Promyelozyt – Definition, Funktion & Bedeutung
Der Promyelozyt ist eine unreife Vorstufe der weißen Blutkörperchen, die im Knochenmark gebildet wird. Er spielt eine zentrale Rolle in der Blutbildung.
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Der Promyelozyt ist eine unreife Vorstufe der weißen Blutkörperchen, die im Knochenmark gebildet wird. Er spielt eine zentrale Rolle in der Blutbildung.
Was ist ein Promyelozyt?
Der Promyelozyt ist eine unreife Zelle der myeloischen Zellreihe und stellt eine wichtige Entwicklungsstufe in der Blutbildung (Hämatopoese) dar. Er entsteht im Knochenmark aus dem sogenannten Myeloblasten und reift weiter zum Myelozyten heran. Promyelozyten sind Vorläuferzellen der Granulozyten, einer Gruppe weißer Blutkörperchen, die eine entscheidende Rolle bei der Immunabwehr spielen.
Entstehung und Entwicklung
Die Blutbildung beginnt mit pluripotenten Stammzellen im Knochenmark. Diese entwickeln sich schrittweise über verschiedene Vorstufen zu reifen Blutzellen. Der Promyelozyt steht dabei auf folgender Stufe der Granulopoese:
- Myeloblast (früheste Vorstufe)
- Promyelozyt
- Myelozyt
- Metamyelozyt
- Stabkerniger Granulozyt
- Segmentkerniger Granulozyt (reife Zelle)
Der Promyelozyt ist die größte Zelle in dieser Entwicklungsreihe. Er zeichnet sich durch einen großen, runden bis ovalen Zellkern und zahlreiche azurophile Granula (primäre Granula) im Zytoplasma aus. Diese Granula enthalten wichtige Enzyme wie Myeloperoxidase und Elastase, die für die Bekämpfung von Krankheitserregern notwendig sind.
Klinische Bedeutung
Im gesunden Organismus befinden sich Promyelozyten ausschließlich im Knochenmark und zirkulieren nicht im Blut. Werden sie jedoch im peripheren Blutbild nachgewiesen, kann dies auf eine schwerwiegende Erkrankung hinweisen.
Akute Promyelozytenleukämie (APL)
Die bekannteste Erkrankung, bei der Promyelozyten eine zentrale Rolle spielen, ist die akute Promyelozytenleukämie (APL). Sie ist eine Unterform der akuten myeloischen Leukämie (AML) und wird durch eine charakteristische chromosomale Translokation ausgelöst: die sogenannte t(15;17)-Translokation. Dabei fusionieren das PML-Gen (auf Chromosom 15) und das RAR-alpha-Gen (auf Chromosom 17), was zu einer Hemmung der normalen Zellreifung führt. Unreife Promyelozyten häufen sich im Knochenmark und Blut an, anstatt normal auszureifen.
Typische Merkmale der APL umfassen:
- Erhöhte Blutungsneigung durch disseminierte intravasale Koagulopathie (DIC)
- Schwere Erschöpfung und Blässe (Anämie)
- Erhöhte Infektanfälligkeit (Mangel an funktionsfähigen Granulozyten)
- Nachweis von Auer-Stäbchen in den Blasten unter dem Mikroskop
Weitere Ursachen erhöhter Promyelozytenzahlen
Neben der APL können Promyelozyten auch bei anderen Erkrankungen im Blut erscheinen, darunter:
- Andere Formen der akuten myeloischen Leukämie (AML)
- Myelodysplastische Syndrome (MDS)
- Schwere Infektionen oder Sepsis (sogenannte Linksverschiebung im Blutbild)
Diagnose
Der Nachweis von Promyelozyten erfolgt in der Regel durch:
- Differentialblutbild: mikroskopische Beurteilung des gefärbten Blutausstrichs
- Knochenmarkpunktion und -biopsie: zur genauen Beurteilung der Zellreifung
- Immunphänotypisierung (Durchflusszytometrie): Identifikation spezifischer Oberflächenmarker
- Zytogenetik und Molekulargenetik: Nachweis der t(15;17)-Translokation bei APL-Verdacht
Behandlung bei erhöhten Promyelozyten
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung. Bei der APL hat sich die Therapie in den letzten Jahrzehnten erheblich verbessert:
- All-trans-Retinsäure (ATRA): fördert die Ausreifung der blockierten Promyelozyten zu reifen Granulozyten
- Arsentrioxid (ATO): wirkt gezielt auf die Leukämiezellen und unterstützt deren Ausreifung oder Apoptose
- Chemotherapie: in bestimmten Risikogruppen ergänzend eingesetzt
Die APL gilt heute als eine der am besten behandelbaren Formen der akuten Leukämie mit sehr hohen Remissionsraten.
Quellen
- Löffler H, Rastetter J, Haferlach T: Atlas der klinischen Hämatologie. 6. Auflage, Springer Medizin Verlag, 2004.
- Lo-Coco F et al.: Retinoic Acid and Arsenic Trioxide for Acute Promyelocytic Leukemia. New England Journal of Medicine, 2013; 369:111-121. DOI: 10.1056/NEJMoa1300874.
- World Health Organization (WHO): Classification of Tumours of Haematopoietic and Lymphoid Tissues. 4th Edition, IARC Press, Lyon, 2017.
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