Pyridoxin (Vitamin B6): Funktionen, Bedarf und Mangel
Pyridoxin ist eine Form von Vitamin B6 und ein wasserlösliches Vitamin, das für den Stoffwechsel von Aminosäuren, die Bildung von Neurotransmittern und das Immunsystem essenziell ist.
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Pyridoxin ist eine Form von Vitamin B6 und ein wasserlösliches Vitamin, das für den Stoffwechsel von Aminosäuren, die Bildung von Neurotransmittern und das Immunsystem essenziell ist.
Was ist Pyridoxin?
Pyridoxin ist eine der drei natürlich vorkommenden Formen von Vitamin B6, einem wasserlöslichen Vitamin der B-Gruppe. Die anderen beiden Formen sind Pyridoxal und Pyridoxamin. Im Körper wird Pyridoxin in die biologisch aktive Form Pyridoxal-5-Phosphat (PLP) umgewandelt, die als Coenzym an über 100 enzymatischen Reaktionen beteiligt ist. Vitamin B6 ist lebensnotwendig und muss über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden, da der menschliche Körper es nicht selbst herstellen kann.
Biologische Funktionen
Pyridoxin übernimmt im menschlichen Organismus eine Vielzahl wichtiger Aufgaben:
- Aminosäurestoffwechsel: Pyridoxal-5-Phosphat ist unentbehrlich für den Ab- und Umbau von Aminosäuren (Transamination, Decarboxylierung).
- Neurotransmitterbildung: Pyridoxin ist an der Synthese von Serotonin, Dopamin, GABA und Noradrenalin beteiligt, die eine zentrale Rolle für Stimmung, Schlaf und Stressregulation spielen.
- Hämoglobinsynthese: Das Vitamin ist notwendig für die Bildung von Häm, dem eisenhaltigen Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin.
- Immunsystem: Pyridoxin unterstützt die Produktion und Reifung von Immunzellen sowie die Antikörperbildung.
- Glucosestoffwechsel: Es reguliert den Abbau von Glykogen und die Gluconeogenese (Neubildung von Glucose).
- Homocysteinstoffwechsel: Zusammen mit Folsäure und Vitamin B12 hilft Pyridoxin, den Homocysteinspiegel im Blut zu senken und so das Herz-Kreislauf-Risiko zu reduzieren.
Nahrungsquellen
Pyridoxin kommt in einer Vielzahl von Lebensmitteln vor. Besonders gute Quellen sind:
- Fleisch und Geflügel (Hähnchen, Rind, Schwein)
- Fisch (Lachs, Thunfisch, Forelle)
- Kartoffeln und Süßkartoffeln
- Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Linsen)
- Nüsse und Samen (Sonnenblumenkerne, Pistazien)
- Vollkornprodukte
- Bananen
- Spinat und anderes grünes Blattgemüse
Empfohlene Tageszufuhr
Die empfohlene Tageszufuhr variiert je nach Alter, Geschlecht und Lebensphase. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und in Übereinstimmung mit den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelten folgende Richtwerte:
- Erwachsene Frauen (19–64 Jahre): 1,4 mg/Tag
- Erwachsene Männer (19–64 Jahre): 1,6 mg/Tag
- Schwangere: 1,8 mg/Tag
- Stillende: 1,6 mg/Tag
- Ältere Erwachsene (ab 65 Jahre): 1,6–1,7 mg/Tag
Mangelerscheinungen
Ein Pyridoxin-Mangel ist in Industrieländern selten, kann jedoch bei bestimmten Personengruppen auftreten. Risikogruppen sind Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen, Malabsorptionssyndromen, Alkoholabhängigkeit, Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Isoniazid) sowie ältere Menschen.
Typische Symptome eines Vitamin-B6-Mangels umfassen:
- Entzündungen der Mundschleimhaut und der Lippen (Cheilitis, Glossitis)
- Seborrhoische Dermatitis (schuppige Hautentzündung)
- Periphere Neuropathie (Kribbeln, Taubheitsgefühl in Händen und Füßen)
- Reizbarkeit, Depressionen, Verwirrtheit
- Mikrozytäre Anämie (kleine, blasse rote Blutkörperchen)
- Geschwächtes Immunsystem
Überdosierung und Toxizität
Während ein Mangel schädlich ist, kann eine langfristige hochdosierte Einnahme von Pyridoxin (in der Regel ab 200 mg/Tag über längere Zeiträume) ebenfalls zu Schäden führen. Der tolerierbare obere Grenzwert (UL) für Erwachsene liegt laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bei 25 mg/Tag aus Nahrungsergänzungsmitteln. Bei Überdosierung kann eine sensorische Polyneuropathie entstehen, die sich durch Taubheitsgefühle, Koordinationsstörungen und Gleichgewichtsprobleme äußert. Diese ist in der Regel nach Absetzen der hohen Dosen reversibel.
Medizinische Anwendung
Pyridoxin wird in der Medizin therapeutisch eingesetzt bei:
- Pyridoxin-abhängiger Epilepsie: Eine seltene genetische Erkrankung im Säuglingsalter, die durch sehr hohe Dosen Pyridoxin behandelt wird.
- Schwangerschaftsübelkeit: Pyridoxin (oft in Kombination mit Doxylamin) wird zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft eingesetzt.
- Isoniazid-induzierter Neuropathie: Bei Tuberkulosepatienten, die Isoniazid einnehmen, wird Pyridoxin prophylaktisch gegeben.
- Sideroblastäre Anämie: Bestimmte Formen dieser Anämie sprechen auf eine Pyridoxintherapie an.
Wechselwirkungen
Pyridoxin kann mit verschiedenen Medikamenten in Wechselwirkung treten:
- Isoniazid, Penicillamin, Cycloserin: Diese Medikamente hemmen den Pyridoxinstoffwechsel und können einen Mangel verursachen.
- Levodopa: Hohe Dosen Pyridoxin können die Wirkung von Levodopa (bei Parkinson) abschwächen, wenn dieses ohne Carbidopa eingenommen wird.
- Orale Kontrazeptiva: Können den Vitamin-B6-Bedarf erhöhen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Vitamin B6 (Pyridoxin). www.dge.de
- Stach K, Stach W, Augoff K. Vitamin B6 in Health and Disease. Nutrients. 2021;13(9):3229. doi:10.3390/nu13093229
- European Food Safety Authority (EFSA): Tolerable upper intake levels for vitamins and minerals. EFSA Journal, 2006.
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