Pseudozyanose – Ursachen, Symptome & Behandlung
Pseudozyanose ist eine bläulich-graue Verfärbung der Haut, die nicht durch Sauerstoffmangel verursacht wird, sondern andere Ursachen wie Medikamente oder Ablagerungen hat.
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Pseudozyanose ist eine bläulich-graue Verfärbung der Haut, die nicht durch Sauerstoffmangel verursacht wird, sondern andere Ursachen wie Medikamente oder Ablagerungen hat.
Was ist Pseudozyanose?
Der Begriff Pseudozyanose beschreibt eine bläuliche, grau-bläuliche oder violette Verfärbung der Haut bzw. der Schleimhäute, die optisch einer echten Zyanose ähnelt, jedoch nicht auf einen Mangel an Sauerstoff im Blut zurückzuführen ist. Bei einer echten Zyanose entsteht die Blaufärbung durch erhöhte Mengen von sauerstoffarmem (desoxygenierten) Hämoglobin in den Blutgefäßen der Haut. Bei der Pseudozyanose hingegen sind die Sauerstoffsättigung und die Herzkreislauffunktion in der Regel normal.
Ursachen
Es gibt verschiedene Ursachen, die zu einer Pseudozyanose führen können:
- Medikamentenablagerungen: Bestimmte Medikamente können sich in der Haut ablagern und eine bläulich-graue Verfärbung verursachen. Bekannte Beispiele sind Amiodaron (ein Herzrhythmusmittel) sowie Minocyclin (ein Antibiotikum). Auch Phenothiazin-Derivate (z. B. Chlorpromazin) sind bekannt für diesen Effekt.
- Schwermetallablagerungen: Eine Vergiftung oder chronische Exposition gegenüber Schwermetallen wie Silber (Argyrie), Gold (Chrysiasis) oder Blei kann zu dauerhaften grau-bläulichen Hautveränderungen führen.
- Methämoglobinämie: Bei dieser Erkrankung liegt Hämoglobin in einer oxidierten, funktionsunfähigen Form vor (Methämoglobin). Obwohl dabei die Blaufärbung durch eine veränderte Hämoglobinform entsteht, wird die Methämoglobinämie von manchen Quellen zur Pseudozyanose gezählt, da sie sich von der klassischen Zyanose durch Sauerstoffmangel unterscheidet.
- Tätowierungen und Fremdkörperablagerungen: Lokale Hautveränderungen durch Tattoos oder eingebrachte Fremdpartikel können vereinzelt blauviolette Verfärbungen hervorrufen.
- Sulfhämoglobinämie: Eine seltene Störung, bei der Schwefel an das Hämoglobin gebunden wird und zu einer grünlich-bläulichen Hautfarbe führen kann.
Symptome
Das Hauptmerkmal der Pseudozyanose ist die auffällige bläuliche, grau-bläuliche oder violette Verfärbung der Haut oder Schleimhäute. Im Gegensatz zur echten Zyanose bestehen dabei üblicherweise:
- Keine Atemnot oder Kurzatmigkeit
- Normale Sauerstoffsättigung im Blut (gemessen per Pulsoximetrie oder Blutgasanalyse)
- Keine Anzeichen einer Herzinsuffizienz oder einer Lungenerkrankung
Die Verfärbung kann je nach Ursache diffus (über den ganzen Körper verteilt) oder lokal begrenzt auftreten. Bei Argyrie beispielsweise ist häufig die gesamte Haut betroffen, mit verstärkter Ausprägung an lichtexponierten Stellen.
Diagnose
Die Abgrenzung zwischen echter Zyanose und Pseudozyanose ist klinisch bedeutsam. Folgende diagnostische Schritte kommen zum Einsatz:
- Pulsoximetrie: Messung der Sauerstoffsättigung. Bei Pseudozyanose ist diese normal.
- Arterielle Blutgasanalyse: Liefert genaue Informationen über den Sauerstoffgehalt des Blutes.
- Ko-Oximetrie: Ermöglicht die Unterscheidung von Methämoglobin, Sulfhämoglobin und normalem Hämoglobin.
- Anamnese: Genaue Befragung zu Medikamenten, beruflichen Expositionen, Nahrungsergänzungsmitteln und Vorerkrankungen.
- Hautbiopsie: Bei Verdacht auf Ablagerungen (z. B. Argyrie) kann eine Gewebeprobe hilfreich sein.
- Laboruntersuchungen: Blutbild, Schwermetallspiegel, Medikamentenspiegel im Blut.
Behandlung
Die Behandlung der Pseudozyanose richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache:
- Medikamenten-induzierte Verfärbung: Sofern medizinisch vertretbar, wird das auslösende Medikament abgesetzt oder durch ein alternatives Präparat ersetzt. In manchen Fällen bildet sich die Verfärbung nach dem Absetzen langsam zurück.
- Argyrie (Silbervergiftung): Es gibt keine etablierte Therapie zur vollständigen Entfernung der Silberablagerungen. Schutz vor UV-Licht kann helfen, die Verfärbung zu reduzieren. Experimentell werden Laserbehandlungen erprobt.
- Methämoglobinämie: Die Behandlung erfolgt mit Methylenblau intravenös, das das Methämoglobin in funktionsfähiges Hämoglobin umwandelt. Bei schweren Fällen kann eine Austauschtransfusion notwendig sein.
- Schwermetallvergiftungen: Chelattherapie (Bindung der Schwermetalle durch spezielle Substanzen) kann eingesetzt werden, um die Ausscheidung zu fördern.
Quellen
- Fauci AS, Kasper DL et al. - Harrison's Principles of Internal Medicine, 21. Auflage, McGraw-Hill Education, 2022.
- Paller AS, Mancini AJ - Hurwitz Clinical Pediatric Dermatology, 5. Auflage, Elsevier, 2016.
- Haymond S, Cariappa R, Eby CS, Scott MG - Laboratory assessment of oxygenation in methemoglobinemia. Clinical Chemistry, 51(2):434-444, 2005. PubMed PMID: 15681569.
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