Poliomyelitis (Kinderlähmung): Ursachen & Impfung
Poliomyelitis (Kinderlähmung) ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die das Nervensystem befällt und zu dauerhaften Lähmungen führen kann. Durch Impfung ist sie heute weitgehend ausgerottet.
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Poliomyelitis (Kinderlähmung) ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die das Nervensystem befällt und zu dauerhaften Lähmungen führen kann. Durch Impfung ist sie heute weitgehend ausgerottet.
Was ist Poliomyelitis?
Poliomyelitis, umgangssprachlich auch Kinderlähmung genannt, ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch das Poliovirus verursacht wird. Das Virus gehört zur Familie der Enteroviren und befällt vorwiegend das Nervensystem. In schweren Fällen zerstört es motorische Nervenzellen im Rückenmark und Hirnstamm, was zu irreversiblen Lähmungen führen kann. Dank weltweiter Impfkampagnen ist die Erkrankung heute in den meisten Ländern ausgerottet, gilt jedoch global noch nicht als vollständig eliminiert.
Ursachen und Übertragung
Poliomyelitis wird durch drei Serotypen des Poliovirus (Typ 1, 2 und 3) verursacht. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich:
- Fäkal-oral: Durch kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel, die mit dem Stuhl infizierter Personen in Berührung gekommen sind.
- Tröpfcheninfektion: In geringerem Maße über Atemsekrete infizierter Personen.
Das Virus vermehrt sich zunächst im Darm und kann von dort in das Blut und schließlich in das zentrale Nervensystem gelangen. Menschen ohne Impfschutz und Kinder unter fünf Jahren sind besonders gefährdet.
Symptome
Die Mehrzahl der Infektionen (etwa 70–75 %) verläuft vollkommen symptomlos. Bei einem Teil der Betroffenen zeigen sich jedoch unterschiedliche Verlaufsformen:
- Abortive Poliomyelitis: Leichte grippeähnliche Symptome wie Fieber, Halsschmerzen, Übelkeit und Bauchschmerzen, die sich nach wenigen Tagen von selbst zurückbilden.
- Non-paralytische Poliomyelitis (aseptische Meningitis): Nackenstarre, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen durch Entzündung der Hirnhäute ohne Lähmungserscheinungen.
- Paralytische Poliomyelitis: Die schwerste Verlaufsform, die bei etwa 0,1–1 % der Infizierten auftritt. Es kommt zu plötzlichen, asymmetrischen schlaffen Lähmungen, häufig der Beinmuskulatur. Beim Befall des Hirnstamms (bulbäre Polio) können lebensbedrohliche Atem- und Schlucklähmungen entstehen.
Diagnose
Die Diagnose der Poliomyelitis erfolgt auf Basis klinischer Zeichen sowie labormedizinischer Untersuchungen:
- Virusnachweis: Nachweis des Poliovirus im Stuhl (bevorzugte Methode), im Rachensekret oder im Liquor cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit).
- PCR (Polymerase-Kettenreaktion): Hochsensitiver molekularer Nachweis des Viruserbguts.
- Serologie: Nachweis von Antikörpern gegen das Poliovirus im Blut.
- Liquoruntersuchung: Bei Meningitis-Verdacht zur Differenzialdiagnose.
Behandlung
Eine spezifische antivirale Therapie gegen Poliomyelitis existiert bislang nicht. Die Behandlung ist daher rein symptomatisch und supportiv:
- Bettruhe und Schmerzlinderung in der Akutphase
- Physiotherapie zur Erhaltung und Wiederherstellung der Muskelfunktion
- Atemunterstützung (z. B. Beatmung) bei bulbärer Beteiligung
- Orthopädische Hilfsmittel und Rehabilitation bei dauerhaften Lähmungen
Post-Polio-Syndrom
Jahrzehnte nach der akuten Erkrankung kann bei einigen Betroffenen das sogenannte Post-Polio-Syndrom auftreten. Es äußert sich in neu einsetzender Muskelschwäche, Erschöpfung und Schmerzen und erfordert ebenfalls symptomatische Behandlung und Rehabilitation.
Prävention und Impfung
Die wirksamste Maßnahme gegen Poliomyelitis ist die Schutzimpfung. Es stehen zwei Impfstofftypen zur Verfügung:
- Inaktivierter Polio-Impfstoff (IPV, Salk-Impfstoff): Wird als Injektion verabreicht und enthält abgetötete Viren. Er ist sicher und wird in Deutschland und den meisten Industrieländern verwendet.
- Oraler Polio-Impfstoff (OPV, Sabin-Impfstoff): Enthält abgeschwächte lebende Viren und wird oral eingenommen. Er ist einfach zu verabreichen und wird vor allem in Entwicklungsländern eingesetzt, kann jedoch in sehr seltenen Fällen selbst eine impfassoziierte Lähmung verursachen.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland empfiehlt die Grundimmunisierung gegen Polio im Säuglingsalter als Teil der Kombinationsimpfung sowie Auffrischungen im Erwachsenenalter.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Poliomyelitis. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/poliomyelitis (abgerufen 2024)
- Robert Koch-Institut (RKI): Steckbrief Poliomyelitis. RKI-Ratgeber, Berlin 2023.
- Löscher T., Burchard G.D. (Hrsg.): Tropenmedizin in Klinik und Praxis. 4. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2010.
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