Pseudozyste – Definition, Ursachen & Behandlung
Eine Pseudozyste ist eine flüssigkeitsgefüllte Höhle im Gewebe, die keine echte Zystenwand besitzt. Sie tritt häufig als Komplikation einer Bauchspeicheldrüsenentzündung auf.
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Eine Pseudozyste ist eine flüssigkeitsgefüllte Höhle im Gewebe, die keine echte Zystenwand besitzt. Sie tritt häufig als Komplikation einer Bauchspeicheldrüsenentzündung auf.
Was ist eine Pseudozyste?
Eine Pseudozyste ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Höhle, die sich im Körpergewebe bildet, aber im Gegensatz zu einer echten Zyste keine vollständige Epithelauskleidung besitzt. Das bedeutet, dass die Wand der Pseudozyste aus Bindegewebe, Granulationsgewebe oder Entzündungsgewebe besteht, nicht aus spezialisiertem Zystellengewebe. Pseudozysten können in verschiedenen Organen auftreten, am häufigsten jedoch in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas).
Ursachen
Die häufigste Ursache einer Pankreaspseudozyste ist eine akute oder chronische Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse). Weitere Ursachen können sein:
- Bauchtrauma oder Verletzungen der Bauchspeicheldrüse
- Operationen im Bauchraum
- Chronischer Alkoholkonsum als Auslöser einer Pankreatitis
- Gallensteine, die den Gallengang blockieren
- Seltener: Infektionen oder Tumore in der Nähe der Bauchspeicheldrüse
Außerhalb des Pankreas können Pseudozysten auch in der Milz, der Leber oder dem Gehirn (z. B. als Folge eines Schlaganfalls oder einer Verletzung) entstehen.
Symptome
Kleine Pseudozysten verlaufen oft ohne Beschwerden und werden zufällig bei einer Ultraschall- oder CT-Untersuchung entdeckt. Größere Pseudozysten können jedoch folgende Symptome verursachen:
- Bauchschmerzen, besonders im Oberbauch, die in den Rücken ausstrahlen können
- Übelkeit und Erbrechen
- Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
- Völlegefühl und Blähungen
- Tastbare Schwellung im Bauchbereich
- Im fortgeschrittenen Stadium: Gelbsucht (Ikterus), wenn die Pseudozyste den Gallengang einengt
Diagnose
Die Diagnose einer Pseudozyste erfolgt in der Regel durch bildgebende Verfahren:
- Ultraschall (Sonografie): Häufig das erste Untersuchungsverfahren; zeigt flüssigkeitsgefüllte Strukturen.
- Computertomografie (CT): Liefert detaillierte Bilder und ermöglicht eine genaue Beurteilung von Größe und Lage der Pseudozyste.
- Magnetresonanztomografie (MRT) / MRCP: Besonders hilfreich zur Darstellung der Pankreasgänge.
- Endoskopischer Ultraschall (EUS): Ermöglicht eine präzise Beurteilung und gegebenenfalls eine gezielte Punktion zur Gewinnung von Flüssigkeit für Laboranalysen.
Laboruntersuchungen wie erhöhte Amylase- und Lipasewerte im Blut oder in der Flüssigkeit der Pseudozyste können ebenfalls auf eine Pankreaspseudozyste hinweisen.
Behandlung
Nicht alle Pseudozysten müssen behandelt werden. Kleine, symptomlose Pseudozysten können sich spontan zurückbilden und werden zunächst beobachtet. Eine Behandlung ist erforderlich bei:
- Zunehmender Größe der Pseudozyste
- Anhaltenden oder starken Schmerzen
- Komplikationen wie Infektion, Blutung oder Ruptur (Einriss)
- Verdrängung oder Einengung benachbarter Organe
Endoskopische Drainage
Die endoskopische Drainage ist heute die bevorzugte Behandlungsmethode. Dabei wird mithilfe eines Endoskops eine Verbindung zwischen der Pseudozyste und dem Magen oder Dünndarm geschaffen, damit die Flüssigkeit abfließen kann. Dieses Verfahren ist minimal-invasiv und hat eine hohe Erfolgsrate.
Perkutane Drainage
Bei der perkutanen Drainage wird unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle eine Nadel durch die Bauchdecke in die Pseudozyste eingeführt, um die Flüssigkeit abzulassen. Diese Methode wird häufig bei infizierten Pseudozysten eingesetzt.
Chirurgische Behandlung
In Fällen, in denen endoskopische oder perkutane Verfahren nicht möglich oder erfolglos sind, kann eine operative Drainage notwendig sein. Dabei wird die Pseudozyste chirurgisch mit dem Magen oder dem Darm verbunden.
Komplikationen
Unbehandelte oder wachsende Pseudozysten können zu ernsthaften Komplikationen führen, darunter:
- Infektion und Bildung eines Abszesses
- Ruptur mit Austritt von Flüssigkeit in die Bauchhöhle (Peritonitis)
- Blutung durch Arrosion benachbarter Blutgefäße
- Kompression von Gallengang, Darm oder anderen Strukturen
Quellen
- Banks P. A. et al. - Classification of acute pancreatitis. Gut, 2013;62(1):102-111. Verfügbar unter: https://gut.bmj.com
- Lerch M. M., Mayerle J. - Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): S3-Leitlinie Pankreatitis, 2021. Verfügbar unter: https://www.awmf.org
- Forsmark C. E., Vege S. S., Wilcox C. M. - Acute Pancreatitis. New England Journal of Medicine, 2016;375(20):1972-1981.
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