgeführt werden: Dabei wird die Pleurahöhle durch ein Reizmittel (z. B. Talkum) verklebt, damit sich kein neuer Erguss bilden kann.
Chirurgische Maßnahmen
In seltenen Fällen, insbesondere bei Pleuraempyemen oder Tumoren, sind operative Eingriffe wie eine videoassistierte Thorakoskopie (VATS) erforderlich.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP): Leitlinie Pleuraerkrankungen, 2019. Verfügbar unter: www.awmf.org
- Light RW. Pleural Effusions. New England Journal of Medicine. 2002;346(25):1971–1977. DOI: 10.1056/NEJMcp010731
- Roberts ME et al. Management of a malignant pleural effusion: British Thoracic Society Pleural Disease Guideline 2010. Thorax. 2010;65(Suppl 2):ii32–ii40.
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